Straßensperrung: Ein Wille aber kein Weg?

19. Juni 2018
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Was in anderen Orten zur Normalität zählt, ist in Schulzendorf angeblich unerfüllbar: Fußgängern wird trotz Vollsperrung einer Straße die Möglichkeit geboten, sie zu passieren.

Seit kurzem können Fussgänger die Walther – Rathenau – Straße im Abschnitt zwischen Freiligrathstraße und Miersdorfer Straße nicht mehr passieren. Bis zum Jahresende ist die Sperrung vorgesehen.

Ein Offenbarungseid der Ingenieurskunst, dass kein sicherer Weg für Fußgänger gebaut werden kann.
Ein Offenbarungseid der Ingenieurskunst, dass kein sicherer Weg für Fußgänger gebaut werden kann.

„Das Umfeld ist leider so, dass für die Zeit der Straßenbaumaßnahmen ein sicherer Gehpfad nicht hergestellt werden kann. Umfang und Vorgehen sind mit der Gemeinde Schulzendorf und der Polizei abgestimmt.“, erklärte die Sprecherin des Landkreises, Heidrun Schaaf.

Ein Straßenbau Ingenieur sieht das anders: „Mit entsprechendem Technikeinsatz ist ein abgesicherter provisorischer Fußweg, waldseitig der Straße, problemlos herstellbar. Dazu bedarf es eines gewissen Aufwandes, aber prinzipiell geht das.“

Fehlt es etwa am guten Willen oder Geld?

Nein, erklärt Investor Bonava. „Ein „Trampelpfad“ wäre momentan nicht möglich, da ein Graben unter anderem entlang des Weges führen wird. Sollten Personen auf dem unbefestigten Trampelpfad über das Gelände fallen, stürzen, stolpern und sich dabei verletzten, wären wir verantwortlich.“, so Christian Köhn von der Bonava Deutschland GmbH.

Warum kann nicht ein Weg errichtet werden, auf dem man nicht fallen, stürzen, stolpern und sich dabei verletzen kann?

Das Wildauer Unternehmen, das die Straßensperrung vornahm, fing sich wegen der schlampigen Baustellenabsicherung einen Rüffel von der Genehmigungsbehörde ein. „Die vorgefundene Baustellenabsicherung wird von der verkehrssicherungspflichtigen Firma zukünftig entsprechend der vom Straßenverkehrsamt erteilten verkehrsrechtlichen Anordnung umgesetzt.“, sagte Schaaf.

Schulzendorfs CDU – Chef Joachim Kolberg ist empört: “Mir fehlen die Worte, dass die Interessen der Bürger so wenig Berücksichtigung finden. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass durch Entfernen von Büschen und Gestrüpp und Planieren der Fläche sehr wohl eine Möglichkeit für einen Fußweg gegeben wäre.”

Schwer zu glauben, dass ein sicherer provisorischer Weg nicht baubar ist. Trifft die Redewendung dann wohl doch zu: Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg!

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