Hintergründe: Was die DFS über easyjet und die Hoffmann-Kurve sagt

7. August 2021
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Ausgelöst durch den Schulzendorfer-Beitrag “easyJet pfeift vorerst auf die Hoffmann-Kurve”, hat sich ein Zeuthener aus der Seestraße mit einer Anfrage an die Deutsche Flugsicherung (DFS) gewandt. Im Mittelpunkt stand die Aussage von DFS-Sprecher Stefan Jaekel, „Die Airline (easyJet-die Red.) hat uns mitgeteilt, dass sie die Hoffmann-Kurve vorerst nicht mehr fliegen wird.“.

Wir veröffentlichen auszugsweise die Korrespondenz mit dem Einverständnis beider Seiten.

 Der Zeuthener schrieb:

„Ich hatte es bisher so verstanden, dass die DFS im Auftrag des Bundes die Flugsicherungsaufgaben u.a. am BER übernimmt. Dazu gehörten nach meinem bisherigen Verständnis die Vorgabe und Überwachung von Flugrouten gegenüber den Airlines.

Das vorstehende Zitat liest sich demgegenüber eher so, als ob die Airlines nach Gutdünken entscheiden können, wie Sie zu fliegen gedenken und Ihnen als DFS dies dann zur Kenntnisnahme mitteilen?!? Ich hatte die Rolle der DFS bisher anderes verstanden. Ebenso war ich bisher davon ausgegangen, dass es klar definierte Voraussetzungen dafür gibt, dass eine Fluggesellschaft beim Start von der Südbahn Richtung Osten von der Hoffmann-Kurve abweichen darf und den 15°-Knick nach Südosten überhaupt nutzen darf.“

Im BER-Tower (Foto: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH)

Im BER-Tower (Foto: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH)

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Das antwortete DFS-Sprecher Jaekel:

„Wenn uns ein Pilot vor dem Start mitteilt, dass er eine bestimmte Route etwa aus technischen Gründen nicht fliegen kann, dann wird ihm die Ausweichroute zugewiesen – das gilt nicht nur für die Hoffmann-Kurve, sondern für alle anderen Routen auch. Das hat nichts mit Gutdünken oder Kenntnisnahme zu tun, sondern mit dem Sicherheitsgedanken, der immer an erster Stelle steht und stehen muss.

Sie gehen zu Recht davon aus, dass es Voraussetzungen geben muss, um die Ausweichroute der Hoffmann-Kurve zu nutzen. Eine dieser Voraussetzungen – technische Gründe – ist hier erfüllt. Und steht so auch als Zitat auf schulzendorfer.de („Dies liegt offenbar an den jeweiligen Bordcomputern (Flight Management System = FMS), die die Beschreibung der genannten Route unterschiedlich interpretieren bzw. im System übersetzen.“)

Uns ist durchaus bewusst, dass es für Sie keine einfache Situation ist, da Sie aufgrund der räumlichen Nähe zum Flughafen bereits von den Anflügen bei Westwind betroffen sind. Genau aus diesem Grund haben wir als DFS den Vorschlag der Hoffmann-Kurve als lärmmindernde und zusätzliche Variante gerne übernommen. Und genau aus diesem Grund wollen wir auch, dass dieses Abflugverfahren weiter genutzt wird und bestehen bleibt. Wenn bei einer Airline aber technische Details dagegensprechen, können wir sie nicht zwingen, diese Route abzufliegen.

easyjet arbeitet an einer Lösung. Die DFS schaut sich die Umsetzung genau an und bleibt dazu, wie schon in der Vergangenheit, in engem Austausch mit easyjet, den anderen Fluggesellschaften sowie unserer Aufsichtsbehörde, dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, welches sämtliche Routen am BER festgelegt hat.

Ich kann die aktuelle Situation nicht verhindern. Ich kann nur sagen, dass die DFS ihr Möglichstes tun wird, um die Route auch künftig beizubehalten und dass sie von möglichst vielen Flieger/ Airlines genutzt wird – so wie das auch in den vorherigen Monaten der Südpisten-Nutzung (April und Juni) der Fall war.“

easyjet fliegt die Hoffmann-Kurve vorerst nicht.

easyjet fliegt die Hoffmann-Kurve vorerst
nicht.

13 Responses to Hintergründe: Was die DFS über easyjet und die Hoffmann-Kurve sagt

  1. 12. August 2021 at 18:57

    Da soll mit dieser Kurve also Lärm vermieden werden. Das Ergebnis kann sich jeder in Ragow und Brusendorf anhören. Toll.

  2. Siegfried Paulu
    11. August 2021 at 11:12

    Lieber User Siegfried Paulu, Ihren Beitrag veröffentlichen wir nicht, der Inhalt verstößt gegen unsere Nutzungsbestimmungen. Er enthält nicht nur falsche Tatsachenbehauptungen sondern auch Anfeindungen und Schmähkritik. Alles ist hier unerwünscht.

    Redaktion
    Michael Wolff

  3. Oliver
    9. August 2021 at 12:30

    Easyjet testet hier aus wieviel Profit auf Kosten der Anlieger zu machen ist.
    Wenn man eine ordentliche Schallschutzabgabe einführen würde, für alle Airlines, die die Hoffmannkurve nicht fliegen, dann wären die Sicherheitsbedenken bei Easyjet in Nu verflogen…

    Weist die FBB jetzt eigentlich neue Schutzgebiete aus für Schallschutz, den sie dann doch nicht durchführen lässt ???

