Hallen – SKANDAL: Untersuchungsausschuss deckt Schluderei auf

13. Januar 2017
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Zeuthen. Hat Beate Burgschweiger (SPD) im Skandal um die Sperrung der einsturzgefährdeten Sporthalle zu spät gehandelt? Wurden tausende Menschen in Kenntnis der Sachlage lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt?

Diese Fragen soll ein Sonderausschuss beantworten, der gestern unter Leitung von Chef Aufklärer Michael Wolter (CDU) tagte.

Dazu sollte Gutachter Henning Pohle, dessen Aussagen von immenser Bedeutung sind, gehört werden. Er fertigte im September ein Gutachten zum Schaden, das dem Rathaus am 8. September 2016 vorlag. Sein Fazit: “Aus meiner Sicht ist aufgrund des vorgefundenen Schadensbildes Gefahr in Verzug.” Die Halle wurde am 4. Oktober gesperrt.

Pohle meldete sich jedoch vor Sitzungsbeginn plötzlich krank. So blieb es bei der Befragung des Leiters der Hausmeister.

Mitglieder des Untersuchungsausschusses: Karl-Uwe Fuchs/FDP (1.v.l.), Beate Tetzlaff/SPD (2.v.l.), Michael Wolter/CDU (Mitte), Heiko Witte/SPD (1.v.r.), Dieter Karczewski/BfZ (2.v.r.), Nadine Selch/CDU (3.v.r.)

Mitglieder des Untersuchungsausschusses: Karl-Uwe Fuchs/FDP (1.v.l.), Beate Tetzlaff/SPD (2.v.l.), Michael Wolter/CDU (Mitte), Heiko Witte/SPD (1.v.r.), Dieter Karczewski/BfZ (2.v.r.), Nadine Selch/CDU (3.v.r.)

„Bei einer Sichtprüfung am 11. Februar 2016 sah ich, dass an einem tragenden Holzteil die Farbe abgeplatzt und Risse im Material vorhanden waren.“, so der leitende Hausmeister. In einer E Mail Nachricht meldete er der Verwaltung den Schaden. „Langsam wird es ernst.“, soll es darin geheißen haben.

Doch das war nicht der erste Hinweis auf das marode Holz.

Einem Zeuthener Dachdecker fielen bereits im September 2015 bei der Einschulung Schäden an der Holzkonstruktion auf, die er dem Rathaus meldete. Am 21 November 2015 wurde eine ähnliche Meldung zu Schäden abgegeben.

Die Hausmeister Befragung brachte eins ans Tageslicht: Die jährlichen Pflicht Begutachtungen über den Zustand der gemeindeeigenen Objekte wurden nicht protokolliert. Keine Schäden, keine Protokolle.

Amtsleiterin Erika Brüsehaber auf die Frage von Nadine Selch (CDU), wie das Rathaus belegen könne, ob überhaupt Kontrollen der Objekte stattgefunden haben, wenn keine Protokolle vorhanden sind: „Das haben wir im Blick gehabt.“

Fazit des ersten Kreuzverhörs: Die Fakten deuten auf Saumseligkeit von Burgschweiger und ihrer Verwaltung hin.

Explosion der Kosten möglich

Zweifel am Plan der Verwaltung, die Sanierung des kompletten Daches in der sechswöchigen Sommerpause zu realisieren, kommen von Karl – Uwe Fuchs (FDP). „Ich habe die Bilder aus dem Gutachten vor Augen, ich halte dieses Ziel für sehr ehrgeizig.“, so der Gemeinderat.

Konkrete Zeit Planungen für die Sanierungsmaßnahme können nach Brüsehabers Worten erst nach Vorliegen der gutachterlichen Stellungnahme zu den nötigen Arbeiten umgesetzt werden. Ende Januar wird mit den Unterlagen gerechnet.

Dieter Karczewski appellierte an das Rathaus, konsequent die Umsetzung der Sanierungsmaßnahme zu betreiben. Gutachter und Planer müssen konkrete Termine gesetzt werden. „Wenn wir im nächsten Winter die Halle nicht nutzen und die Schüler keinen Sport machen können, das wäre eine Riesen Katastrophe.“, so der Fraktionsvorsitzender von „Bürger für Zeuthen“

Inzwischen werden Stimmen laut, dass die vom Rathaus pauschal geplanten Sanierungskosten von 500.000 Euro überschritten werden. „Der Schaden wird größer sein, als Sie denken.“, prophezeite Michael Wolter der Rathaus Vertreterin. Es seien bereits Folgeschäden eingetreten. Genaues werde man jedoch erst Ende Januar wissen.

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