Unsichtbare Gefahr: Expertin stellt Studienergebnisse vor.

4. Juli 2026
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Schulzendorf. Was machen ultrafeine Partikel (UFP) aus Flugzeugabgasen mit unseren Kindern? Dieser Frage geht die Wissenschaftlerin Dr. Miriam Wiese-Posselt nach und darüber spricht sie am kommenden Montag in Schulzendorf.

Das Thema Ultrafeinstaub wird von der Politik oft ausgeblendet!

Das Thema Ultrafeinstaub wird von der Politik oft ausgeblendet!

Im Mittelpunkt steht die BEAR-Studie, die untersucht, wie Luftschadstoffe, insbesondere der gefährliche Ultrafeinstaub, die körperliche und geistige Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beeinflussen. Die Forschenden nehmen unter anderem die Lungen- und Herz-Kreislauf-Gesundheit, Konzentration, Gedächtnis, weitere kognitive Fähigkeiten sowie die allgemeine Lebensqualität unter die Lupe.

Das Thema ist für Schulzendorf von besonderer Bedeutung. Die geplante gemeinsame Grundschule der Gemeinden Schulzendorf und Schönefeld, das sogenannte „Leuchtturmprojekt“ der Region, liegt in der Abgasfahne westwärts startender Flugzeuge vom BER. An der südlichen Startbahn werden regelmäßig hohe Konzentrationen von UFP-Partikeln gemessen.

Welche Erkenntnisse liefert die Studie? Welche Risiken sehen die Forschenden? Und was bedeuten die Ergebnisse für Familien in der Region? Antworten auf diese Fragen gibt Dr. Miriam Wiese-Posselt bei einem öffentlichen Informationsabend.

Die Veranstaltung beginnt am Montag um 18 Uhr im Speiseraum der Grundschule in der Illgenstraße. Der Eintritt ist frei.

2 Responses to Unsichtbare Gefahr: Expertin stellt Studienergebnisse vor.

  1. Jeffrey Wichlitzky
    6. Juli 2026 at 20:53

    Der Informationsabend mit Dr. Miriam Wiese-Posselt war lehrreich – nicht nur wegen der Erkenntnisse der BEAR-Studie, sondern auch wegen dem, was in der politischen Rezeption dieser Erkenntnisse regelmäßig verloren geht.

    Die Wissenschaftlerin präsentierte den aktuellen Forschungsstand, ergänzt durch Daten des Bundesumweltamts und eine nachvollziehbare Herleitung der Messmethodik. Das Publikum – darunter immerhin die Hälfte der Gemeindevertretung – bekam, was es selten bekommt: unbearbeitete Wissenschaft.

    Doch genau diese Wissenschaft lässt weniger Raum für politische Eindeutigkeit, als die Debatte in Schulzendorf suggeriert. Die UFP-Belastung am geplanten Schulstandort liegt gemäß den Messdaten etwa 15 Prozent über vergleichbaren innerstädtischen Berliner Werten – ohne Flughafennähe. Das ist messbar, aber nicht dramatisch. Die beobachteten Unterschiede beim Messen der Atemwege belasteter Kinder sind vorhanden, statistisch jedoch nicht signifikant. Und entscheidend: Nachgewiesene Krankheitsbilder, die kausal auf die Standortbelastung zurückgeführt werden könnten, liefert die Studie nicht.

    Wer die BEAR-Studie als Argument gegen den Schulstandort ins Feld führt, müsste dieselbe Konsequenz für jede Berliner Innenstadtschule fordern.

    Was in der Veranstaltung – wie in der gesamten Debatte – nur am Rande zur Sprache kam: die Lärmbelastung. Dabei ist der Zusammenhang zwischen Fluglärm und kognitiver Entwicklung, Stresshormonausschüttung und Schlafqualität bei Kindern wissenschaftlich gut belegt und in seinen Wirkungspfaden direkter als bei Feinstaubpartikeln. Eine seriöse Risikobetrachtung müsste beide Faktoren kumulativ bewerten.

    Und während die Gemeinde über Partikelzahlen diskutiert, bleibt eine handfeste und tatsächlich messbare Gesundheitsfrage ungestellt: Welche Auswirkungen hat der chronisch hohe Krankenstand des Lehrpersonals der Malven-Grundschule auf die Kinder, die täglich dort zur Schule gehen? Dasselbe gilt für die strukturellen Lücken bei der Kita- und Hortbesetzung. Beides ist kein unsichtbares Phänomen in der Abgasfahne – beides ist täglich erlebte Realität für Schulzendorfer Familien.

    Die Studie verdient es, ernst genommen zu werden. Eben deshalb sollte sie nicht als politisches Instrument für Positionen herhalten, die sie wissenschaftlich nicht trägt.

  2. Anne
    5. Juli 2026 at 10:41

    Ein Pflichttermin für alle Standortbefürworter und betroffenen Eltern.

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Aktueller UFP-Wert

+++ Ultrafeinstaub Konzentration am BER, Maximaler Einstundenmittelwert am 02.07.2026 33.484 Partikel/cm³ (Quelle: LUIS Brandenburg). Die WHO betrachtet einen Messwert von 10.000 Partikel/cm³ als „erhöhte Konzentration“. +++

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