TOP-ÖKOLOGIN: Ortsumfahrung und Naturschutz nicht vereinbar!

6. September 2022
Von

Schulzendorf. Wie der Landkreis Dahme-Spreewald jüngst erklärte, sind die Planungen für die südliche Umfahrung des Altdorfes angelaufen. Aus Lübben hieß es, man werde das heiße Thema Naturschutzgebiet “Waltersdorfer Flutgrabenaue” in enger Abstimmung mit den Naturschutzverbänden behandeln.

Der Schulzendorfer fragte beim NABU Dahmeland nach. Dort tappte man völlig im Dunkeln. „Der NABU-Regionalverband wurde bisher in keiner Weise involviert bzw. offiziell beteiligt. Wir wissen nichts über den Stand der Planungen und Abstimmungen.“, konstatierte Juliane Bauer, Vorstandsmitglied des Verbandes. Die Ökologin ist bei der obersten Landesbehörde für Umwelt in Berlin beschäftigt.

NABU

Extrem selten: Dieser Wachtelkönig aus der Flutgrabenaue wurde 2020 zu wissenschaftlichen Zwecken beringt. (Bildmontage/Fotos: NABU/mwBild)

Was manchem nicht bekannt ist: Die Flutgrabenaue ist nicht nur ein Landschaftsschutz-, sondern ein Naturschutzgebiet, das einen vergleichbaren Schutzstatus wie ein Nationalpark besitzt. Er schließt jegliche Bebauung aus.

Ein Landschaftsschutzgebiet hingegen dient vielmehr der menschlichen Erholung und der Erhaltung der landschaftlichen Schönheit, ist also aus Naturschutzsicht „geringer“ zu bewerten.

Die NABU-Vorstandsfrau weiter: „Das Naturschutzgebiet darf unseres Erachtens nicht durch eine Straße zerschnitten werden. Das wäre ein klarer Verstoß gegen die Schutzgebietsverordnung.“

Nach Bauers Angaben existiert zwischen Berlin bis etwa auf südliche Höhe von Löpten/Groß Köris im Schutzgebiet das letzte Vorkommen des vom Aussterben bedrohten Wachtelkönigs. Außerdem leben dort viele Amphibien- und andere, besonders und streng geschützte Vogelarten.

Das Fazit der Ökologin: „Das Naturschutzgebiet ist einer der letzten zusammenhängenden und unzerschnittenen Räume wertvollster Kulturlandschaft in unserer Region. Der Bau der Ortsumfahrung ist mit den Schutzzielen der Verordnung nicht vereinbar.“

Bauers Aussagen dürften in Lübben Schnappatmung auslösen.

6 Responses to TOP-ÖKOLOGIN: Ortsumfahrung und Naturschutz nicht vereinbar!

  1. Andreas
    7. September 2022 at 13:13

    Immerhin hat der BER eine ganze Menge Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. In der Zülowniederung zum Beispiel.

  2. Oliver
    6. September 2022 at 15:43

    Naturschutz interessiert die Verantwortlichen nicht im Geringsten!
    Der beste Beweis ist der BER, da hat man die Umweltverträglichkeit einfach nicht geprüft, weil das Ergebnis nicht gepasst hätte.

    Das wird hier genau so laufen.
    Es zählt der Profit!

    Mensch und Natur stehen zwar im Mittelpunkt aber somit allem im Wege…

  3. Petra Prochaska
    6. September 2022 at 09:24

    Karo genau – auf die Instandsetzung der Gehwege in der Rosa-Luxemburg-Str warten die Schulzendorfer schon seit Jahren.
    Ende August (2022 !) sollte es nun endlich auf einer Seite losgehen.
    Und ? Wir haben den 6. September

  4. karo
    6. September 2022 at 08:20

    nach ber die nächste umweltschande. was haben wir nur gewählt. zerstörer unsere heimat. unsere kinder werden später nicht einmal mehr wissen was natur ist. aber alles für die autofahrer. wann wird etwas für die fussgänger getan? abgesehen von der verschwendung unserer steuergelder.

  5. Altdörfler
    6. September 2022 at 07:55

    Die CDU und der zugezogene Herr Kolberg spielen bei diesem Projekt eine unrühmliche Rolle. Vom naturschädlichen Projekt profitieren am meisten Waltersdorf (damit man nicht so lange an der Ikea Kreuzung stehen muss) und der Landkreis (wegen seiner Rettungswache). Die Straße soll meinetwegen gebaut werden, aber nicht nur ein Naturschutzgebiet.

  6. Bine
    Bine
    6. September 2022 at 06:44

    Erst der BER, dann die CDU die Schulzendorf zubetonieren will und jetzt kommt der Landkreis, der eine Straße durch ein NSG bauen will. Spinnen die Verantwortlichen? Werden wir Bürger auch mal gefragt oder wird vom Schreibtisch aus nach Aktenlage entschieden? Unfassbar!!!

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