Zu hoch: Ex – Bürgermeister fordert Korrektur der Israel – Baupläne

6. April 2016
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Mehrfamilienhäuser mit Stadtcharakter, drei Vollgeschosse, nicht höher als neun oder zehn Meter, 44 Zwei- und Dreiraumwohnungen, ein Kinderspielplatz und 1,5 Stellplätze pro Wohnung – das sind die Wohnungsbau Eckdaten der Erben von Richard Israel, die in einigen Jahren auf dem „weißen Fleck“ Gestalt annehmen sollen.

Lobende Worte für den Entwurf der Königs Wusterhausener Planerin Claudia Bley gab es von CDU – Chef Joachim Kolberg, insgesamt überwogen bei den Mitgliedern des Ortsentwicklungsausschusses Zweifel und Vorbehalte.

Planerin Claudia Bley präsentierte gestern im Ortsentwicklungsausschuss die Vorstellungen von Vorhabenträger Jochen Palenker. Der große Jubel blieb jedoch aus. (Bildmontage: mwBild)

Planerin Claudia Bley präsentierte gestern im Ortsentwicklungsausschuss die Vorstellungen von Vorhabenträger Jochen Palenker. Der große Jubel blieb jedoch aus. (Bildmontage: mwBild)

So hält Andreas Körner (Bündnis 90/Grüne) wenig von der geplanten Zufahrt in die Wohnanlage. Die sehen die Israels gegenüber der Schule in der Illgenstraße vor. Für Körner und Guido Thieke (CDU) keinesfalls eine Ideallösung, denkt man an das morgendliche Straßengetümmel vor der Schule.

Kritik an der geplanten Höhe der Stadtvillen äußerte der Chef des Gemeinderates, Dr. Herbert Burmeister (Die Linke). Den Anwohnern der Goethestraße und Walther – Rathenau – Straße könne man von den Neubauten aus direkt in die Grundstücke blicken. Bürger könnten sich beobachtet und in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt fühlen. Burmeisters Forderung: In Richtung der angrenzenden Einfamilienhäuser keine Dreigeschosser!

Regelungen nach hinten verschoben

Die Verhandlungen der Gemeinde mit den Rittergut Nachkommen scheinen alles andere als einfach zu sein.

In einem ersten Entwurf zur Kostenübernahme Vereinbarung für Planungen zum Bebauungsplan und der Änderung des Flächennutzungsplanes war vorgesehen, dass sich die Israels zur Übernahme sämtlicher Kosten aus Normenkontrollverfahren verpflichten. Heißt zu gut Deutsch: Zieht beispielsweise ein Anlieger aus der Goethestraße gegen den Bebauungsplan vor Gericht, weil er seine Rechte verletzt sieht, müsste nicht die Gemeinde, sondern die Israel Erben sämtliche Kosten der Prozeßverfolgung tragen.

Für die Nachkommen offenbar nicht annehmbar. Die Passage wurde gestrichen. Man wolle sich später über diese Frage einigen, heißt es jetzt im Entwurf der Vereinbarung. Heikle Fragen werden somit in die Zukunft geschoben.

„Weiße Fleck“ birgt hohe Brisanz in sich

In der Abwicklung sämtlicher vertraglicher Beziehungen der Gemeinde mit den Israel Erben steckt eine enorme Brisanz. Ex – Bürgermeister Dr. Burmeister umschrieb sie gestern mit den Worten: „Es handelt sich um ein sehr sensibles Grundstück.“

Denn Schulzendorfer beobachten sämtliche Vorgänge um das Areal zum Teil mit Argwohn. Der rührt zum einen aus dem Verhalten der Erben bei der Durchsetzung ihrer Rückübertragungsansprüche nach der Wende her, als sie den Landbesitz des Urgroßvaters zurückforderten.

Zum anderen empfinden es Bewohner als ungerecht, dass die als steinreich geltenden Israel Erben, im Vergleich zu Eigentümer von Baugrundstücken, nur einen Bruchteil für den Bau der Walther – Rathenau – Straße zahlen mussten. Ihr Grund und Boden wurde „wie Wald“ berechnet, was aus Rathaus Sicht korrekt sei. Schließlich ist der „weiße Fleck“ noch kein Bauland.

Und nicht zuletzt dürften auch antisemitische Ressentiments eine Rolle spielen.

