Verkalkuliert: Kosten für Schulerweiterung explodieren

20. Dezember 2020
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Die Erweiterung der Grundschule Schulzendorf wird deutlich teurer als geplant. Bürgermeister Mücke (SPD-nominiert) kündigte im Oktober 2019 Kosten für Bauwerk und technische Anlagen von rund 3,7 Millionen Euro an. Jetzt erklärte Mücke, dass die Gesamtkosten bei 7,27 Millionen liegen werden. Auch die kalkulierten Kosten von 5,25 Millionen Euro für den Generalunternehmer erhöhen sich um etwa 12 Prozent. Insgesamt eine Kostenexplosion auf Steuerzahlerkosten!

Rathaus

Die zieht schwere Folgen nach sich: Verpflichtungsermächtigungen für geplante Großprojekte müssen vorerst zurückgeschraubt werden. Beispielsweise 1,5 Millionen Euro für den Neubau der Kita in der Herweghstraße und 200.000 Euro für Straßenbeleuchtung.

Es wird immer alles teurer, woran liegt das? Der Bund der Steuerzahler: „Bei öffentlichen Bauprojekten wird allzu oft unzureichend geplant, die Kosten werden vorab kleingerechnet, um so eine Zustimmung in politischen Gremien und in der Bevölkerung zu erhalten.“

Auch sein Terminversprechen musste Bürgermeister Mücke bereits zweimal korrigieren. Einer Projekt Präsentation vom September 2019 zufolge, sollte der Schulanbau in knapp 3 Wochen, am 8.Januar 2021, fix und fertig sein. Tatsächlich dürften zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten noch nicht einmal begonnen haben.

Auch der zweite angekündigte Fertigstellungstermin zum Beginn des Schuljahres 2021/22 wurde vom Rathaus gecancelt. Wie viele Termine kommen noch?

Bedeutende Bauprojekte der Gemeinde wurden im vergangenen Jahrzehnt stets von Kostenexplosionen und Bauverzug verfolgt.

 

 

9 Responses to Verkalkuliert: Kosten für Schulerweiterung explodieren

  1. Alles nur geklaut
    22. Dezember 2020 at 08:23

    Der Billigste

    Kannst Du gut die Preise drücken,
    Stehst Du überall in Gunst
    Staat und Bürger voll Entzücken
    Rühmen Deine große Kunst.

    Gute Arbeit laß beiseite,
    Öuäl Dich nicht mit Handwerksbrauch.
    Niedrige Preise nur bereite-
    Dann hast Du den Zuschlag auch.

    Baukunst ist nur öde Lehre,
    Kalkulieren, das ist Blech,
    dass der Auftrag Dich beehrte,
    unterbiete immer frech ;

    Denn von unten bis nach oben,
    gutes Werk man nicht mehr kennt,
    überall hört man nur loben,
    stets den billigsten Submittent.

    Brauchst auch keine Warenkunde,
    Mensch, laß das Studieren sein !
    Mit dem allergrößten Schunde
    Seif den Auftraggeber ein.

    Denn die Menschen hier auf Erden,
    die verzeih# n Dir jede List.
    Sie wollen gern betrogen werden,
    wenn Du nur recht billig bist.

  2. hansi
    21. Dezember 2020 at 14:30

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    Sabrina Rühle
    Redaktion

  3. Insider
    21. Dezember 2020 at 12:22

    @tunte: Was ich sagen wollte ist, die Planung durch einen GU wäre mit Sicherheit günstiger geworden, als es Leitplan angeboten hat. Der GU, der auf Modulbauweise spezialisiert ist, hat seine Planungen für die Bausteine faktisch in der Schublade. Ob er nun vier, fünf oder sechs Module nebeneinander plant, ist fast “Wurscht”, das sind ein paar Klicks auf der Tastatur, mal etwas vereinfacht gesagt. Leitplan hat Termine veröffentlicht, die völlig unrealistisch waren. Und wenn ich mir auf ihrer Internetseite die Projekte ansehe, welche sie realisiert haben, komme ich zu dem Schluss, dass Leitplan kein spezialisierter Modulbauer ist. Und an so einen wollte Bäumer die Planung geben. Seine Sicht war völlig richtig. Wenn ich eine Straße bauen will, laß ich sie auch nicht von einem Architekten, sondern von einem Straßenbauingenier planen. Leider sitzt in der Gemeindevertretung kein einziger mehr, der die nötige Sachkentnis hat und sich nicht von Mücke/Sonntag ein X vor dem U machen läßt. Gemessen an der technischen und organisatorischen Abwicklung von Bauprojekten in den zurückliegenden Jahren habe ich allergrößte Zweifel an der Kompetenz des Bauamtes. Weder beim Zaunbau Friedhof, der Kita Löwenzahn, dem Hortanbau, der Kita Thälmann Str., dem Straßenausbau, dem Brückenbau in der Bebel Straße usw. usw. haben sich unsere Fachleute Lorbeeren verdient. Ein Millionenbetrag Mehrkosten zu den ursprünglich angenommenen bei der Schulerweiterung zeugt in meinen Augen jedenfalls nicht von einer soliden Kalkulation. @Volker: Und das ist sehr wohl eine”Kostenexplosion”!!!

    Allen frohe Weihnachten und beste Gesundheit.

  4. tunte
    21. Dezember 2020 at 07:15

    @Insider Das ist mir zu einfach. Die Kita in Senzig, die Terme in Werder sind Beispiele, wo Gu auch nicht geklappt hat.

    Es gibt auch meiner Sicht zwei Probleme :

    1. Man rechnet sich alles schön, um sein Lieblingsprojekt zu bekommen- sonst würde es ja wegen zu hoher kosten abgelehnt.

    2. Dann muß man ja sein Ego hinaushängen und mit Leuten bauen, die man unbedingt will, oder weil sie billig sind.

    Und dann gibt es noch die Auslastung der Baubetrieb, die natürlich alle auf Dummdorf mit ihrer all bekannten Verwaltung + BW warten.

  5. Bine
    Bine
    20. Dezember 2020 at 21:50

    Wann wird in Deutschland endlich ein Gesetz verabschiedet, nach dem politische Verantwortungsträger haftbar gemacht werden können?

  6. Olli
    20. Dezember 2020 at 19:49

    Es wäre auch ein Wunder, wenn ein Bau mal halbwegs glatt laufen würde. Aber Steuergeld ist ja genug da.

  7. Peter Siegert
    Peter Siegert
    20. Dezember 2020 at 17:21

    Wenn ich Verpflichtungsermächtigungen anderer Bauprojekte wegen der Schulerweiterung von 1,7 Millionen auf null setzen muss, dann ist das ist schon ein ordentlicher Sprung. Und da kann man schon sagen, dass das eine Explosion ist. Ob nun eine kleine oder eine große mag dahingestellt sein.

  8. Insider
    20. Dezember 2020 at 14:44

    Es gab einen Beschluss, den Anbau in die Hände eines GU zu legen. Das finde ich nach wie vor richtig. Trotzdem hat das Amt noch lange die konventionelle Bauart verfolgt. Das kostete Zeit und Geld. Herr Bäumer hat immer gefordert, dass auch die Planung in die Hand des GU soll. Das wurde nicht gemacht, sondern ein Büro beauftragt, dass sich in modularer Bauweise offensichtlich nicht so ganz auskennt.

  9. Volker
    20. Dezember 2020 at 11:33

    Zu doof zum Rechnen ist zuerst der Schulzendorfer, der eine Steigerung um 12% als Explosion bezeichnet.

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