Faustdicke Überraschung: Mehrheit des Hauptausschusses gegen Kita – Umbenennung. SPD – Fraktionsmitglieder verwehren in der Abstimmung Bürgermeister Mücke die Gefolgschaft!

10. Februar 2011
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Seit mehreren Wochen kocht der Streit um die Umbenennung der Kita Waldfrieden in Kita Hollerbusch. Eltern und Erzieher befürworten die Umbenennung, einige Schulzendorfer Bürger und die Ortschronisten standen ihr kritisch gegenüber.

Andrea Goymann (Bündnis 90/Grüne) legte einen Kompromissvorschlag auf den Tisch. Der sieht vor, dass beide Namen gleichberechtigt nebeneinander existieren. Ähnlich wie der Deutschen Bundestag im Reichstag zu Hause ist, soll die Kita Hollerbusch im Waldfrieden beheimatet sein.

In der Debatte  darüber machte Bürgermeister Markus Mücke aus seinem Ärger keinen Hehl. Er befürwortet, dass Kinder, Eltern und Erzieher über den Namen entscheiden sollten.  „Das wir hier über den Kitanamen diskutieren, ist ein starkes Stück.”, gestand der sichtlich angekratzte Mücke.

Der CDU Fraktionsvorsitzende Joachim Kolberg hatte da eine andere Sicht auf die Dinge. „ Es ist das gute Recht der Gemeindevertretung, sich mit dieser Namensänderung zu befassen. Davon machen wir nun einmal Gebrauch.”, so Kolberg.

Geht es nach dem Willen von Andrea Goymann soll der Name Waldfrieden gut sichtbar am früheren Haupteingang angebracht werden. Davon riet die zuständige Bauamtsmitarbeiterin in einem Plädoyer ab:” Ich appelliere an sie, bringen sie kein großes Schild an die neue Fassade.” Doch dieser Appell ließ die Ausschussmitglieder kalt.

Daniel Wiesenthal  (Die Linke) sah keinen Grund für die Umbenennung der Kita. „Frau Berthold (die Leiterin der Kita Waldfrieden – die Red.) hat bis heute nicht stichhaltig begründet, warum die Kita umbenannt werden soll. Der Vorabauszug der Kitakonzeption wirft bei mir mehr Fragen als Antworten  in der Sache auf.”, so der Gemeindevertreter.

SPD Fraktionschef Bäumer plädierte dafür, dass die Kinder der Kita über ihren eigenen Namen entscheiden sollen. Seine Kritik richtete sich gegen die respektlosen  und unsachlichen Vorwürfe, welche die Kitaleitung in ihrem Brief an die Gemeindevertretern aufmachte. „Der Stil von Frau Berthold  ist nicht akzeptabel.”, so Bäumer.  Er erinnerte daran, dass sich die Gemeindevertreter in zahlreichen kontroversen Debatten für die kostenintensive Sanierung der Kita Waldfrieden eingesetzt haben. „Damals hat sich kein Vertreter des Kitaausschusses in die Debatte mit Vorschlägen eingebracht.”, bemängelte Bäumer.

Für einen Paukenschlag in der Diskussion sorgte dann Bernd Puhle. Der Fraktionsvorsitzende vom Bürger Bündnis brachte einen Antrag ein, der der Gemeindevertreterversammlung empfiehlt, die Kita Waldfrieden generell nicht umzubenennen. Zur Überraschung der Anwesenden  wurde der Antrag mehrheitlich angenommen. Die Vertreter von CDU und Linke unterstützten den Vorstoß, die SPD – Ausschussmitglieder enthielten sich der Stimme, nur Bürgermeister Mücke stimmte allein gegen den Antrag.

Man darf nun gespannt sein, wie in zwei Wochen die Abstimmung in der Gemeindevertreterversammlung verläuft. Sollte der Antrag von Andrea Goymann abgelehnt werden, bleibt der Name Waldfrieden allein bestehen. Denn von Seiten der Gemeindeverwaltung wurde bisher keine Beschlussvorlage auf Namensänderung  gestellt.

