Kehrtwende: Investor Köhne will nun doch Gehweg bauen.

23. November 2015
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Erst vor wenigen Wochen bemühte sich Investor Gerhard Köhne im Rathaus um eine Änderung des Städtebaulichen Vertrages. Der verpflichtet ihn zum Bau eines 120 Meter langen Gehweges auf der nördlichen Seite der Ernst-Thälmann-Straße, zwischen der Brücke und der Kirche. Mit Eröffnung des Erweiterungsbaus im Ortszentrum sollte auch der Weg fertiggestellt sein.

Statt zu bauen, bot Köhne der Gemeinde Geld: 40.000 Euro. Damit sollte sie in eigener Regie die Baumaßnahme umsetzen.

Mehrere Gemeindevertreter machten aus ihren Bedenken kein Hehl. Einige sahen keine Möglichkeiten, dass die Verwaltung, in der chronische Personalnot herrsche, zusätzliche Aufgaben übernehmen könne.

Andere zweifelten, das Geld würde angesichts steigender Preise nicht ausreichend sein. Deshalb wurde gefordert, Köhne müsse sämtliche tatsächlich anfallenden Kosten übernehmen. Dem stand der Investor wenig aufgeschlossen gegenüber. „Eine weitere Erhöhung meiner Investitionen fände ich, ehrlich gesagt, unangebracht.“, so Köhne.

Nach einer scharfen Attacke an Köhne, schlug der Chef des Gemeinderates, Dr. Burmeister, jetzt versöhnliche Töne an: "Er hatte zu keinem Zeitpunkt die Absicht, den städtebaulichen Vertrag in Frage zu stellen." (Foto: mwBild)

Nach einer scharfen Attacke an Köhne, schlug der Chef des Gemeinderates, Dr. Burmeister, jetzt versöhnliche Töne an: “Er hatte zu keinem Zeitpunkt die Absicht, den städtebaulichen Vertrag in Frage zu stellen.” (Foto: mwBild)

Die ablehnenden Signale der Gemeindevertreter zu seinem Vorstoß bewogen Köhne zum Rückzug, er will nun doch den Gehweg bauen. Der Chef der Gemeindevertretung, Dr. Herbert Burmeister (Die Linke), dazu: „Herr Köhne hat sofort erklärt, dass er das Votum des Hauptausschusses akzeptiert. Sowohl er als auch der Gemeindevertretung ist an einem sehr guten Miteinander sehr gelegen.“

Ob der Gehweg im geplanten Bereich errichtet wird, ist derzeit unklar. „Da gibt es Schwierigkeiten mit den angrenzenden Grundstücken. Sie liegen sehr tief und für den Bau des Gehweges sind Absprachen mit den Grundstücksbesitzern erforderlich. Diese Gespräche haben noch nicht stattgefunden. Deshalb kann dort gegenwärtig noch nicht gebaut werden.“, so Dr. Herbert Burmeister.

Investor Köhne stellte das im Ortsentwicklungsausschuss allerdings anders dar. In dem angedachten Bereich würde keine Planung existieren. Sie wäre jedoch Voraussetzung, um den Gehweg bauen zu können. Nach Köhnes Lesart des Städtebaulichen Vertrages, in dem zu Planungsfragen nach den Worten von Bauchef Sonntag nichts vereinbart ist, wäre sie jedoch Sache der Gemeinde. Das sehen aber nicht alle so. In dieser Frage dürfte also neuer Zündstoff lauern.

Der Chef des Gemeinderates schlug nun vor, den Gehweg vom Ortszentrum bis zur Einfahrt zur Evangelischen Kirche zu bauen. „Dafür sind alle Voraussetzungen gegeben.“, so Dr. Burmeister. Bürgermeister Mücke soll in den nächsten Wochen den Vorschlag prüfen. Fortsetzung folgt!

4 Responses to Kehrtwende: Investor Köhne will nun doch Gehweg bauen.

  1. Gruß aus der Kieler Str.
    24. November 2015 at 07:04

    Mal einige Worte zum Ortszentrum. Das Rathaus und der Bereich Apotheke Sparkasse, den finde ich noch recht hübsch. Der Rest gefällt mir überhaupt nicht. Auch der Neubau, das sind Betonklötze, die ich hässlich finde und nicht zum Charakter der Gemeinde passen. Und ich bin mir fast sicher, dass einige der Arbeiter, die das gebaut haben, für einen Appel und ein Ei gerackert haben. Köhne kassiert dicke Mieten, billig ist das alles nicht, was man so hört. Da kann er auch die Planung bezahlen. Und Herr Bäumer (siehe Beitrag Kuhhandel) hat auch recht, eine Vertragsstrafe muss gezogen werden oder drücken Herr Mücke und Herr Burmeister ein Auge zu???? Das sollte man mal genau verfolgen.

  2. Alter Schulzendorfer
    23. November 2015 at 19:11

    Wo ist das Problem den gesamten Gehweg zu bauen, auf Kosten von SD Schulzendorf?

  3. Petra
    Petra
    23. November 2015 at 18:46

    Herr Burmeister, vertreten Sie noch die Interessen der Bürger? Es ist nicht in meinem Interesse, daß uns Bürgern weniger Geld für gemeinnützige Dinge zur Verfügung stehen, nur weil Millionären geholfen wird.

  4. Robin Hood
    23. November 2015 at 17:45

    Taktiererei von Herrn Köhne und Herr Burmeister fällt drauf rein. Es ist doch klar, dass der Bau des Gehweges in dem vorgesehenen Bereich viel teurer wird als auf dem geraden Teil vom Ortszentrum aus und für 40.000 nie machbar ist. Hier geht es knallhart um jede Menge Geld!!! Und wenn ich mir ein Auto kaufe, dann kann es nicht sein, dass der Autobauer mir eins mit zwei Rädern liefert. Köhne kann kein Weg bauen ohne ihn geplant zu haben. Wenn er sich zum Bau verpflichtet hat, dann muss er und nicht die Steuerzahler auch die Planungskosten löhnen.

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