Nachlese: Der NABU manövriert sich ins Abseits!

9. Juli 2026
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Zeuthen. 20 Jahre Streit, jahrelange Verzögerungen und jetzt ist es amtlich: Der NABU hat vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg verloren. 

Die Seestraße in Zeuthen ist seit Jahren ein Ärgernis. Holpriges Kopfsteinpflaster sorgt für Dauerlärm, bröckelnde Gehwege werden zur Stolperfalle, sichere Querungsmöglichkeiten fehlen. Für ältere Menschen, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen ist die Straße vielerorts ein Zumutung. Deshalb beschlossen 2016 gleich 19 von 20 Gemeindevertretern den Ausbau. Ein nahezu einstimmiges Votum.

Kein Einzelfall in der Seestraße: Wurzeln haben Bordsteine fest im Griff (Foto: mwBild)

Kein Einzelfall in der Seestraße: Wurzeln haben Bordsteine fest im Griff (Foto: mwBild)

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Doch dann kam die Baum-Debatte

Nach Einschätzung des Landesamtes für Bauen und Verkehr müssen rund 250 Bäume gefällt werden, weil ihre Wurzeln beim Ausbau zwangsläufig so stark beschädigt würden, dass viele Bäume langfristig ohnehin keine Überlebenschance hätten. Selbst aufwendige Schutzmaßnahmen könnten das nicht verhindern.

Für die NABU-Aktivisten war das nicht akzeptabel. Sie unterstützten zwar grundsätzlich die Sanierung der Seestraße, lehnten aber die Baumfällungen kategorisch ab. Das Problem: Wie dieser Spagat funktionieren soll, blieb von den Aktivisten unbeantwortet. Von Alternativen wurde viel gesprochen. Belastbare technische Konzepte? Fehlanzeige.

Besonders pikant: Selbst der Zeuthener Grünen-Politiker und Vegetationsexperte Professor Jonas Reif räumte ein, dass die Bäume trotz größter Vorsicht beim Bau langfristig Schaden nehmen würden. “Wurzelschäden unter der Erde sind schwer zu diagnostizieren. Und dann wundern sich alle, wenn ein scheinbar gesunder Baum plötzlich umfällt.“, so Reif.

Am Ende musste das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entscheiden und ließ an seiner Bewertung kaum Zweifel. Das Gericht erklärte den Planfeststellungsbeschluss für rechtmäßig. Die Sanierung sei nachvollziehbar begründet, die Belange seien ordnungsgemäß gegeneinander abgewogen worden. Mit anderen Worten: Die Argumente des NABU überzeugten das Gericht nicht.

Wie soll ein Unternehmen Straße, Bordsteine und Gehweg erneuern ohne bei den Arbeiten Wurzeln zu beschädigen? (Foto:mwBild)

Wie soll ein Unternehmen Straße, Bordsteine und Gehweg erneuern ohne bei den Arbeiten Wurzeln zu beschädigen? (Foto:mwBild)

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Will der NABU gestalten oder nur verhindern?

Naturschutz ist wichtig. Keine Frage. Aber wer jedes Projekt nach dem Prinzip „Alles oder nichts“ begleitet, läuft Gefahr, am Ende weder den Menschen noch der Natur einen Gefallen zu tun.

Der Fall Seestraße zeigt ein bekanntes Muster: Maximalforderungen, aber kaum umsetzbare Alternativen. Wer den Ausbau befürwortet und gleichzeitig jede notwendige Konsequenz kategorisch ablehnt, produziert vor allem eines: Stillstand. Und genau dieser Eindruck entsteht nicht zum ersten Mal. Schon beim Streit um den geplanten EDEKA-Markt in Miersdorf geriet der NABU mit seiner kompromisslosen Haltung in die Kritik.

Am Ende bleibt deshalb eine unbequeme Frage: Ist der NABU noch konstruktiver Mahner oder längst zum Dauer-Verhinderer geworden?

2 Responses to Nachlese: Der NABU manövriert sich ins Abseits!

  1. Olli
    9. Juli 2026 at 14:32

    Dem Nabu geht es nicht um die Sache,sondern nur um öffentlichen Protest und Profilierung. Frontmann Rackwitz wirbt um Teilnahme in der kommenden Woche an einem Termin mit dem RBB wegen den Bäumen. Der Drops ist längst gelutscht. Das kapiert der NABU auch heute noch nicht.

  2. Pazipan
    9. Juli 2026 at 08:43

    Nennt mich altmodisch, aber ich würde alles tun um die Bäume zu erhalten. Für mich ist das eh eine Anwohnerstrasse und die Zeiten, wo diese Strasse als Schnellstraße mit 60 oder sogar 70 km/h ? ausgewiesen wurde sind durch die parkenden Autos eh vorbei.Eine Reparatur würde m.E. entsprechend der derzeitigen Nutzung voll ausreichen.
    Ich hatte zum NABU früher auch ein gespaltene Verhältnis und finde manche Aktionen überzogen,muss aber jetzt anerkennen, dass der NABU mit die letzte Organisation ist, welche sich konsequent schützend für unsere Heimat einsetzt.
    Und da denke ich nicht nur an Windkraftanlagen und Solarparks im Naturpark Dahme Heidesee.

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