Aufgedeckt – Martin Stock ist Mitglied der CDU!

21. August 2022
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Wildau. Der Wahlkampf um die Bürgermeisterschaft der Stadt befindet sich in der Endphase. Die Medien berichten über ihn pausenlos. Die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) schrieb wiederholt, dass Bürgermeister Kandidat Martin Stock parteilos ist.

 „Um Punkt 18 Uhr betraten die Kandidaten die Bühne: Axel Corte, Enno von Essen, Frank Nerlich, Martin Stock und László Ungvári. Was sie alle eint: die Parteilosigkeit.“, hieß es in ihrer Ausgabe am 18. August. Und am 10.August schrieb MAZ-Reporter Pawlowski über Stock: „Zur Bürgermeisterwahl tritt er als parteiloser Einzelbewerber an.“

Martin Stock

Der Schulzendorfer ging einem Hinweis auf die Spur, wonach Stock Mitglied der CDU sei. Eine Anfrage, ob das zutrifft, ließ Stock unbeantwortet. Der CDU-Chef von Dahme-Spreewald, Björn Lakenmacher, war offen. Er bestätigte seine Mitgliedschaft in der Partei. Damit ist Politologe Stock der einzige Bürgermeisterkandidat mit Parteibuch.

Stock sieht sich als unabhängig. Jedenfalls suggeriert das sein Wahlplakat mit Grammatik Fehler. Ist das so?

Die Bedeutung des Adjektivs „unabhängig“ veröffentlicht der Duden so: „(hinsichtlich seiner politischen, sozialen Stellung, seiner Handlungsfreiheit) nicht von jemandem, etwas abhängig.“

Politisch gesehen gehört der aus Bamberg stammende Politiker dem konservativen Lager an. Einem Medienbericht zufolge wirkte er dort in der Jungen Union und der CSU. Er war in der CDU, dann auch in der FDP, für die er 2019 in Wildau zur Kommunalwahl antrat.

Er zog als Nachrücker in den Wildauer Stadtrat und gehört der Fraktion CDU/FDP an. Fragwürdig: Trotzdem Stock der FDP inzwischen den Rücken kehrte und heute Mitglied der CDU ist, nennt sich die Fraktion nach Angaben der Stadt Wildau nach wie vor CDU/FDP.

Anrüchig sind Stocks Wahlplakate. Vom üblichen Standort eines Betrachters aus, ist für den Wähler das Impressum nicht erkennbar. Nur mit Stehleiter und Lupe oder Feldstecher kann es gelesen werden.

Auf eine weitere Anfrage teilte Stock mit, dass er in der Frage seiner Parteizugehörigkeit eine Persönlichkeitsrechts Verletzung sieht. Sie spiele im Rahmen seiner politischen Bewerbung um das Bürgermeisteramt keine Rolle.

Er will jetzt prüfen lassen, ob die Anfrage des Schulzendorfer an ihn und den CDU-Kreisverband seine Persönlichkeitsrechte verletzte.

Der Schulzendorfer meint:  Es ist schlicht Wählerbetrug, wenn sich Stock auf der einen Seite als unabhängiger Kandidat hinstellt, gleichzeitig aber Mitglied einer Partei ist. Selbst wenn er nicht aktiv für die CDU antritt, so wäre es zumindest geboten gewesen, seine Partei Mitgliedschaft öffentlich zu machen und möglicherweise auch ruhen zu lassen.

Warum Stock aus seiner Mitgliedschaft in der CDU ein Hehl macht, diese Frage muss er in den letzten Wahlkampftagen der Öffentlichkeit beantworten.

23 Responses to Aufgedeckt – Martin Stock ist Mitglied der CDU!

  1. Martin Stock
    24. August 2022 at 22:15

    Lieber User Martin Stock, Ihren Kommentar veröffentlichen wir nicht. Er hat den Charakter von Wahlwerbung in eigener Sache. Die ist hier für Vertreter aller Parteien, Vereinigungen usw. unerwünscht. Das gilt auch für Mitglieder der CDU. Halten Sie sich bitte an unsere Nutzungsbedingungen.

    Sabrina Rühle
    Redaktion

  2. Frank Krüger
    24. August 2022 at 08:11

    Für Verschleierer Stock ist die Wahl wohl beendet. Nachdem sie falsche Tatsachen verbreitet hat, ist nun endlich auch die MAZ aus dem Mustopf gekommen. Stock sollte sich wenigstens entschuldigen.

