GIER – MIETEN am „Weißen Fleck“

22. Juli 2020
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Greift jetzt der Mietenwahnsinn in Schulzendorf um sich?

Die ersten beiden Stadtvillen am „Weißen Fleck“ wachsen rasant. Geht es nach dem Willen von Bauherr Dr. Jochen Palenker, sollen beide bereits im Dezember bezugsfertig sein.  Im Frühjahr 2021 ist die Fertigstellung weiterer Häuser geplant.

Der Schlossbesitzer im Altdorf will für seine Quartiere saftige Mieten kassieren. Für eine knapp 87 qm große Wohnung mit einem separaten WC als „Extra“ und zwei Stellplätzen sollen Mieter 1.253 Euro warm berappen. Dieselbe Wohnung in zweiter Reihe kostet sogar 1.297 Euro und liegt damit bei 11 Euro pro Quadratmeter.

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Kritiker hat Dr. Palenker in der Gemeinde zuhauf. Sie werfen ihm vor, sich nicht ausreichend an der Entwicklung der Infrastruktur in der Gemeinde zu beteiligen. So sei der für die Bebauung fällige Folgekostenbeitrag viel zu gering vom Rathaus berechnet und vom Gemeinderat abgesegnet worden. Ihm liegt unter anderem zugrunde, dass lediglich vier (!) Kinder in den 24 Wohneinheiten leben werden, so hatte es einst Bürgermeister Mücke (SPD – nominiert) der Öffentlichkeit vorgerechnet.

Kritik an Dr. Palenker, der an der Spitze einer millionenschweren Erbengemeinschaft aus dem Münchner Raum steht, hagelte es nicht nur von Bürgern, auch von der Interessengemeinschaft Altanschließer Schulzendorf. Ihr Sprecher, Reinhard Bolduan, geißelte den Umstand, dass der „Weiße Fleck“ bei der Bemessung der Kanal- und der Straßenbaubeiträge „wie Wald“ behandelt wurde. Dadurch fielen im Vergleich zu Besitzern von Baugrundstücken deutlich geringere Abgaben an. Und das, obwohl zum Zeitpunkt der Bescheidung Bürgermeister Mücke und allen Gemeindevertretern klar war, dass er einmal bebaut wird. Später, nach der Beitragserhebung, segnete der Gemeinderat die Umwandlung in Bauland ab.

Scheinen gute Freunde zu sein, Israel Urenkel Jochen Palenker (li) und Bürgermeister Mücke bei einem Schulkonzert. (Foto: mwBild)

Scheinen gute Freunde zu sein, Israel Urenkel Jochen Palenker (li) und Bürgermeister Mücke bei einem Schulkonzert. (Foto: mwBild)

Grünen Chef Andreas Körner warb 2017 in der B – Plan Debatte zum Weißen Fleck, darin die sogenannte sozialgerechte Bodennutzung zu verankern. Danach werden einem bestimmten Anteil der neuen Wohnungen öffentliche Fördermittel bewilligt. Im Gegenzug muss der Wohnraum Haushalten mit geringem Einkommen zur Verfügung gestellt werden. Dr. Palenker hielt davon nichts. CDU und Linke auch nicht, sie lehnten den Körner Vorstoß damals ab.

2 Responses to GIER – MIETEN am „Weißen Fleck“

  1. Reinhard Schuhmann
    23. Juli 2020 at 17:14

    Ich stehe auf Ihrer Seite, Frau Hartenstein. Dr. Burmeister, die SPD, Herr Kolberg von der CDU müssen sich fragen lassen, ob sie Interessen der Erbengemeinschaft oder die von 7.000 Bürgern in der Angelegenheit vertreten haben. Auch wenn ich kein Fan der Greta Partei bin, Herr Körner liegt in meinen Augen mit seinem Vorschlag richtig.

  2. B. Hartenstein
    23. Juli 2020 at 15:28

    Als ich 2015 einen Widerspruch bezüglich der Bescheides zum Straßenausbau der W.-R.-Str. an die Gemeinde richtete, dachte ich nicht, was ich damit in Gang setze.
    Ich begründete meinen Widerspruch damit, dass sich der Berechnungsfaktor/m² zum Ungunsten der Anwohner verändert hat, entgegen der vorausgegangenen Vorstellung in einer Einwohnerversammlung.
    Die schriftliche Antwort daraufhin lautete durch die Gemeinde, dass es eine Fläche (Weißer Fleck) gibt, die als Wald zu bewerten ist, d.h. der Besitzer wird bei der Gebührenberechnung herausgenommen. Das wollte ich nicht akzeptieren, zumal diese Fläche seit ich hier wohne – seit 1950 – niemals ein Wald gewesen ist.
    Also forderte ich in einer öffentl. GVS den BM zur Klärung auf. Er versuchte zu leugnen und alles abzuwiegeln, bei den GV allgemeines Unverständnis. Ich blieb hartnäckig und letztlich entschied der damalige GV-Vors. Hr. Burmeister, dass Hr. Mücke das mit mir in einem persönlichen Gespräch klären soll. Dieses Gespräch fand auch statt; als Zeuge hatte ich Hr. Kolberg dazu gebeten. Fazit – Hr. Mücke leugnete weiter und wies daraufhin, dass das Gelände wahrscheinlich per Beschluss zum Bauland werden würde. Meine Frage, ob die Anwohner denn dann die zu viel gezahlten Gebühren zurückbekämen, wurde so beantwortet: “Nein, was gezahlt ist, ist gezahlt. Zurück gibt es nichts!”
    Also eine wahrhaft demokratische und volksnahe Entscheidung.
    Somit machte der Besitzer mit einer nun voll erschlossenen, incl. neuer Straße, Fläche einen nicht zu verachtenden satten Gewinn.
    Für mich schmeckt das eindeutig nach gewährter Vorteilsnahme und es bleibt das berühmte “Geschmäckle”.
    Wohlgemerkt, nicht der Besitzer der Fläche ist für mich in irgendeiner Weise schuldig. Es ist sein Eigentum, mit dem er machen kann, was er will. Er ist von Haus aus ein Kapitalist, dem es um den max. Gewinn geht. Auch das kreide ich nicht an.
    Allerdings würde ich gern nachfragen, woher der Gesinnungswandel in der Verwendung der Fläche kommt, denn 1992 unterschrieb der o.g. Besitzer noch als Schulzendorfer Entwicklungsgesellschaft eine Studie, die besagt, dass diese Fläche zur Bebauung mit sozialen Einrichtungen und sozialem Wohnungsbau empfohlen wird.
    Nein, nicht dem Besitzer gilt meine Enttäuschung. Zutiefst enttäuscht bin ich über die GV, die die heutigen Tatsachen beschlossen haben und dadurch letztlich auch die im oberen Artikel benannte Entwicklung mit zu tragen haben.
    Eigentlich sehr beschämend !!!!

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