Auf leisen Sohlen: 100 SONNTAG(E) sind Geschichte!

31. Juli 2015
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Die ersten 100 Tage von Bauamtschef Jörg Sonntag im Rathaus sind vorbei – die Schonfrist auch! Um es vorweg zu nehmen: Ein großer Umbruch fand im Bauamt nach dem glanzlosen Wirken von Undine Nulle nicht statt! Jörg Sonntag hat sein Ressort übernommen und ist unüberhörbar geräuschlos im Rathaus unterwegs.

Jörg Sonntag hat die ersten 100 Tage im Schulzendorfer Rathaus überstanden. (Foto: mwBild)

Jörg Sonntag hat die ersten 100 Tage im Schulzendorfer Rathaus überstanden. (Foto: mwBild)

Und warum? Sonntag ist traumatisiert. Er hat ein arbeitsrechtliches Trauma, dass ihn verfolgt. Der frühere Baudezernent von Blankenfelde – Mahlow war gefeuert worden. Der Grund: Ein Strafbefehl der Korruptionsstaatanwaltschaft Neuruppin wegen regelwidriger Absprachen bei einer Vertragsvergabe. Gegen seine Kündigung hatte Sonntag geklagt.

Wegen Formfehler erhielt er vor Gericht Recht. Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung zufolge will Sonntag nun 180.000 Euro Entschädigung kassieren. Es ist die Differenz zwischen dem Gehalt seiner früheren Tätigkeit und dem Job in Schulzendorf, gerechnet bis zum Rentenalter.

Anders als seine Vorgängerin beantwortet Sonntag Fragen der Gemeindevertreter souverän und ohne in Stotterei zu verfallen. Man kann sagen, fast aus dem Stehgreif. Ein dickes Lob für seine ersten 100 Tage gibt es vom Chef des Ortsentwicklungsausschusses, Joachim Kolberg (CDU), in dessen Verantwortung das Bauamt fällt: „Die Kompetenz von Herrn Sonntag zu diversen Sachfragen ist deutlich zu spüren. Ich wünsche mir, dass die begonnene gute Zusammenarbeit auch künftig von Sachlichkeit getragen wird.“

Allerdings wirkte Sonntag bei seiner ersten großen Herausforderung wenig souverän. Beim heiklen Thema Rasenmahd, wo Gemeindevertreter Alternativen beleuchten wollten, bewies der Bauchef wenig Geschick. Statt Brücken zu bauen und für Transparenz zu sorgen, schloss sich Sonntag der Bürgermeister Linie an. Und heruntergebrochen lautete die: Auf Biegen und Brechen auf alten Gleisen rollen. Bloß nichts Neues.

Rund zehn Jahre Berufsleben liegen noch vor Jörg Sonntag. Auf leisen Sohlen hat er sich sein Amtsbereich angeeignet. Und weil auch Bürgermeister Markus Mücke keine Rathausrevolution plant, dürfte Sonntags Devise lauten: Durchhalten und bloß keine Prügel einstecken! Verübeln darf ihm das keiner.

4 Responses to Auf leisen Sohlen: 100 SONNTAG(E) sind Geschichte!

  1. Glück muß man haben
    4. August 2015 at 12:11

    A – so. Deshalb sehe ich den Herrn immer bei Aldi – Schulzendorf. Na dann werden die Wege ja noch weiter für ihn, wenn der neue ( 3 . ) ALDI in Schulzendorf eröffnet.

  2. Brigitte
    2. August 2015 at 14:54

    Na, dann viel Freude, was da noch kommen wird. Habe mal in Blankenfelde-Mahlow “gegoogelt”. Eigentlich passt wieder alles zusammen, was zusammen gehört. Wenn nur die Hälfte der Wahrheit entspricht, oh, oh, oh!
    Wenigstens muß der Steuerzahler den “Sonntag” nicht bezahlen, dass wäre noch die Krönung. Nun haben die Schulzendorfer jeden Tag “Sonntag”, Blankenfelde wird glücklich sein.

  3. Kenner
    1. August 2015 at 10:12

    Da fällt mir nur das ein :

    “Die Wohlfahrtsdemokratie hat eine eigene Dynamik, die so beschaffen ist, daß, wenn sie sich ungehindert auswirken darf, sie möglicherweise oder sogar sehr wahrscheinlich die Selbstzerstörung des demokratischen Systems herbeiführen wird.” – Gerard Radnitzky

  4. Ratlos
    1. August 2015 at 10:08

    Wie bitte ? Für eine Klage gegen die Gemeinde hat er Geld, aber gegen das Urteil, dass er bestechlich ist, kann er nicht vorgehen, weil er kein Geld hat! Sicherlich sind das zwei paar Schuh, aber dann weg Herr Sonntag – Probezeit nicht bestanden und in dieser Funktion des Bauamtsleisters unverantwortlich ! Und nicht mal die Kommunalaufsicht motzt gegen die Besetzung- was läuft hier ab, dem Selbsbedienungsladen Schulzendorf – mit Anschluß an ein Schlafdorf ?

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