  3. Olli
    23. August 2022 at 22:26

    Der wechselt ja die Parteien wie Unterhosen. Ein richtiger Vorzeigepolitiker! :-) :-) :-)

  4. Thomas Flieger
    23. August 2022 at 19:52

    @ Frau Annie: ihre Interpretationen lassen mich schmunzeln. Danke für die humorvolle Einlage.

  5. Annie
    23. August 2022 at 16:28

    Nochmals Herr Flieger, Sie fordern einerseits das “sofortige Einstellen der Denunziationen” gegen Ihren Lieblingskandidaten, andererseits rufen Sie zum Sturm auf, auf den letzten Metern des Wahlkampfs unbedingt noch das Haar in der Suppe der anderen Kandidaten zu finden. Das ist unprofessionell eigennützig, sehr durchschaubar und wirkt lächerlich.
    Ich finde es auch ungeschickt, in einer Bewerbung für so ein Amt seine Parteizugehörigkeit nicht publik zu machen. Aber darüber hinaus ist, Mitglied einer Partei zu sein, letztendlich nicht unbedingt der schlimmste “Fehler”, der jemandem passieren kann.

  6. Martin Stock
    23. August 2022 at 14:08

    Lieber User Martin Stock, Ihr Kommentar wird nicht veröffentlicht. Werbung in eigener Sache im politischen Wahlkampf sowie die Verbreitung falscher Tatsachen werden hier nicht geduldet. Halten Sie sich künftig an unsere Nutzungsbedingungen.Vielen Dank.

    Sabrina Rühle
    Der Schulzendorfer

  7. Bewohner
    23. August 2022 at 11:41

    @ Martin Stock: Da sie ja diesen Artikel lesen …

    Zitat:
    Er will jetzt prüfen lassen, ob die Anfrage des Schulzendorfer an ihn und den CDU-Kreisverband seine Persönlichkeitsrechte verletzte.

    Vielleicht könnten Sie zu dieser Passage Stellung nehmen. Mir erschließt sich nicht, warum eine solche Anfrage Ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Schließlich haben Sie sich freiwillig zur Wahl gestellt und mussten damit rechnen, dass die Frage der Parteizugehörigkeit dabei eine Rolle spielen könnte.

  8. Bewohner
    23. August 2022 at 11:27

    @Olli:

    Ihr Beitrag zeigt, dass Sie weder das Prinzip der Demokratie noch der Willensbildung in einer Partei verstanden haben. Eine Abhänigkeit scheitert bereits daran, dass man jederzeit austreten kann und trotzdem noch als Bürgermeister wählbar ist.

    Die von Ihnen geschilderten Zustände mögen vielleicht auf eine Partei zutreffen, die es bis zur Wende gab.

    Selbst in der AfD – weiß Gott kein Beispiel für eine demokratische Partei – gibt es unterschiedliche Strömungen und eine Bandbreite von Meinungen.

    @Redaktion:
    Ich bin überrascht, dass diese Herabsetzungen von “Hausfrauen” durch den Nutzer Olli nicht gegen den Kodex der Seite verstoßen. Anders als für Olli sind Hausfrauen für mich nicht dumme Geschöpfe.

    Ich würde mir hier eine Positionierung der Redaktion wünschen, die klar zeigt, dass hier keine Personengruppe beleidigt werden darf.

  9. karl berg
    22. August 2022 at 20:39

    die MAZ macht doch nur noch Hofberichterstattung, da gibt es Beispiele genug wie etwa in Bestensee, wo sie den Bürgermeister mit Samthandschuhen anpackt…kein Wunder,wenn man mit ihm befreundet ist

  10. karl berg
    22. August 2022 at 20:35

    dieser unsägliche Herr Stock sollte seine Kandidatur umgehend zurückziehen

  11. BingeLaden
    BingeLaden
    22. August 2022 at 15:37

    Was soll das für ein Bürgermeister sein, der schon vor der Wahl die Wähler an der Nase herumführt? Herrr Stock sollte seine Kandidatur zurückziehen.

  12. Olli
    22. August 2022 at 15:11

    @Bewohner: Absoluter Unsinn was Du schreibst! So argumentieren nicht mal Hausfrauen. Als Mitglied einer Partei muss ich ihrem Programm folgen. Setzt es sich nicht für das Programm ein, dann ist das Grund für ein Parteiausschlussverfahren.Sieht so Unabhängigkeit aus?

  13. Zeuthener
    22. August 2022 at 14:49

    Wer seine Parteimitgliedschaft bei einer Bürgermeisterwahl verschleiert, ist nicht wählbar.

