Wie erklären Sie das eigentlich Ihren Anhängern, Herr Möbus?

30. Mai 2021
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Königs Wusterhausen. Es sind verheerende Auftritte für die CDU im Wahljahr: Masken-Raffkes im Bundestag, Impfskandal um den CDU-Oberbürgermeister von Cottbus und dann hat auch noch die CDU in Königs Wusterhausen ihren Bankrott erklärt.

Seite an Seite mit SPD, Linken und Grünen kämpfen der CDU-Fraktionschef Christian Möbus und seine Mitstreiter für die Ex-SED/PDS Frau Michaela Wiezorek. Allen dürfte das nicht gefallen.
Seite an Seite mit SPD, Linken und Grünen kämpfen der CDU-Fraktionschef Christian Möbus und seine Mitstreiter für die Ex-SED/PDS Frau Michaela Wiezorek. Allen dürfte das nicht gefallen.

Es scheint, als gebe es für die früher stolze Partei kein Fangnetz mehr.

Am 4. Juli wird in der Stadt ein neuer Bürgermeister gewählt. Die CDU hat keinen geeigneten Kandidaten aus den eigenen Reihen gefunden, der für das Amt in Frage kommt. Das gleicht einem Offenbarungseid.

Wenn eine Partei wie die CDU auf einen eigenen Kandidaten verzichtet und stattdessen die Werbetrommel für den Ex-SED/PDS Entscheidungsträger Michaela Wiezorek rührt, dann ist das eine Zumutung für ihre eigenen Mitglieder und Wähler.

Schließlich hängt die Bereitschaft von Parteimitgliedern, sich in der Freizeit für den Wahlkampf zu engagieren, davon ab, ob man sich mit Wiezorek identifizieren kann oder nicht. Allen dürfte diese Allianz nicht gefallen. Der Kandidatenverzicht hat das Ansehen der KW-CDU ramponiert. Das wird sich auch auf den Bundestagswahlkampf auswirken, allerdings nicht zum Vorteil der Stadt-Konservativen. (sr/bl)

12 Responses to Wie erklären Sie das eigentlich Ihren Anhängern, Herr Möbus?

  1. Alles nur geklaut
    4. Juni 2021 at 18:17

    Es kommt jede Menge Ignoranz, Unbelehrbarkeit, Rechthaberei, Arroganz und Machtgier dazu. Tatsächlich ist Macht die mächtigste Droge der Welt, der offenbar auch demokratische gewählte Politiker verfallen sind, die inzwischen größenwahnsinnig der Meinung sind, sie wären diejenigen, die von früheren Generationen hart und opferreich erkämpfte Grundrechte entziehen oder gewähren können.

  2. torfin
    2. Juni 2021 at 18:22

    @ Dr. Dieter Füting Sie haben es doch selbt herausgearbeitet : Die Parteien sind nicht entwicklungsfähig, ihr Parteiprogramm garantiert eine Einzelführung unter Ausschluß der Meinungsäußerung von Mitgliedern und aller anderen Bürger. Das Feigenblatt der Demokratie wird lautstark und ideenlos mißbraucht ! Billige Leute schwärmen aus um die Leute, die noch Anstand haben – zu beschmutzen.

    Was rufen sie da von der CDU aus, die mit ihren Äußerungen sich derzeitig selbst zerlegt. Ostbeauftragter , Werteunion und ein Ministerpräsident aus NRW ! Die CDU in Sachsen Anhalt tut mir schon richtig leid !

  3. Dr. Dieter Füting
    2. Juni 2021 at 11:33

    Wir Menschen mögen Persönlichkeiten, die Einzigartig sind, auch in der Politik.
    Aber gerade hier sind Persönlichkeiten rar gesät. Warum? Es ist ihre Sprache, die sie sprechen, die sie sprechen müssen.
    Im Ergebnis wollen und können wir uns mit ihnen immer weniger identifizieren. Ihre Ansichten werden mehr und mehr als katastrophal empfunden. Sie disqualifizieren die Menschen, mit denen sie sich ohnehin nicht verstehen.
    Das Ausmass der Zerstörung von Maß und Mitte durch die SVV – Mehrheit in KW ist beängstigend. Heuchlerisch, desorientieren, polarisierend bis verstörend heißen Adjektiv und Verben.
    Die Herren Marx, Dorst und Lummitsch wollen negativ hervorpreschen, mit desaströser Wirkung. Es soll kein Stein auf dem anderen bleiben. Jeder wird herausgebrochen. Jedes Wort bekommt eine neue Bedeutung.
    Und das alles sieht die CDU in KW nicht? Liebe CDU, ihr braucht dringend ein Update.

