Nachlese: Die Bruchlandung der CDU ist keine Überraschung

28. September 2021
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Der große Wahlverlierer vom Sonntag in Dahme-Spreewald heißt CDU. In Scharen haben sich Bürger von ihr abgewendet. Mehr als zehn Prozent der Stimmen verloren die Konservativen. Jana Schimke wurde im Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis von Sylvia Lehmann (SPD) abgehangen. Bei den Zweitstimmen überflügelte sogar die AfD Lakenmacher, Schimke, Kolberg und Co. – was für ein Desaster.

Es war ein Absturz mit Ansage. In einer Leserumfrage des Schulzendorfer kurz vor der Bundestagswahl setzten nicht einmal zehn Prozent der Teilnehmer auf die CDU.

Ursache für die Bruchlandung sind nicht nur die bizarren Skandale der Bundes CDU, das Totalversagen von Bundesgesundheitsminister Spahn in der Pandemie oder der Impfskandal um den CDU-Oberbürgermeister von Cottbus. Der Kollaps ist auch auf den Sittenverfall der CDU Dahme-Spreewald zurückzuführen.

Die Tage von Joachim Kolberg im CDU-Kreisvorstand sind gezählt. (Foto: mwBild)

Die Tage von Joachim Kolberg im CDU-Kreisvorstand sind gezählt. (Foto: mwBild)

Die Entscheidung der Kreis CDU, die umstrittene Personalie Georg Hanke (SPD) bei der Wahl zum Chef des Kreistages zu unterstützen sorgte für Kopfschütteln in der CDU-Wählerschaft. Zumal in der eigenen Fraktion ein kompetenter Kandidat zur Verfügung stand.

Auch die CDU Königs Wusterhausen war bei der Bürgermeisterwahl 2021 überfordert, einen eigenen Bewerber aufzustellen. Stattdessen unterstützte sie eine frühere SED/PDS-Funktionärin in der Kandidatur. Das löste bei den konservativen Wählern Schnappatmung aus.

Schulzendorfs CDU-Chef Kolberg musste auf Druck der Öffentlichkeit wegen seines Führungsstils nach Gutsherrenart und seiner Machtgier den Vorsitz im Gemeinderat niederlegen. Kolberg hatte sich 2019 mit den Stimmen der AfD zum Gemeinderatschef wählen lassen.

Der Kreis-CDU wird angelastet, dass sie im Homuth-Skandal kein leidenschaftliches Interesse an der Aufklärung von Mauscheleien zwischen dem Rathaus in Wildau und dem Lübbener Landratsamt hatte. Insider glauben, dass eine Aufhellung der Angelegenheit führende CDU-Politiker in Wildau in Bedrängnis gebracht hätte.

Dass die CDU-Direktkandidatin Jana Schimke jüngst im Zoff um die Hoffmann-Kurve öffentlich easyJet-Chef Erler statt Tausenden Lärmbetroffenen zur Seite sprang, dürften ihr unentschlossene Wähler übel genommen und endgültig abgeschreckt haben, ihr Kreuz hinter der CDU zu machen.

Ein „Weiter so“ darf es in der CDU nicht geben. Aber wie dann? Ein echter Aufbruch ist nötig und der fängt mit dem Rücktritt der Spitze des CDU-Kreisvorstands an.

7 Responses to Nachlese: Die Bruchlandung der CDU ist keine Überraschung

  1. Bernd Puhle
    2. Oktober 2021 at 14:43

    Ja, die Oppositionsbank kann der CDU nach 16 Jahren Vormachtstellung nur guttun. Danke den Wählern!
    Im Landkreis LDS kann man aber der SPD auch kein besseres Zeugnis ausstellen.
    Die Liste der Fehlleistungen ist genauso lang wie bei der CDU und an der “Glanzleistung” des sogenannten “Bündnis 21” in Königs Wusterhausen waren beide Parteien federführend beteiligt.
    Und jetzt, im Wahlkreis 62, als Siegerin, eine Kandidatin für den Ältestenrat in den Bundestag zu schicken, zeigt auch, wie wenig Potential die SPD im Landkreis hat.

  2. Kristian
    30. September 2021 at 11:25

    Galle: Lakenmacher hört sich selbst am gernsten reden und lacht über das Wahlvieh. Der Innenpolitische Sprecher hat in allen Belangen völlig versagt, wie die ganze CDU im Land und Kreistag.

  3. Fibranz
    29. September 2021 at 14:27

    Finde ich gut und richtig, gerade die KWer CDU hat gezeigt, das Sie unfähig ist, die Sorgen der Bürger aufzunehmen. Diese wollten mit Ennullat einen Wechsel, was haben wir Heute eine von der CDU vorgeschlagen ehemalige PDS Funktionärin die sich in den SPD Strukturen der SPD gemütlich gemacht hatte. Folge, Stillstand an allen Fronten. Macht ruhig weiter so in LD5

  4. Galle
    28. September 2021 at 18:08

    @ Kristian Im Landtag hat mal ein Abgeordneter über Lackenmacher gesagt . Er denkt alles zu können, aber Bürger kann er überhaupt nicht und will auch gar keinen kennen.

  5. Schwarzer Peter
    28. September 2021 at 15:01

    Achim Kolberg sollte auch als Vorsitzender des Ortsverbandes zurücktreten. Er hat genügend engagierte CDUler vergrault (Frau Brühl, Herr Salm Hochstätten usw). Und deshalb befindet sich der Ortsverein faktisch am Boden.

  6. Kristian
    28. September 2021 at 14:13

    Nun wird es nichts mit dem versprochenen Ministerposten für Schminke.
    Lakenmacher, Kollberg, Scheiner, Möbus und Co. werden auch aus dieser Wahl keine persönlichen Lehren ziehen.
    Die CDU – LDS klebt an ihren Posten wie die Biene am Nektar.
    Der geschlossene Rücktritt des Kreisvorstandes steht hoffentlich an andere CDU Vorstände machen es vor.
    Darauf wird der geneigte Christdemokrat in LDS aber vergeblich warten.
    Christliche und demokratische Werte vertritt diese CDU nicht mehr.
    Postenschacherei steht bei den Herren und Damen ganz hoch im Kurs.
    Pfui Teufel!

  7. galle
    28. September 2021 at 12:35

    Schulzendorfer – dass sehen wir anders. Frau Schmike – die als Direktgewählte in den letzten Jahren für die Bürger im Bundestag saß – hat für die Betroffenen des BER nichts getan und nur Hohn und Spott bedacht . Da diese Person Schimke über die Landesliste wieder in den Bundestag eingezogen ist, wird sich also nichts ändern. Selbst Genossen ( Landtagsabgeordnete ) der CDU schütteln über diese Dame nur den Kopf- also muss sie ein Vitamin B haben , dass für ihre Person mit ihrem Theaterprogramm zieht- nur der Bürger bleibt auf der Stecke – Hauptsache die Frisur sitzt. Das gilt auch für Herrn Köppen und ich frage ich ernsthaft, was dieser Pfarrer da in Potsdam macht? Und wofür dieses C im Parteinamen steht. Es ist einfach nicht zum Aushalten, wie Bürger immer noch verkohlt werden ! !!!!!!!!!!!!!!!!!

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