Altes Gemeindeamt: Rathaus führt Steuerzahler an der Nase herum

17. November 2020
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Seit rund einem Jahrzehnt steht das alte Gemeindeamt in der Otto-Krien-Straße leer. Seit rund einem Jahrzehnt fließen jährlich tausende Euro an Steuergeld zur Unterhaltung in das zunehmend immer mehr verfallende Objekt. Seit rund einem Jahrzehnt redet der Gemeinderat über eine künftige Nutzung, bewirkt jedoch nichts, um das Vermögen der Bürger nicht weiter zu versenken.

Dieses "Nutzungskonzept" präsentierten Mücke und Sonntag der Öffentlichkeit.

Dieses “Nutzungskonzept” präsentierten Mücke und Sonntag der Öffentlichkeit.

Jetzt wurde das Thema frisch aufgetischt. Bauchef Sonntag warb bei Volksvertretern die Werbetrommel zum  „Nutzungskonzept“ einer Hausverwaltung aus dem Jahr 2017. Der zufolge sollte mit einer Investition von etwa 300.000 Euro Wohnungen im Objekt errichtet werden können.

Der Schulzendorfer fragte bei der Hausverwaltung nach: „Wir haben die Berechnung damals ohne Planungsbüro vorgenommen. Sie wurde mit 750 Euro für eine Fläche von 360 Quadratmeter grob geschätzt.“

Schwer vorstellbar, dass für eine solche Summe ein altes Gebäude fit für die heutigen Anforderungen an Schall-, Wärme- und Brandschutzes zu machen ist.“, erklärt Architekt und Statiker Wolfgang Mischke gegenüber dem Schulzendorfer.

Ein anerkannter Experte der Region, der namentlich nicht genannt werden möchte: „ Ordentliche Arbeit sieht so aus: Ein Planungsbüro begutachtet das Objekt und ermittelt dann die Baukosten.“

Das ist nicht geschehen. Bürgermeister Mücke (SPD-nominiert) und sein Bauchef Sonntag setzen offenbar auf ein Urteil, dass nicht von Experten gefällt wurde. Das ist eine BANKROTT-Erklärung.

6 Responses to Altes Gemeindeamt: Rathaus führt Steuerzahler an der Nase herum

  1. Besserwisser
    Besserwisser
    19. November 2020 at 08:33

    @gartenfreundin, das war nach meiner Kenntnis mal im Gespräch, dann wurde die Kita aber in der E-Thälmann-Straße neugebaut. Richard Radzuweit kann man nur zustimmen. Natürlich kann man alles umbauen, die Frage ist, was es kostet.Eine Sanierung auf die heutigen Standards ist finanziell gesehen völlig unwirtschaftlich. Abriß des Gebäudes und Neubau von 4 Häuser mit kleinen Wohnungen mit kleinen Mieten für Rentner, die ihr EFH nicht mehr bewirtschaften können, sozial Schwache, Feuerwehrleute usw. und alles bleibt in der Hand der Gemeinde. Ich habe jedoch große Zweifel, ob so etwas mit unserer Verwaltung realisierbar ist. Wenn die sich ernsthaft auf eine “Schätzung” einer Hausverwaltung stützt, sagt das viel über die Qualität ihrer Arbeit aus. Schöne Restwoche.

  2. gartenfreundin
    18. November 2020 at 21:24

    Sollte das Gebäude nicht zur Kita umgebaut werden?

  3. Petra
    Petra
    18. November 2020 at 14:57

    Jede Hausfrau erkennt die Milchmädchenrechnung des Verwalters. Nur unseren Volksvertretern fällt das nicht auf, dass was nicht stimmt.

  4. Richard Radzuweit
    18. November 2020 at 13:07

    Ich habe 45 Jahre ein Baugeschäft betrieben, ich war in Berlin Bohnsdorf über viele Jahre bei der ABG Paradies in der Sanierung tätig. Ich versichere, sechs Wohnungen sind zu diesem Preis nicht umzubauen.Ich staune, dass sich die Ingenieure aus dem Bauamt auf die Kalkulation einer Hausverwaltung stützen.

  5. Zeuthener
    18. November 2020 at 11:01

    Leute, was habt ihr für Gemeindevertreter, die sich mit einer Kostenschätzung von Laienkünstlern abspeisen lassen???? Euerm Bauchef müsste man das Papier um die Ohren hauen.

  6. Kolle
    17. November 2020 at 21:10

    Wir haben doch nur Experten in Schulzendorf, deshalb passiert ja auch nichts.

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