Straßenausbau: Jetzt geht’s los!

12. März 2011
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Über mehrere Jahre wurde es geplant und in zig Debatten zum Teil sehr kontrovers darüber gestritten. Die Rede ist vom 16 Kilometer Straßenausbauprojekt in Schulzendorf. Für 9,67 Millionen Euro erhalten die Schulzendorfer befestigte Straßen, Grundstückszufahrten und eine Straßenbeleuchtung. Allerdings liegen für das Liefern und Aufstellen der Leuchtpunkte bislang keine Kostenangebote vor.

Eine Arbeitsgemeinschaft (Arge) wird das Straßenprojekt in den nächsten vier Jahren umsetzen. Zu ihr gehören drei Firmen: RAKW GmbH aus Wildau, die TRP Bau GmbH aus Stahnsdorf und die B &K Verkehrs- und Wirtschaftswegebau GmbH. Das Firmenkonstrukt ist für die Dauer der Straßenbauarbeiten in Schulzendorf zeitlich begrenzt. Die technische Geschäftsführung haben die Wildauer Rohr- und Anlagenbauer und die kaufmännische  die Straßenbauer aus Stahnsdorf inne. Vier Bauingenieure  kalkulierten zuvor 14 Tage lang Schulzendorfs Straßen, holten Dutzende Materialangebote ein und überprüften sie auf Herz und Nieren.

Zwischenzeitlich schien das Projekt vor dem Aus zu stehen. Die Baukosten, rund 9,25 Millionen Euro,  waren zu hoch, die Gemeinde konnte ihren Eigenanteil nicht stemmen. Es setzte ein Verhandlungsverfahren ein, in dem alle Bieter in sich gehen mussten und nach Einsparpotential gesucht wurde. Das wurde schließlich auch gefunden. So wird der Unterbau nicht mehr aus Naturschotter, sondern aus Betonrecycling erstellt. Zusammen mit Vereinfachungen im gesamten Abrechnungssystem kam man schlussendlich bei 7,75 Millionen Euro an. „Die Gemeinde hat hart mit uns verhandelt.“, gestand RAKW – Geschäftsführer Wilfried Gromotka.

Am kommenden Montag fällt der Starschuss und es geht gleich in die Vollen. Begonnen wird im Teilerschließungsgebiet 2, in der Brandenburger Straße, der Max – John Straße und der Münchner Straße.  Im ersten Jahr  sollen insgesamt 4.440 Meter Straßen fertig gestellt sein. Rund 50.000 Kubikmeter Recycling werden am Ende der vier jährigen Baumaßnahme eingebaut sein.

„Jede Firma der Arbeitsgemeinschaft wird eine Kolonne Bauarbeiter stellen und jeweils eine Straße bauen. Zwischen 15 und 20 Leute werden dann täglich den Neubau realisieren.“, so Gromotka.

Bereits seit Wochen liefen die Vorbereitungen für den Baubeginn. Die Arge musste Schachtscheine und Straßensperrungen vorbereiten und  die Gemeindeverwaltung die LAGA Untersuchungen erledigen. Dabei werden Bodenproben auf Schwermetalle nach den Vorgaben des Bundesbodenschutzgesetzes überprüft.

Doch es gibt nicht nur Befürworter des Vorhabens.  Bernd Puhle vom BürgerBündnis kritisiert Schulzendorfs Bürgermeister. „Herr Mücke hat einen Auftrag ohne ausreichende Einbeziehung der Gemeindevertretung ausgelöst, das ist aus meiner Sicht nicht in Ordnung.“, so der Fraktionsvorsitzende. Puhle und seine Fraktion will sich nun in der Sache an den Brandenburgischen Innenminister wenden und den Vorgang überprüfen lassen.