  4. UZT
    1. Juni 2021 at 20:58

    @ Dr. Marina Kreisel Ihre Rechtferigung teile ich nicht. Die Geschicke einer Stadt kann nur ein verwurzelter Mensch bekleiden, der auch die Sprache der Bürger spricht – was in KW abläuft, ist ein Verwalten wollen. Das Angebot zur Wahl an den Bürger ist eine Zumutung- ein Einheitzsbrei und hat nichts mit sozial, christlich oder demokratisch wollen zu tun. Was Sie auskehren wollen, ist vielleicht menschlich personifiziert korekt im Kämmerlei – aber diese Frau hat in KW bereits bewiesen , dass sie Bürger nicht ( ab ) kann.

  5. Dr. Dieter Füting
    1. Juni 2021 at 20:13

    Frau Dr. Kreisel,
    Sie schreiben, dass ich mich “nicht ausreichend mit dem Prozeß in Gänze” beschäftigt habe. Sie unterstellen das dem “Schulzendorfer”, wie Sie es mir vorwerfen.
    Doch was ändert Ihre verhakte Schilderung der Zustände in KW an meiner Aussage, auf die Sie sich offenbar beziehen? Ich kenne keinen nominierten Kandidaten von Parteien der SVV – Mehrheit. Und ein entscheidender Grund könnte der sein, dass sie eine direkte Auseinandersetzung mit Swen Ennullat nicht gewachsen wären. Und wer weiß, welche Leichen in ihren Kellern gefunden werden könnten? Das möchte man tunlichst vermeiden und sucht schnell nach anderen Möglichkeiten. Egal, wie gut oder schlecht diese sind.

  6. Dr. Marina Kreisel
    1. Juni 2021 at 10:20

    Sehr geehrter Herr Weber”, eine knappe Entgegnung:
    “relativ kurzzeitig” ist keine definierte Größe, daraus erklärt sich auch unsere unterschiedliche Sicht. Dennoch – bezieht man die drei Jahre der Mitgliedschaft in der PDS auf die bisherigen knapp sechs Lebensjahrzehnte der Kandidatin, dürfte die Kürze des in Rede stehenden Abschnitts wohl besser erkennbar sein? Zudem: Ungeachtet ihrer tatsächlichen Parteilosigkeit – es ist in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen ja nicht mehr unnormal, dass Mitglieder der linken Partei Ämter, auch hohe Ämter im gesellschaftlichen /politischen Leben bekleiden, unabhängig davon, dass das nicht überall auf Zustimmung stößt. Schließlich: Für zahlreiche Bürger/innen stellt die CDU-Fraktion in KW einen Teil des Problems zwischen der SVV (Mehrheit)und der Verwaltung dar; sie scheint ihnen belastet zu sein als ein Akteur des eingeleiteten Bürgerentscheids, der auf die Abwahl des Bürgermeisters Ennullat zielte. Diese Wahrnehmung bzw. Wertung die andere Fraktionen und Stadtverordnete gleichermaßen betraf, und die Forderung aus der Einwohnerschaft nach einem parteiübergreifenden, parteilosen Kandidaten wurde bei der Nominierung eines Kandidaten nicht ignoriert. Dass auch diese Entscheidung strittig war und ist – ob mit oder ohne Einigung auf eine gemeinsame Kandidatin M. Wiezorek -, dürfte nicht verwunderlich sein: das nicht zuletzt deshalb, weil sie zu einem komplizierten, umstrittenen Gesamtprozess gehört, dessen Ende ich – erwartungsgemäß – noch immer nicht erkennen kann.