  14. Petra
    Petra
    22. August 2022 at 14:21

    @Stock: Es ist eine Schande welche Statements Sie hier loslassen. Hätten Sie nur ein bisschen Anstand, hätten Sie sich in alle Öffentlichkeit entschuldigt. Ich halte Sie für völlig unglaubwürdig. Die MAZ schießt wieder mal den Bock ab. Kein Wunder, dass sie immer weniger lesen wollen.

  15. Bewohner
    22. August 2022 at 13:37

    Eine Parteimitgliedschaft bedeutet doch nicht, dass jemand abhängig von dieser Partei ist.

    Das würde ja bedeuten, dass ich abhängig von einem Fussballverein bin.

    Aber offensichtlich dient der Artikel nur der Wahlwerbung für den Wunschkandidaten der “Redaktion”.

  16. Martin Stock
    22. August 2022 at 09:18

    Replik auf das Statement von Herrn Flieger:

    Damit sich die Redaktion nicht unnötig Mühe machen muss, eine ganz kurze Erklärung. Ich bin aus der FDP aus drei Gründen ausgetreten:
    1.) weil mir die Aktivitätsquote im OV zu gering war
    2.) weil wir irgendwie ständig in irgendwelche Streitigkeiten auf Kreisebene und im Nachbar OV einbezogen wurden und man sich da permanent im Freund-Feind-Spektrum wiederfand
    3.) und das ist der Hauptgrund, weil mir der Personenkult um Lindner als One-Man-Show und seine Personalpolitik nicht mehr passte, übrigens eine grundsätzliche Ablehnung von Personenkult, jeglicher Art.

    Dennoch pflege ich auch heute noch gute Bekanntschaft mit einigen der damaligen Mitstreiter.
    Wie das bei den anderen beiden war, sollten diese , wenn es interessiert selbst erklären.

  17. Marina Kreisel
    22. August 2022 at 08:54

    Auch mir ist ein Fehler unterlaufen, der sich hier leider nicht korrigieren lässt, schade.

  18. Marina Kreisel
    22. August 2022 at 08:50

    Über die Qualität des Artikels kann man streiten – aber wer Fehler auf dem Wahlplakat anspricht, sollte sie im eigenen Text vermeiden.

    Ansonsten zum Problem selbst: Wer sich im Zusammenhang mit seiner Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters zu schade ist, über seine Parteizugehörigkeit /Parteilosigkeit eine klare Auskunft zu geben (wie hier demonstriert), der wird vielleicht auf der Seite von Wählern zusätzlich Nachdenklichkeit bewirken, besonders gegenwärtig; denn die Öffentlichkeit kann erneut sehr eindrückliche Beispiele erleben für Gedächnislücken und – zurückhaltend formuliert – Trickserei, bundesweit, ebenso im Lande Brandenburg. Darauf haben viele Bürger/innen nicht wirklich Lust – angesichts der spezifischen Situation im eigenen Hause Wildau, die ja verbesert werden soll, wohl erst recht nicht? Ein Bewerber sollte m. E. folglich alles vermeiden, was den Eindruck von Unglaubwürdigkeit befördert oder Medien günstige Nahrung dafür liefert.

  19. Oliver Bittner
    21. August 2022 at 19:29

    Tja, „Wer die Wahl hat, hat die Qual“
    Bei der letzten Wahl zwischen „Pest und Cholera“.
    …und dieses Jahr?
    Wieder kein Wildauer Kandidat.
    Die Wahlbeteiligung wird bei den „langjährigen Wildauern“ vermutlich entsprechend ausfallen.
    Zum Glück wächst Wildau auch in dieser Hinsicht.

  20. Thomas Flieger
    21. August 2022 at 18:39

    Liebes Schulzendorfer-Team,
    Danke für die gute Recherche!
    Interessant ist für die Wildauer Wähler auch, dass 4 der bislang kommunizierten parteilosen Kandidaten früher bereits Parteimitgliedschaften bei FDP ( drei ) oder SPD ( einer ) bis vor wenigen Jahren verzeichnet haben.
    Sicher ist es interessant für die Wähler, was die Gründe der Beendigung der Mitgliedschaften war.
    Bestimmt kann diese Frage durch Euch diese Woche nochmal recherchiert werden.

  21. Jörg Fibranz
    21. August 2022 at 17:37

    Kein Unrechts Bewusstsein und dann noch zickig sein.Was ist nur mit unseren Parteien los.

  22. O.Fischer
    21. August 2022 at 17:36

    Die MAZ kann man wirklich nur zum Fische einpacken nutzen.

  23. Martin Stock
    21. August 2022 at 16:49

    … ich zahle sogar Mitgliedsbeiträge an die CSU!

    Vielen Dank für den Artikel, der ist richtig gut geworden!

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