Linken–Ikone Dr. Burmeister sagt ADE

5. Oktober 2020
Von

Es ist keine Überraschung: Dr. Herbert Burmeister hat sein Mandat in der Gemeindevertretung Schulzendorf niedergelegt. Dass er die Legislaturperiode nicht bis zum Ende absolvieren wird, sickerte bereits wenige Wochen nach der Kommunalwahl im Mai 2019 aus linken Kreisen durch.

Ein ganz Großer verlässt die politische Bühne

.

Dr. Herbert Burmeister im Kampfmodus mit roten Boxhandschuhen, (Foto_ mwBild)

Dr. Herbert Burmeister im Kampfmodus mit roten Boxhandschuhen, (Foto_ mwBild)

Sechzehn Jahre als Bürgermeister, zwölf als Abgeordneter, davon fünf als Vorsitzender der Gemeindevertretung, Dr. Burmeister drückte in dieser Zeit der Entwicklung des Ortes unverkennbar sein Siegel auf. Bei der Kommunalwahl 2008 konnte er 2.189 Stimmen auf sich verbuchen. Kein anderer Politiker konnte in der Folgezeit ein derartiges Ergebnis erreichen, Burmeister selbst aber auch nicht.

Seinen Zenit hatte Burmeister in der Zeit als Chef des Gemeinderates: Rhetorisch gewandt, blitzschnell im Denken, geschickt in politischen Auseinandersetzungen und stets in der Lage, Brücken zwischen politischen Kräften mit unterschiedlichen Sichten zu bauen. Das Rathaus kannte Burmeister aus dem Effeff. I Er hat die Latte sehr hoch gelegt, sie ist bis heute unerreicht. Selbst seine größten Kritiker aus früheren Zeiten zollten ihm dafür öffentlich Respekt und Anerkennung.

Burmeister baute mit an einer höchst seltenen und umstrittenen, aber für die Menschen im Ort sehr erfolgreich agierenden „stillen Koalition“ aus Bürgerbündnis, CDU und Linken. Einmal verriet er, die Leitlinie seines Handelns: „ Wenn wir uns uneins sind, gibt es wenig was wir tun können. Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht tun können.“

Wie Burmeisters Stern zu verblassen begann

2017 waren es seine Aussagen zur Rechtmäßigkeit der Vorflächen, 2018 seine Position in der „Altanschließer“-Debatte, die für blankes Entsetzen in der Öffentlichkeit sorgte. Er lobte den MAWV für seine „hervorragende interkommunale Zusammenarbeit“, lediglich seine Öffentlichkeitsarbeit sei schlecht gewesen. Tausende Grundstücksbesitzer empfanden sein Urteil als Ohrfeige.

Lässt sich kein X vor dem U machen: Linkenchef Dr. Burmeister (Foto:Wolff)

Lässt sich kein X vor dem U machen: Linkenchef Dr. Burmeister (Foto:Wolff)

Während 2018 Politiker im gemeinsamen Regionalausschuss mutige Entscheidungen in der Zusammenarbeit von Eichwalde, Schulzendorf und Zeuthen forderten, trat Burmeister auf die Bremse. „Manches geht mir zu schnell“, argumentierte er.

Vor der Kommunalwahl im Mai 2019 tolerierte Burmeister die Mauschelkandidatur des Linken Kandidaten Mnich. Die Öffentlichkeit war darüber bestürzt. Am Wahltag gab es dafür die Quittung: Sogar AfD-Kandidat Marcus Hecker erhielt mehr Stimmen als Burmeister.

Der Schulzendorfer meint: Dr. Burmeister hat in Schulzendorf Geschichte geschrieben. Dafür gebührt ihm Respekt und Anerkennung

2 Responses to Linken–Ikone Dr. Burmeister sagt ADE

  1. Made in Schulzendorf
    7. Oktober 2020 at 08:41

    Der Beitrag ist nicht vollständig. Dr. Burmeister hat in Schulzendorf die Pflichtaufgaben umgesetzt – mehr nicht – und dieses mit tollen Reden untersetzt, deren Inhalt jedoch immer geglättet waren. Ein Bürgermeister und Macher war er nie, denn politisch war Schulzendorf ihm immer zu klein.

    Seine Worte und Handeln waren bei diesem politischen Menschen nie eins. Seine Unwissenheit und totale Fehlentscheidungen kostete zumindest einer Mitarbeiterin den Job und Schulzendorf die Schlagkraft des Umsetzens von kleinen baulichen Schritten. Wer es nicht versteht : Bauleistungen und Bauhof. Und nicht wenige Gewerbetreibende hat er mehr als verprellt, weil ihm das Handwerk in Schulzendorf eben nicht am Herzen lag.
    Unserer Eindruck – Dr. Burmeister hat immer alles getan, um sich an die Spitze einer Idee zu setzen, um sie dann auszubremsen. Wenn er wollte , wurde es was- wenn nicht, dann sah die Tat anders aus, als die öffentlich ausgesprochene Idee.
    Ja , es gibt schwierige Themen in Schulzendorf, aber er hat immer Denk – und Wortspiele darüber durchgeführt, deren Undurchsichtigkeit später immer deutlicher wurde : Israel und BER – Viele Schulzendorfer wurde durch ihn jedenfalls verraten und verkauft.
    Der jetzige Rückzug ist nicht überraschend, denn die Eröffnung des BER s wird seine Politik nun schonungslos aufdecken. Wir erwarten, dass der Mann aus Sachsen Anhalt – Schulzendorf nun auch verlässt.
    Unsere Zusammenfassung :
    Positiv in seinem Handeln : Bau der Mehrzweckhalle , 16 Km Straßenbau , Beitritt zum WAWV, Versuch der Bürgerbeteiligung ( hier ist nicht der Inhalt der Umsetzung gemeint )
    Negativ : Unterlassung der Instandsetzung der Infrastruktur, Völlige Fehlentscheidung bei der Umsetzung der Straßenbeleuchtung, Nichteinbindung und Nichtunterstützung von Aktivitäten von Gruppen jeder Art zur Durchsetzung von Bürgerinteressen , hat es nicht geschafft, gutes Personal nach SD zu holen. Abwanderung von Gewerbe

  2. Donkikong
    6. Oktober 2020 at 16:59

    Immerhin ist der Mann weitaus besser als die Lotusblüte Mücke.
    Er kann mit Kritik umgehen und anständig reden.
    Respekt hat er auf alle Fälle verdient.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Anzeige

Anzeige

Werbung