Lesen Sie selbst: Brief der Kitaleitung an die Gemeindevertreter.

Lesen Sie selbst: Auszug aus der Konzeption Kita Hollerbusch.

3 Responses to Faustdicke Überraschung: Mehrheit des Hauptausschusses gegen Kita – Umbenennung. SPD – Fraktionsmitglieder verwehren in der Abstimmung Bürgermeister Mücke die Gefolgschaft!

  1. aus schulzendorf
    10. Februar 2011 at 21:47

    Guten Abend…..
    jo….Gemeindevertretersitzungsgeldsteuerzahler, diesem Beitrag gibt es nichts hinzuzufügen. 1, setzten!!!!!!

  2. Für den BBI und den Straßenausbau
    10. Februar 2011 at 18:55

    Auf den Punkt gebracht! Danke!

  3. Gemeindevertretersitzungsgeldsteuerzahler
    10. Februar 2011 at 14:22

    Sensation in Schulzendorf! Sensation in Schulzendorf.
    Extrablatt! Extrablatt!
    Gemeindevertreter stellen sich gegen den Bürgermeister und lehnen Umbenennung des Kindergartens Waldfrieden ab.
    Kindergarten heißt weiter wie frühere Kneipe.

    Herr Mücke, Sie haben völlig Recht!

    Der großen Mehrheit der Schulzendorfer Bürgerinnen und Bürger ist es völlig egal, wie der Kindergarten in der Herweghstraße heißt. Da diskutieren sich Gemeindevertreter in unzähligen Sitzungen stundenlang die Köpfe heiß und streichen dafür auf Kosten der Steuerzahler auch noch Sitzungsgeld ein.
    Der Wählerauftrag ist das nicht, auch wenn das der ein oder andere Gemeindevertreter glaubt.
    Um die von den Betroffenen gewünschte Namensänderung geht es den Gemeindevertretern doch überhaupt nicht. Das wäre auch zu lächerlich.
    Worum es geht, sind ganz simple Machtspielchen und Stimmungsmache, was sogar der einfache Bürger, so wie ich, leicht durchschaut.
    Da hat sich der Bürgermeister in der Presse kritisch über die schwierige Arbeit in der Gemeindevertretung geäußert und in einem Brief der Kindergartenerzieherinnen werden die Gemeindevertreter aufgefordert, den Wunsch des Kitaausschusses nach einer Umbenennung zu respektieren. Die Getroffenen bellen und schlagen zurück und meinen, die Gelegenheit ist günstig, noch ein paar offene Rechnungen zu begleichen. Zu einem Kompromiss, aus meiner Sicht ist der Vorschlag von Andrea Goymann ein sehr guter, mit dem alle Beteiligten leben könnten, sind meisten Gemeindevertreter nicht bereit. Wozu auch. Die Chance zu zeigen, wie überaus wichtig ein Gemeindevertreter ist, lässt man sich doch gerade jetzt nicht so leicht entgehen.
    Wen interessiert da noch der Wunsch und die Meinung der betroffenen Kinder, Eltern und Erzieher.
    Dass dabei Basisdemokratie und Bürgerbeteiligung auf der Strecke bleiben, scheint völlig egal zu sein. .
    So entsteht (Gemeinde)politikverdrossenheit!

    Herr Mücke, bleiben Sie standhaft und lassen Sie sich nicht beirren. Die billige Stimmungsmache gegen Sie kommt wie in der Vergangenheit auch dieses Mal beim schlauen Schulzendorfer, und das sind die meisten Bürgerinnen und Bürger, ganz schlecht an. Der Versuch, Sie und Ihre Arbeit als Bürgermeister mit einer öffentlichen Umfrage in Frage zu stellen, hat sich als Rohrkrepierer erwiesen. Auch wenn Sie nicht immer die Mehrheit der Gemeindevertreter hinter sich haben, die Mehrheit der Schulzendorfer steht zu Ihnen, wie die das Ergebnis der Umfrage beweist.

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