Herzberger – Prozess: Polizeibeamter verheddert sich in Widersprüche

6. Januar 2020
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Strafrichterin Heidrun Griehl hat heute im Prozess gegen Zeuthens Bürgermeister Sven Herzberger die Hauptverhandlung unterbrochen. Grund: Ein wichtiger Zeuge, ein Beamter, der zum Tatzeitpunkt an der relevanten Verkehrskontrolle mitwirkte, war nicht erschienen.

Herzberger wird vorgeworfen, am 28.02.2018 im Anschluss an eine nächtliche Verkehrskontrolle in eine Rangelei mit der Polizei verwickelt gewesen zu sein. Dabei soll er einen Beamten angegriffen und verletzt haben.

Sven Herzberger: "Ich würde Polizisten nie schlagen, weil der Ordnungsanspruch des Staates ein wichtiger Anspruch ist." (Foto: mwBild)

Sven Herzberger: “Ich würde Polizisten nie schlagen, weil der Ordnungsanspruch des Staates ein wichtiger Anspruch ist.” (Foto: mwBild)

Kernfrage im Prozess: Ist Sven Herzberger ein Polizistenschläger?

Zeuthens Bürgermeister weist die Vorwürfe zurück. „Es gab weder eine Verkehrskontrolle, noch eine Verfolgungsjagd. Ich habe keinen Polizisten geschlagen. Das, was ich an diesem Abend erlebt habe, war Polizeiwillkür.“, so Herzberger. Ein Deal mit der Staatsanwaltschaft kommt für ihn aus diesem Grund nicht in Frage. „Für mich ist klar: Es kann nur einen Freispruch geben.“, sagt Zeuthens Gemeindeoberhaupt.

Als Hauptzeuge wurde heute der Polizeibeamte K. ins Kreuzverhör genommen. K. war federführend bei der Verkehrskontrolle tätig. Sein Auftritt vor Gericht wurde von Beobachtern allerdings als zweifelhaft beurteilt. Eine seiner häufigsten Antworten auf Fragen von Richterin Griehl: „Ich weiß es nicht hundertprozentig.“ Zudem verstrickte sich K. in Widersprüche.

Widerspruch Nummer 1:

In der Anzeige der Polizei heißt es, der Polizeibeamte K. sei von Herzberger „niedergerissen“ worden. Vor Richterin Griehl erklärt K.: „Ich glaube, ich bin gestolpert.“

Widerspruch Nummer 2:

Der Polizeibeamte K. behauptet, dass er im Gespräch mit Herzberger und seinem Lebenspartner während der Verkehrskontrolle „Alkoholgeruch aus der Atemluft beider“ festgestellt hätte. Nach Herzbergers Aussagen gibt es ein Messprotokoll, in dem 0,0 Promille bescheinigt werden.

Widerspruch Nummer 3:

Der Polizeibeamte K. behauptet, er hätte bei der „Rangelei“ eine Verletzung im Gesicht, am Jochbein erlitten. Doch im Befund der Mediziner wurden keinerlei Prellmarken im Gesicht festgestellt, so Herzberger.

Im Gerichtssaal: Sven Herberger mit Anwalt Heinze ( Foto: mwBild)

Im Gerichtssaal: Sven Herberger mit Anwalt Heinze ( Foto: mwBild)

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„Wir werden die Aufklärung als Amtsgericht so lange betreiben, bis die Wahrheit feststeht.“, versichert der Direktor des Amtsgerichts Königs Wusterhausen, Matthias Deller.

Am 14. Januar wird die Hauptverhandlung um 9.30 Uhr fortgesetzt.

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