Auch die langjährigen Gemeindevertreter der Linkspartei, Klaus und Irene Burmeister wandten sich zuletzt im Februar an Bürgermeister Mücke. Ihre Vorschläge zur Minderung der finanziellen Belastung für die Bürger wurden von ihm schnell beantwortet: Nichts geht mehr! Schließlich ist der Vertrag mit der Arge unterzeichnet.

Arge Vertreter Gromotka wünscht sich für die nächsten Jahre eine gute Zusammenarbeit mit den Schulzendorfer Anliegern: “Wir werden den Schulzendorfern ordentliche Straßen bauen und natürlich alles dafür tun, dass es ein gutes Miteinander in den nächsten Jahren wird.”

Und so sieht der Bauablaufplan für das Jahr 2011 aus!

 

Das sind die Schwerpunktthemen in der nächsten Woche:

+++Im Gespräch: RAKW Chef Wilfried Gromotka beantwortet Fragen zum Straßenausbau+++ Zweiteiliger Bericht mit Dokumenten und Bildern:  Fischer Bau verklagt Gemeinde Schulzendorf vor dem Landgericht Potsdam zur Zahlung von 48.361,08 Euro+++

11 Responses to Straßenausbau: Jetzt geht’s los!

  1. Berg
    18. März 2011 at 15:57

    Alles nur Lügen von Herrn Mücke………..Es hat natürlich keine Gespräche mit der Sparkasse gegeben und nun werden viele Anwohner Ihre Immobilie aufgeben müssen.
    Wie beim heutigen Start beim Straßenausbau bewiesen wurde, hat Herr Mücke kein Verständnis für den Protest der Bürger.
    Jetzt sind unsere Gemeindevertreter gefragt. Ein Bürgermeister, den das Wohl der Einwohner nicht interessiert, sollte seine Sachen packen und zum Arbeitsamt zurückgehen.
    ICH PLÄDIERE FÜR NEUWAHLEN!!!!

  2. PRO Familie Fassungslos
    14. März 2011 at 12:08

    Es ist schon beschämend dass ich auch heute wieder keine Informationen auf der Gemeindewebseite finde.
    Herr Mücke, wo ist Ihre versprochene Transparenz?
    Hier wird von fairer Zusammenarbeit gesprochen,aber wieder sind wir Schulzendorfer/innen nur die Dummen.
    Unser Bürgermeister will mit aller Macht dieses leidliche Thema endlich vom Tisch haben !
    SEHR BÜRGERFREUNDLICH!!!!!!!!
    ICH PLÄDIERE FÜR NEUWAHLEN!!!!!
    Herr Mücke ,wann nehmen Sie endlich Ihren Hut und räumen das Rathaus,
    es ist längst überfällig

  3. Anwohner Kölner Straße
    13. März 2011 at 17:29

    @von Knuffke Frank
    Ihr Kommentar ist gut und trifft den Nagel auf den Kopf

  4. Anwohner Kölner Straße
    13. März 2011 at 17:22

    Übrigens wird gegen den RAKW Chef Wilfried Gromotka wegen Korruptionsverdacht am BBI ermittelt. Und nun darf er unsere Straßen bauen.

  5. Anwohner Kölner Straße
    13. März 2011 at 17:17

    @von Anwohner Münchener Straße
    in der Kölner Straße haben wir gestern einen Info-Brief erhalten.Eigentlich kann man Ihn gleich in den Müll werfen.
    Der Gesamtpreis der Straße sowie der m² Preis wurde uns mitgeteilt. Der ist genau so hoch wie vor einem Jahr. Hr. Mücke wünscht eine gute Zusammenarbeit und eine Zahlung innerhalb von vier Wochen nach Eingang des Bescheides. Er möchte natürlich ein wenig Geld im Voraus haben, da die Gemeinde nicht in der Lage ist,es im Voraus zu finanzieren. Noch weitere Fragen???????
    Ich hoffe nur, dass ich nicht der Einzige bin, der Klage gegen den Gebührenbescheid erhebt.