Ein erstes Urteil zu den geplanten Häusern, die auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht sind, haben sich auch einige Schulzendorfer schon gebildet: Zu groß und zu klotzig.  

18 Responses to Zu hoch: Ex – Bürgermeister fordert Korrektur der Israel – Baupläne

  1. Chris
    11. April 2016 at 09:52

    Es gibt doch ganz klare Regeln und Vorschriften,die besagen wie ein neu gebautes Haus sich in die vorhandene Bebauung einzuflegen hat!so das grade nicht ein Riesen Gebäude Licht,Sonne und vor allem Privatsphäre raubt und einschränkt!aber da die Erben israels eh mit Puderzucker betutelt werden,und meist immer recht bekommen sollte man erstmal an der Quelle graben warum das so sein muss!?
    Allen ein schönen Tag

  2. Brigitte
    7. April 2016 at 17:11

    Einfach mal den Bauamtsleiter fragen. Vielleicht mal wieder eine “Superidee” von Sonntag? Wer steckt hinter diesem Vorhaben? Wer will diese Häuser? Mücke allein wird diese Vereinbarungen nicht ausgearbeitet haben, glaube ich nicht. Umgesetzt kann das Projekt nur werden, wenn alle GV zustimmen (Mehrheit). Man sollte auf alle Fälle “dranbleiben”.

  3. Bürger Zweiter Klasse
    7. April 2016 at 15:43

    ich hab gestern mal die 576 seiten durch gescrollt.

    im südlichen altdorf wird wohl auch gebaut.
    dann gehts los am mühlenschlag und
    freiligrathstrasse.
    interessante einblicke über das was hier passieren soll

    ABER: keine schule, besonders eine weiter führende, kein kindergarten,
    minus im haushalt, ein unfähiger bürgermeister.
    schön ist nur das dann geld durch die grundsteuer reinkommt.
    aber das knallen die damen und herren auch weg, und wenns eine gahaltserhöhung oder eine 30.000€ teure telefonanlage gibt

    Kommt alle nach Schulzendorf

  4. Matze
    7. April 2016 at 13:43

    Wahnsinnsvorhaben; und das alles auf der kleinen Fläche, direkt ggü der Schule!!!
    Seid’s verrückt? Unfassbar :( :( :(
    Wohl möglich sollen da gut betuchte Menschen einziehen, die sich dann noch über Kinderlärm beschweren….

  5. dobida
    7. April 2016 at 10:15

    @Neumann: danke für den Link. Habe mir das angesehen und bin, wie alle hier, entsetzt. Was ist das für eine Architektin, die diesen Mist zu Papier gebracht hat? Zählt da nur das Geld?

  6. Neumann
    7. April 2016 at 06:49

    Die Anhänge wurden nicht entfernt…der Link geht nur nicht. Auf folgender Seite kann man sich die Anhänge anschauen:

    https://ratsinfo-online.de/schulzendorf-bi/to010.asp?SILFDNR=1134

  7. Chris
    7. April 2016 at 05:14

    Als Anwohner hätten mich die Pläne wirklich interessiert um einen Einblick zu gewinnen in die Planung.
    Schade nur, dass das verlinkte Dokument scheinbar entfernt wurde.

  8. Melly
    6. April 2016 at 19:42

    Ich frage mich, was sitzen da für Leute im Bauamt. Diesen Entwurf würde ich den Planern um die Ohren hauen. Familie Israel soll ihre Hochhäuser woanders bauen.

  9. Die rosarote Susi
    6. April 2016 at 19:18

    Wie kann denn der Mücke solche Vereinbarungen ausarbeiten, die der Gemeinde, sprich uns, vielleicht Millionen kosten? Was ist das für ein Mist der da geplant wird? Wo ist der Siedlungscharakter dieser Häuser? Burmeister soll die Verhandlungsführung übernehmen und Mücke kann das Protokoll schreiben.

  10. Bürger Zweiter Klasse
    6. April 2016 at 18:46

    hätt ich 2007 ein 3 geschosser beantragt hätten die mir ein vogel gezeigt.
    aber die gutsherren können sich das wohl erlauben.
    aber wer spricht hier von antisemitismus, wie im bericht geschrieben?
    das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.
    ich denk mal das baurecht spricht von “einfügung” ins gesamtbild. und da passen 3 geschosser definitiv nicht rein.
    warum baut der clan nicht auf dem ritterfleck?

