Gefährliche Anzeichen: Steuert die WiWO in eine Schieflage?

27. Dezember 2021
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Wildau. Sie galt als Vorzeigeunternehmen in Dahme-Spreewald. Ihr Ex-Chef, Frank Kerber, war ein gefragter Mann in Schulzendorf, Zeuthen und Schönefeld. Dort war er zu Gast in den Gemeindevertretungen. Abgeordnete wollte aus seinen Erfahrungen und seiner Kompetenz beim Aufbau eines kommunalen Wohnungsbauunternehmens Ideen für ein eigenes, gleichartiges Projekt schöpfen.

Die Rede ist von der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft mbH (WiWO).

In der Kerber-Ära spülte das stadteigene Unternehmen viel Geld in die Kasse der Bürger. Die jährlichen Gewinne ließen sich sehen, 2016: 1,94 Mio. Euro, 2017: 3,5 Mio. Euro, 2018: 2,75 Mio. Euro, 2019: 3,2 Mio. Euro. Wildau hat sich in der Zeit von 2002 bis 2019 vom hässlichen Entlein in der Region zu einem attraktiven und beliebten Wohn- und Arbeitsort entwickelt. Das Motto lautete immer: Wirtschaft, Wissenschaft und Lebensqualität!

In 2020 scheint der Ertrag jedoch eingebrochen. Wie jetzt bekannt wurde, betrug der Jahresgewinn nur noch 2,4 Millionen Euro. Ein Insider aus dem Umfeld der WiWO hat die Fakten unter die Lupe genommen. Er meint, dass der Jahresüberschuss geschönt ist. Denn ohne die von der Versicherung für das abgebrannte Meyer Beck Gebäude ausgezahlten 1,3 Millionen Euro, wobei die Abrisskosten lediglich 500.000 Euro ausmachten, und die Vereinnahmung von gut 530.000 Euro Prozesszinsen vom MAWV für Altanschließerbeiträge – alles Zusatzerträge, die von Kerber und seiner Mannschaft eingetrieben wurden – hätte es düster ausgesehen.

Schwartzkopff-Siedlung: 950 Wohnungen wurden in der Kerber-Ära nach modernsten Gesichtspunkten saniert. (Foto: mwBild)

Schwartzkopff-Siedlung: 950 Wohnungen wurden in der Kerber-Ära nach modernsten Gesichtspunkten saniert. (Foto: Archiv/mwBild)

Bereinigt man nämlich das Jahresergebnis um diese außerordentlichen Sondereffekte, läge der Gewinn lediglich bei rund 1,1 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren, ein Einbruch.

Da drängt sich eine Frage auf:  Welche zusätzlichen Aufwendungen haben das Jahresergebnis der WiWO belastet, schließlich dürften sich die Mieteinnahmen nicht verringert haben?

Sind es explodierende Anwaltskosten? Sie sollen inzwischen auf über 500.000 Euro gestiegen sein. Sind es zusätzliche Personal- und Abfindungskosten, weil Leistungsträger aus dem Unternehmen gedrängt worden sind?

Sind es Abschreibungen für nicht realisierte Bauprojekte und Projektentwicklungen? Für mehrere Bauprojekte, beispielsweise die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes der WiWO, der Neubau Bergstraße/Ecke Fichtestraße, die Zentrumsentwicklung bei Meyer Beck, die Kita am Hasenwäldchen, bei denen bereits die Zustimmungen des Aufsichtsrates, des Gesellschafters und der Stadtverordneten vorlagen, waren bereits Bauanträge gestellt und damit erhebliche sechsstellige Beträge bereits bezahlt.

Warum wurden die Projekte von Kerber und seines Teams platt gemacht? Es ist Aufgabe von Stadtverordneten und Aufsichtsräten, Licht ins Dunkel zu bringen. Schließlich geht um Steuergelder.

Bei Mietern ist die Stimmung aufgeheizt. Nicht nur wegen der vor Weihnachten zugestellten Mieterhöhungen. Auch die Ordnung und Sauberkeit in Häusern und im Umfeld seien deutlich schlechter geworden.

Geschäftsführer Schulze, Mauschel-Bürgermeisterin Homuth (SPD) und Aufsichtsrats-Chef Scheiner (CDU) müssen aufpassen, dass die WiWO nicht gegen die Wand fährt.

2 Responses to Gefährliche Anzeichen: Steuert die WiWO in eine Schieflage?

  1. Wildauer Bürger
    27. Dezember 2021 at 19:30

    Die Wiwo hatte unter Kerber schon vorher riesige Schulden für die der damalige BM Malich Bürgschaften der Stadt Wildau unterzeichnete.
    Die Schulden von damals müssen ja auch mal bezahlt werden.
    Übrigens wurden meines Wissens die genannten Gewinne nie an die Stadt Wildau ausgezahlt.
    Genauere Recherche hätte ein anderes Bild gezeichnet, als der Schulzendorfer hier darstellt

  2. Frieda
    27. Dezember 2021 at 18:56

    Ein altes Bild von Wildau, ist der Beitrag auch so alt oder will man uns auch so einwickeln, wie die Straßenlampen ?

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