  6. Anwohner Münchener Straße
    13. März 2011 at 16:20

    Hallo,
    was für Informationsschreiben? Wir sind Anwohner der Münchener Straße und die Baumaßnahmen sollen ja, laut schulzendorfer.de, morgen bei uns los gehen. Wir haben bis heute noch kein Informationsschreiben von der Gemeinde erhalten! Man wird als Bürger wirklich im Regen stehen gelassen! Die Rechnungen werden dann sehr schnell verschickt, darauf ist Verlass! Das nennt der Bürgermeister Öffentlichkeitsarbeit. Eine Schande ist das, Herr Bürgermeister Mücke!!!!!!

  7. Knuffke Frank
    13. März 2011 at 14:05

    Jetzt gehts los! Es könnte tatsächlich so schön sein.Alle würden sich freuen,
    daß der Staat die eingenommenen Steuergelder nun wieder sinnvoll einsetzt.
    Kein Mensch würde sich ärgern,nicht mal das ärgerliche räuspern einer Maus wäre zu vernehmen.Alles ginge seinen gewohnten Gang und die Kinder würden fröhlich lärmend den Bauarbeitern zusehen.Wäre da nicht die ärgerliche “Straßenbaubeitragssatzung”,welche willkürlich festlegt,daß Hausbesitzer für das Wohl der Allgemeinheit ausgeplündert werden dürfen.
    Warum eigentlich?Sind Hausbesitzer etwa von anderen Steuern befreit?Nein,sind sie nicht,aber der Staat veruntreut unsere Steuergelder und finanziert damit ein korruptes Bankensystem,spielt Sozialamt für die Welt und füttert halb Europa durch.Deshalb werden wir ausgeplündert und da dürfte es doch eher nebensächlich sein ob wir rechtzeitig informiert werden oder auch nicht,wann der Räuber mit der Pistole vor der Tür steht,Fakt ist ..er kommt.

  8. bingeladen
    13. März 2011 at 13:16

    Ich schließe mich dem Vorredner an!
    Herr Mücke hat offenbar den Blick für die Realität verloren. In seinem “Jammer” interview mit der Märkischen Volksstimme unterstrich er doch wie gut seine Öffentlichkeitsarbeit ist. Tatsache ist: In Sachen Straßenausbau tappen jedenfalls die Betroffenen im Dunkeln. Nicht einmal Gemeindevertreter können mir die Frage beantworten, wie denn die Straßen in Schulzen dorf aussehen werden. Was werden Sie kosten?

  9. Anwohner Otto - Krien - Str.
    13. März 2011 at 12:25

    Hallo,
    was mich in dem Zusammenhang Straßenbau massiv ärgert ist die Tatsache, dass ich Informationen nicht auf der Web-site der Gemeinde Schulzendorf erfahre, sondern auf schulendorfer.de. Die Informationspolitik der Gemeinde ist in meinen Augen sehr fragwürdig. Auch die versandten Informationssschreiben lassen hier einige Fragen offen. Z.B. was kommt an Kosten genau auf mich zu? Auch ich brauche als Privatperson, wie auch die Gemeinde, Planungssicherheit.
    Wieso weiß schulzendorfer.de, wann unsere Straße gebaut wird, nur von der Gemeinde ist, via Web, bis zum jeztigen Zeitpunkt nichts zu erfahren? Das hat nichts mit einem, wie auch im Inforamtionsschreiben niedergeschrieben, fairen Miteinander zu tun. Ich hoffe, dass die nächsten Tage Klarheit für alle Betroffen bringen werden.

  10. Anwohner Kölner Straße
    12. März 2011 at 09:57

    Vielen Dank Herr Wolff für die schnelle Antwort zum Straßenausbau. Bezüglich habe ich noch zwei Fragen:
    1. sind denn schon Kosten (Richtpreise) bekannt die auf uns Anwohnern zukommen
    2. wieso verklagt die Firma Fischer Bau unsere Gemeinde

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