    über den bürgermeister will ich mich nicht mehr äußern. vielleicht sollte burmeister in sein zimmer ziehen. und kolberg mutiert auch zum ja-sager.
    denn er wohnt da auch nicht

  11. Petra
    Petra
    6. April 2016 at 16:07

    Schaut Euch auf der Abbildung der Häuser mal ihre Größe im Verhältnis zu den bestehenden Gebäuden an. Das sind richtig große Häuser. Stadtcharakter?? Wir sind aber keine Stadt.

  12. Olli
    6. April 2016 at 15:41

    Herr Mücke stellt wieder einmal sein „Können“ als Bürgermeister unter Beweis. Er ist nicht in der Lage klar und unmissverständlich die Interessen der Gemeinde Schulzendorf durchzusetzen. Es kann nicht im Interesse der Gemeinde sein, dass durch Steuergelder Prozeßkosten finanziert werden, die durch Baumaßnahmen der Familie Israel ausgelöst werden. Und es ist auch nicht im Interesse der Gemeinde, dass hässliche Hochhäuser entstehen, die eine Beeinträchtigung im Leben der Nachbarsleute bedeuten. Ich kann hier nur Herrn Burmeister unterstützen. Und vielleicht sollte sich Herr Palenker dazu entscheiden, eine Einwohnerversammlung zu veranstalten und die Nachbarn zu seinen Bauplänen zu befragen und auch ihre Interessen zu berücksichtigen. So geht man nicht mit künftigen Nachbarn um. Man überrascht sie nicht mit hohen Betonklötzen. Bürgerinteressen stehen vor der Höhe von Mieteinnahmen.

  13. Tiefflieger
    Tiefflieger
    6. April 2016 at 14:43

    Über Schönheit kann man sich trefflich streiten, ein Bauherr darf das bauen, was nach dem Baugesetz zulässig ist. Mir gefallen diese Kisten auch nicht, aber vielleicht werden sie hübsch bunt angestrichen. Dagegen ist nichts zu sagen. Bei der Höhe sollte die Gemeinde mitreden. Und hier denke ich, sind die Befürchtungen von Herrn Burmeister und Herrn Torsti berechtigt. 1,5 Stellplätze pro Wohnung sind definitiv zu wenig. Es besteht derzeit bereits ein Parkproblem an der Schule, Sporthalle. Ob die vielen Parkplätze direkt in der Goethestraße eine gute Lösung ist, bezweifle ich persönlich.

  14. Sabine Köhler
    6. April 2016 at 13:01

    Diese kastenartigen Häuser sind im Trend auf dem Vormarsch. Auch in Schulzendorf sieht man sie immer mehr. Ich finde, schön sieht anders aus. Was hier entstehen soll ist eine Betonburg ähnlich Marzahn und Märkisches Viertel in Reinickendorf, nur eine Nummer kleiner. Furchtbar!!!

  15. Torsti
    6. April 2016 at 12:28

    ihr habt sie ja wohl nicht alle hier in schulzendorf… ihr könnt ja auch gleich bei mir aufm grundstück bauen. Warum nicht gleich 10 geschosse? passen mehr leute rein, passt auch super ins stadtbild!

  16. Nico
    6. April 2016 at 12:00

    Mein Grundstück ist direkt daneben. Ich werde definitiv klagen und die restlichen Anwohner in Wort und Schrift dazu motivieren, dies auch zu tun. Nicht das wieder nirgendwo eindeutig informiert wird und somit der Großteil vor vollendeten Tatsachen stehen.

  17. Ulf
    Ulf
    6. April 2016 at 11:55

    Ich verstehe die Gemeinde nicht. Wenn Herr Palenker die Kosten für Gerichte nicht übernehmen will, dann ist die Forderung zunächst legitim. Dann soll er aber bitte mit seiner Familie dort bauen, wo die Gemeinden ihm diese Kosten spendieren. Mücke hat kein Geld für ein Topf Farbe, wir Steuerzahler sollen aber Gerichtskosten für Familie Israel übernehmen, nur weil sie in Schulzendorf bauen will? Hier stimmt etwas nicht.

  18. Opi
    6. April 2016 at 10:32

    Diese Häuser passen nicht nach Schulzendorf und schon gar nicht 3 geschossig. Burmeister hat Recht.

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