Schulstandort: Wald-Protestler drohen Rathaus mit Zoff (Teil 1)

22. März 2021
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Die Zeuthener Waldretter haben einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge dem Rathauses „im äußersten Fall“ juristischen Zoff angedroht, falls ihre Einwände gegen den geplanten Schulstandort südlich der Münchner Straße vom Gemeinderat unberücksichtigt bleiben.

Die Protestler werfen dem Rathaus vor, ein „infrastrukturelles Chaos“ zu produzieren, die Ortsentwicklungsplanung sei nicht „ausgereift“.

Gemeinderat sandte zweimal klares Signal aus

Im Herbst 2020 fiel im Zeuthener Gemeinderat mehrheitlich die Entscheidung zum Standort. Und Anfang 2021 wurde sie bei einer zweiten Abstimmung, wenn auch knapp, indirekt erneut bestätigt.

Bürgermeister Sven Herzberger: „Natürlich kann man im Nachhinein getroffene Entscheidungen auch überprüfen und gegebenenfalls aufheben und ändern. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn es neue, bisher unberücksichtigte Fakten zum Sachverhalt gibt. Und die gibt es eben nicht.“

Das sieht die Fraktionschefin der Grünen, Anika Darmer, völlig anders. „Die Petition der Interessengemeinschaft zum Erhalt der Zeuthener Heide mit ihren mehr als 800 Unterschriften aus ganz Zeuthen stellt einen neuen Sachstand dar.“, so die Abgeordnete.

Sven Herzberger (Foto: mwBild)
Sven Herzberger (Foto: mwBild)

Doch es ist kein Geheimnis, dass es bei der Unterschriftensammlung nicht ganz mit rechten Dingen zuging. So soll es Doppelunterschriften und nicht existente Wohnanschriften in den Listen gegeben haben. Der Schulzendorfer wollte ein Blick in sie werfen, die Initiatoren lehnten das ab. Grund: Geheim, wegen des Datenschutzes!

Undemokratisch und undurchschaubar?

Die Kampagnenorganisation gerät indessen zunehmend mehr unter Beschuss. Zeuthener meinen, die Waldretter seien nebulös und undemokratisch.

„Man kann nicht solange abstimmen lassen, bis möglicherweise das gewünschte Ergebnis zustande kommt. Wir haben die Gemeindevertreter gewählt und dann muss man ihr Urteil auch akzeptieren. So gehört es sich für Menschen mit demokratischen Anstand.“, findet Waltraud Möncke aus dem Falkenhorst in Miersdorf.

Raimund Kramer, Zossens Co-Bürgermeister, Anwohner am geplanten Schulstandort, Rebell der Wald-Protestler. (Bildmontage Bliefert/mwBild)
Bald in Zeuhen an der Tagesordnung? Rabatz von Baum-Rettern. Raimund Kramer, Zossens Co-Bürgermeister, Anwohner am geplanten Schulstandort, zählt zu den Köpfen der “Zeuthener Waldretter”. (Bildmontage Bliefert/mwBild)

Tatsache ist, dass sich die selbst ernannte Bürgerinitiative eher verborgen als basisdemokratisch, offen und transparent präsentiert. Bei ihrer Unterschriftensammlung nannte sie weder Ansprechpartner noch Rufnummer, unter der man Nachfragen stellen konnte. Auch heute ist sie unauffindbar. Öffentliche Sitzungen der Führungsspitze – Fehlanzeige.

Lesen Sie im Teil 2: Was sind die Waldretter? Protestbewegung, Bürgerinitiative oder Speerspitze der Grünen? Was Bürgermeister Herzberger zur Zoff-Ankündigung sagt.

3 Responses to Schulstandort: Wald-Protestler drohen Rathaus mit Zoff (Teil 1)

  1. Bernd Puhle
    25. März 2021 at 13:37

    “Ein Eingriff in die Natur soll nur so intensiv wie nötig erfolgen”, sagt Herr Herzberger. Eine leere Worthülse. Das behaupten alle, die mit dem Naturschutz wenig am Hut haben.
    Ist es z.B. nötig, die Fahrbahn in der Seestraße (L 401) zu verbreitern, die eine Fällung aller Alleebäume nach sich zieht, wohlgemerkt ersatzlos. Die Straße ist in Zukunft kahl. Sieht so unsere Zukunft aus?
    Besonders enttäuschend in diesen Fragen ist die Haltung der “Grünen”. Überall wo sie jetzt Macht oder Einfluss haben, verhalten sie sich nicht anders als die Vertreter der anderen Parteien. Wirtschaft geht vor Naturschutz. Bestes Beispiel ist Herr Kretschmann in Baden-Württemberg:
    Der Ausbau der alternativen Energie geht überhaupt nicht voran, dafür wird die Autoindustrie hofiert.

  2. Normalo
    23. März 2021 at 09:19

    @Jörg: ich sehe das genauso, da bleibt nicht viel zu ergänzen. Unglaublich plump, was soll so etwas in der heutgen Zeit.

  3. Jörg
    23. März 2021 at 07:09

    Es ist immer das selbe Theater – Die Leute , die von demokratisch reden, sollten sich mal so an die Nase fassen – warum. wenn ihnen selbst was nicht passt, dann reden sie ganz anders.

    Egon Bahr hat mal sinngemäßt gesagt, es geht um Interessen – da bleibt die Demokratie ungehört.

    Egal, welche bezahlten Wahlpolitiker uns etwas vorgauklen, sie verpassen alle nur unser schwer verdientes Geld ohne Gegenleistung. Für soziale und bürgerfreundliche Dinge, da sind nur gemeinnützliche ehrenamtliche Vereine zuständig.

    Zur Fotomontage ; unglaublich unmöglich !

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