    Mal schauen ob das hier noch ein Wahlkampfthema werden kann.

  4. Easy Jet fliegt mit defekten Flugzeugen
    9. August 2021 at 10:09

    Die Darstellung von EasyJet und dem DFS grenzt schon an Hohn.
    “Technische Gründe” impliziert das EasyJet hauptsächlich mit defekten Flugzeugen (44 Flugzeugen pro Tag) fliegt.
    Oder das Personal ist nicht entsprechend qualifiziert.
    Anders kann ich es mir nicht erklären, das bis auf wenige Ausnahmen alle anderen Fluggesellschaften auch mit den Typen A319 / A320 /321 die Hoffman Kurve ohne Probleme fliegen können.
    EasyJet ist bis vor kurzem auch die Hoffman Kurve geflogen.
    Hier wird ausschließlich Flugbenzin auf kosten der Anwohner gespart, um am unteren Ende der Ticket Preise möglichst provitabel zu fliegen.

  5. Selbstgefallen !
    9. August 2021 at 09:33

    @Marcus
    https://www.vdgn.de/presse/pm-einzelansicht/article/flughafen-eroeffnet-anwohner-beim-schallschutz-betrogen/

    Vielleicht hilft Ihnen dieser Beitrag weiter. Nach Auffassung der Landesregierung und der FBB ist der Bürger an dem Zustand daran schuld. Schallschutz bedeutet aber eben nicht, dass hier nur Schallschutzfenster helfen. Die FBB mit ihren Fachleuten weiß nicht wie es geht, aber omchen kann alles.

    Nun kommt das Grundübel wieder zu Tage, jeder denkt nur an sich,. 100 000 Einwendungen zum BBI waren zu wenig, was haben Sie gegen die Standortentscheidgung getan ? Tina Fischer gewählt ?

  6. Galle
    9. August 2021 at 09:10

    @ Marcus Sind sie mal bitte so freundlich und benennen das gesetz oder die zusage, dass auch nur ein einiger zeuthener anspruch auf Schallschutz hat . Danke

  7. Luftkurort Schulzendorf
    9. August 2021 at 09:01

    @Marcus https://www.dfld.de/Mess/StatTag.php?L=G&E=D&D=05.08.2021&R=002&StatNr=057

    Ihre Antworten zur Notwendigkeit von Schallschutz- Lachen ist lauter !

  8. Galle
    9. August 2021 at 08:41

    @ Marcus Fasse dich mal an die eigene nase ! Durchschnittlich wird jeder haushalt in der einflußschneise um 40 000 € schallschutzgeld von der ffb geprellt- die fbb hat kein schallschutzkonzept was die bürger schützt. Und was laut ist – wissen die KW und wildauer ? , ich habe mich am 5,8. 2021 am clubhaus an der dahme aufgehalten und mir ihr luxusproblem angehört. Sie wissen nicht wovon sie schreiben ! Selbst der Eisenbahn und Autobahnlärm ist da störener. Da die bi wildau sich auch aufgelöst hat, scheint ihr ego auch hier deutlich ausgeprägt zu sein.

  9. Marcus
    8. August 2021 at 20:59

    Und immer wieder das St.Floriansprinzip und Mimimi aus Zeuthen und Eichwalde!
    Ihr habt Anspruch auf Lärmschutz!
    Durch die Hoffmannkurve werden Wildau und KW belastet, die KEINEN Anspruch haben!

  10. Galle
    8. August 2021 at 08:47

    Ralf Grünberger Haben Sie das auch dem Landrat, der DFS und EASY- yet mitgeteilt ? Ich würde Sie darum bitten ! Die Herrschaften haben schon ein Problem – technische Gründe zu erläutern !

  11. 8. August 2021 at 00:35

    Willkommen im Fluglärm ?

    Wie bereits im ersten Beitrag geschrieben:

    1. Easy-Jet Flieger am Boden lassen bis Technik wieder läuft oder Austausch durch andere Flieger der Flotte verpflichtend Bescheiden.

    2. Zusätzlich sollte eine Strafe wegen vorsätzlicher Missachtung der Flugrouten als Abschreckung verhängt werden. -> Zeichen setzten !

    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf Grünberger

  12. Galle
    7. August 2021 at 13:34

    Überstetz – Ohne Gegenwehr passiert überhaupt nicht !

  13. Heutemalohne
    7. August 2021 at 12:21

    Dann wäre doch die nächste Frage: wer überprüft das technische „Versagen“???
    Wenn der Pilot das erst erkennt, wenn er bereits auf der Startbahn steht, was läuft dann hier verkehrt?!
    Also muss die Fluggesellschaft dafür sorgen, dass es technisch möglich ist, aber das würde ja bedeuten auf Zuladung und dementsprechend auf Geld zu verzichten.
    Dieser 15 Grad Knick ist jedenfalls eine absolute Zumutung und bisher läuft der BER ja nicht mal unter Volllast.
    Und nein, es ist nicht nur easyjet, wobei die m.E. Nach die einzigen zu sein scheinen, die zusätzlich auch noch geradeaus fliegen.

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