  7. keinfanvonniemandem
    31. Mai 2021 at 22:22

    Stefan Ludwig war (siehe Wikipedia) ganze 7 Jahre BM von KW. OMG!!!11! Schrei!!!1!! Die Welt ging unter!11!!1!! Wir werden alle störben!11!!1!
    Manche reagieren wie Stiere wenn sie ein rotes Tuch sehen 😉

  8. Dirk Weber, Wildau
    31. Mai 2021 at 16:54

    Frau Kreisel, Sie schreiben über Frau Wiezorek von einer „kurzzeitigen PDS-Mitgliedschaft“. Genau das ist nicht der Fall. Sie saß 3 Jahre in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Marzahn, sie war im PDS Landesvorstand Berlin. Frau Wiezorek war eben nicht nur eine kleine Genossin.
    Was die „gemeinsame Kandidatin“ betrifft, den die CDU unterstützt, sehe ich die Sache völlig anders als Sie. Eine tragende Partei, wie es die CDU nun mal ist, ist gegenüber ihren Wählern verpflichtet, einen eigenen Kandidaten zu nominieren. Wenn der dann nicht die Mehrheit bekommt und eine Stichwahl nötig wird, kann man immer noch einen anderen Kandidaten unterstützen. Sich von vornherein auf eine „Koalition“ festzulegen, ist ein politisch schwerer Fehler.

  9. Dr. Dieter Füting
    31. Mai 2021 at 13:43

    Die sogenannte überparteiliche Gruppe 21 in KW hat eine Kandidatin bestimmt, die deren Interessen zu vertreten hat. Damit hat sich nicht nur die CDU in KW ein Kuckucksei ins Nest gelegt. Dass aber gerade die CDU ein Beispiel für den dramatischen Verlust von Anstand, Mitte und Maß geworden ist verwundert doch.

  10. Dr. Marina Kreisel
    31. Mai 2021 at 11:50

    Der Beitrag geht aus meiner Sicht von falschen Voraussetzungen aus, weil sich die Verfasser/innen wohl nicht ausreichend mit dem Prozess in Gänze befasst haben. Ansonsten hätten sie wissen können – übrigens auch Herr Dr. Fütting -, dass einzelne Fraktionen der SVV sehr wohl über Kandidaten verfügten.Dass sie diese Potenz nicht nutzten, darauf bewusst verzichteten, hatte mit der konkreten Situation in der SVV und in KW zu tun, die mit der initiierten Abwahl von Swen Ennullat als Bürgermeister weiter polarisiert worden war. Ein parteiübergreifender Kandidat, der nicht aus der SVV stammte, war eine Forderung zahlreicher Bürger/innen, um eine weitere Polarisierung über den Kandidaten zu verhindern. Ihr ist das Bündnis nach meiner Interpretation nachgekommen – eben unter Verzicht von Kandidaten aus seinem eigenen Kreise. Dass man sich auf Frau Wiezorek geeinigt hat, entsprach auch dem geforderten Aspekt “parteilos”; denn das ist sie, unabhängig von ihrer lange zurückliegenden, kurzzeitigen PDS-Mitgliedschaft, die einige bewusst hochstilisieren, völlig unzutreffend. Und wenn das nicht reicht, wird auf vielfältige andere Weise diskriminiert – alles nicht akzeptabel, selbst dann nicht, wenn diese Neuwahl (im Zuge einer trotz ihres klaren Ergebnisses umstrittenen Abwahl)auf Widerstand stößt.

    Mein Problem mit dieser Kandidatin besteht allerdings darin, dass auch die Stadtverwaltung ja wohl nicht frei von Polarisierung war und ist. Das macht es für jemanden, der aus diesem Bereich kommt, vermutlich nicht einfach, unter derartigen Bedingungen dort als neutrale, unbefangene Person wahrgenommen zu werden – so sie es auch tatsächlich ist – und in diesem Sinne wirken zu können. Auch darüber wird nun im Rahmen der Wahl entschieden werden.

  11. Christian Dorst
    30. Mai 2021 at 23:07

    Lieber User Christian Dorst, Ihr Beitrag wird nichtveröffentlicht. Grund: Sie dürfen auf Schulzendorfer.de jedermann kritisieren. Unerwünscht sind Verstöße gegen die Spielregeln. Wer Personen auslacht, verletzt die Netiquette. Sie haben bereits mehrfach gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen. Deshalb werden Beiträge von Ihnen ab sofort nicht mehr veröffentlicht. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

    Redaktion

  12. Dr. Dieter Füting
    30. Mai 2021 at 19:58

    Die CDU in KW als Steigbügelhalter der ehemaligen SED/PDS – Funktionärin Frau Wiezorek? Wer hätte das gestern noch gedacht? Das müsste mir mal die CDU erklären.

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