Im Gespräch: Daniel Wiesenthal (Linkspartei)

6. April 2011
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Daniel Wiesenthal hat sich aus der Gemeindevertretung verabschiedet. Er zog nach Berlin und musste deshalb sein Mandat abgeben. Der junge Politiker war ein Zugpferd der Linken in Schulzendorf, immer wieder bohrte er mit seinem Finger in den offenen Wunden Schulzendorfs. 2009 stieß er mit Bernd Puhle vom BürgerBündnis frontal zusammen, da flogen sogar die Fetzen! Doch mittlerweile schätzen sich beide Politiker gegenseitig. Schulzendorfer sprach mit Daniel Wiesenthal.

 

Herr Wiesenthal, Sie verabschieden sich als der jüngste Abgeordnete der Gemeindevertretung aus Schulzendorf. Ist etwas Wehmut dabei?

Ja, es ist auch etwas Wehmut mit dabei. Ich werde es aber verkraften nicht mehr Gemeindevertreter zu sein. Mir hat es viel Spaß gemacht und es war für mich eine besondere Aufgabe an der Gestaltung des Ortes mitwirken zu dürfen. Ich nenne an dieser Stelle einmal das Thema Jugend. Da hat sich so viel getan im letzten halben Jahr und ich bin sehr froh darüber, dass meine Fraktion und die Linken insgesamt Ihren Teil dazu beitragen.

Was war Ihre Motivation für die Linkspartei in der Gemeindevertretung zu arbeiten?

Ich bin seit vielen Jahren in der Partei die LINKE zu Hause. Von daher hat es keiner besonderen Motivation bedurft auch für meine Partei zu kandidieren.

Bei welcher Abstimmung in der Gemeindevertretung standen Sie zwischen Baum und Borke und wie haben Sie sich dann zu guter Letzt entscheiden?

So richtig Bauchschmerzen hatte ich eigentlich nie. Es gibt aber Abstimmungen bei denen ein Gemeindevertreter das Für und Wider sehr genau abwägen muss. Ich erinnere mich da an die Änderung der 2/3-Regelung im Straßenbau. Damals hat das Thema sehr hohe Wellen geschlagen, außerdem war Wahlkampf und Herr Kolberg hat darauf bestanden, dass die Beschlussvorlage zur Abstimmung kommt. Unsere Fraktion hätte lieber die Zahlen der Planer abgewartet, um einen besseren Überblick zu haben, was denn da konkret auf die Gemeinde zukommt. Aber im Grundsatz kann ich heute mit der Entscheidung gut Leben.

Für 13 Euro pro Sitzung streiten die Gemeindevertreter manchmal stundenlang um Dinge, die für die Bürger letztlich selbstverständlich sind. Tut es dann nicht weh, wenn den Abgeordneten, wie im Fall des Briefes der Leitung der Kita Waldfrieden, Respektlosigkeit begegnet  und ihnen Kompetenz abgesprochen wird?

Ich nehme so etwas nicht persönlich. Ich weiß, und mir ging es bevor ich Gemeindevertreter geworden bin sehr ähnlich, dass es nicht immer leicht ist die Abläufe und Prozeduren des Gemeindeamtes und der Gemeindevertretung nachvollziehen zu können. Zur Kita Waldfrieden sei gesagt, dass es an Herrn Mücke gewesen wäre in diesem Fall zu moderieren und nicht wie geschehen, dass die gegensätzlichen Meinungen ungebremst aufeinander knallen und am Ende ein relativ kleines Problem unlösbar erscheint. Er hat sich da nicht sehr geschickt verhalten.

Spielen bei Abstimmungen zu bestimmten Themen nicht immer auch parteipolitische Aspekte eine Rolle?

Eher nicht. Es ruft niemand bei mir an und sagt, bei der Beschlussvorlage stimmst Du bitte so und so ab. Die Arbeit ist sehr konkret und weniger politisch theoretisch. Es geht ja um solche Fragen , wie soll ein Kinderspielplatz gebaut werden und wenn ja, wo oder wie sehen unsere Vorstellung für die Bebauung der Waldsiedlung aus.

Bekommt die Linkspartei in Schulzendorf mit Ihrem Weggang ein Nachwuchsproblem?

Diese Frage betrifft ja alle Parteien. Es sind, aus den unterschiedlichsten Gründen, immer weniger junge Menschen bereit, sich politisch zu engagieren. Das finde ich sehr bedauerlich. Die Linke im Landkreis Dahme-Spreewald ist da insgesamt aber auf einem guten Weg und hat einige junge Hoffnungen, die sich sehr engagieren. Ich möchte Robert Seelig nennen der für Die Linke als jüngster Abgeordneter im Kreistag vertreten ist.

Während einer politischen Auseinandersetzung bezeichnete Sie Bernd Puhle vom BürgerBündnis als Naseweis. Sind Sie ihm immer noch böse wegen seines Ausrutschers?

Nein. Heute kann ich nur darüber schmunzeln. Ich muss aber auch gestehen, dass ich es damals im Eifer des Gefechts gar nicht so richtig mitbekommen habe. Herr Puhle hat sich für seinen Lapsus entschuldigt und mittlerweile lachen wir beide darüber.

Welchen Rat geben Sie Ihrer Fraktion zum Abschied mit auf dem Weg?

Zunächst einmal wünsche ich meiner Fraktion weiter hin viel Erfolg. Auch das sie, so wie sie es seit vielen Jahren schon macht, an der positiven Entwicklung des Ortes wirkt ohne dabei die Menschen, die hier leben, aus den Augen zu verlieren.

4 Responses to Im Gespräch: Daniel Wiesenthal (Linkspartei)

  1. Heike Franke
    7. April 2011 at 15:48

    Ich wünsche Herrn Wiesenthal ebenfalls alles Gute, vor allem aber Gesundheit und weiterhin viel Erfolg bei seinen zukünftigen Vorhaben.

  2. Irene + Klaus Burmeister
    7. April 2011 at 15:47

    Das Ausscheiden von Daniel aus der Gemeindevertretung bedauern wir sehr. Als wir uns mit Nachdruck für seine Kandidatur einsetzten, ließen wir uns von einem lang zurückliegenden Slogan leiten: “Der Jugend Verantwortung und Vertrauen.” Er hat uns nicht entteucht. Dafür danken wir ihm und wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg viel Glück.

  3. Joachim Kolberg
    Joachim Kolberg
    7. April 2011 at 08:24

    ich wünsche Herrn Wiesenthal alles Gute für die Zukunft. Ich habe ihn als konstruktiven und kritischen Gemeindevertreter trotz einiger gegensätzlicher Meinungen geschätzt.

    Joachim Kolberg
    Vorsitzender der CDU/FDP Fraktion

  4. Ramona Brühl
    7. April 2011 at 08:06

    Ich wünsche Daniel Wiesenthal für seinen weiteren Lebensweg alles Gute.
    Mit der Kinder-und Jugendarbeit in der Butze läuft es momentan sehr gut.
    Trotzdem wünschen wir uns mehr Jugendliche ,die diese Einrichtung montags,mittwochs und donnerstags (außer am ersten Donnerstag im Monat,da ist die Malgruppe vor Ort)besuchen.Mittwochs sind generell die Sozialarbeiter vom ZEWS vor Ort.
    Beim Spielplatz sind wir momentan auf Sponsorensuche, Näheres dazu wird bald zu berichten sein.
    Mfg
    Ramona Brühl

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