Welchen Wert hat ein Bürgervotum für Politiker?

10. Februar 2026
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Halbe/Teupitz. Seit Monaten tobt ein hitziger Streit zwischen Anhängern und Gegnern von geplanten Windkraftanlagen. Zwischen Teupitz und Halbe sollen über 50 riesige Windräder entstehen. Eine Maßnahme, die für die klammen Kommunen finanziellen Luftschwung verspricht, argumentieren die Befürworter. Kritiker warnen vor Gefahren und Schäden für Natur und Tiere.

Blick vom Pätzer Hügel auf das LSG, hier soll ein Windpark entstehen. Im Hintergrund:Tropical Island. Foto: Wolfgang Purann

Blick vom Pätzer Hügel auf das LSG, hier soll ein Windpark entstehen. Im Hintergrund:Tropical Island. Foto: Wolfgang Purann

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Mehrheit in Halbe und Teupitz lehnen Windräder ab

Mit zwei Einwohnerbefragungen in Halbe und Teupitz wurde das Meinungsbild der Einwohner zum Windparkprojekt eingeholt. Befürworten oder lehnen sie es ab, lautete im Kern die Frage. Ende September 2025 startete in Teupitz die Befragung, die ein deutliches Bild offenbarte: Über 90 Prozent der Befragten lehnten die Windkraftanlagen ab! Am 18. Januar 2026 wurde in Halbe nachgezogen, wo 54 Prozent der Befragten das Projekt ebenfalls abschmetterten, 46 Prozent waren dafür.

In Halbe mobilisierten die Projektbefürworter alle Kräfte und bedienten sich dabei fragwürdiger Methoden. Besonders ins Kreuzfeuer geriet Fred Krüger von der „Bürgerfraktion Gemeinde Halbe“. Sein Informationspapier schmückte sich mit dem offiziellen Wappen der Kommune, ein glasklarer Fall von Wappenmissbrauch! Amtsdirektor Oliver Theel schritt ein und ermahnte Krüger die Nutzung des Wappens zu unterlassen. Doch damit nicht genug!

In seinem Pamphlet behauptete Krüger dreist, die Windanlagen stünden nicht im Landschaftsschutzgebiet (LSG). Ein falsches Spiel, denn faktisch befinden sich die Bauflächen in Halbe und Teupitz mitten im geschützten LSG Dahme-Heidensee. Eine Anfrage an Krüger, auf welche Fakten sich sein gewagtes Statement stützt, blieb unbeantwortet. Keine Antwort ist auch eine!

Betreiber – Einmischung in politische Meinungsbildung

Mit einer in der Öffentlichkeit umstrittenen Kampagne mischte sich der Windparkbetreiber in den politischen Meinungsbildungsprozess ein. Er versprach den Einwohnern für den Fall, dass die Bürgerbefragung mit einem Ja für den Windpark endet, ein dickes Geschenk, einen Strombonus: „260 Euro pro Jahr für alle Haushalte.“

LSG Dahme Heidesee1

Trotz Stromgeschenk, eine Mehrheit in Halbe lehnte das Projekt ab!

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Gemeinderat im Zugzwang

Am 19. Februar entscheidet der Gemeinderat über den Erlass einer Veränderungssperre für den in Aufstellung befindlichen B-Plan Windpark Freidorf. Den Antrag hatte die „Fraktion Bürgerwille und Naturpark“ (BBN) eingereicht. Hintergrund: Mit der Veränderungssperre soll der Einwohnerbefragung Rechnung getragen werden. Damit wird das Fortfahren im B-Planverfahren vorerst blockiert.

Zudem gibt es Gerüchte, dass der Betreiber bereits Anträge bei übergeordneten Genehmigungsbehörden eingereicht hat. Dadurch wäre es denkbar, dass er auch ohne Zustimmung des Gemeinderates das Projekt realisiert, so jedenfalls heißt es im Antrag der Fraktion BBN.

Doch die spannende Frage bleibt: Kehrt der Gemeinderat das Ergebnis der Einwohnerbefragung unter den Teppich? Die Uhr tickt für die Glaubwürdigkeit der Politiker in Halbe. Die Wogen schlagen hoch im Herzen des Naturparks.

17 Responses to Welchen Wert hat ein Bürgervotum für Politiker?

  1. Kommentar
    16. Februar 2026 at 14:23

    @Schulzendorfer: Inwieweit wird denn der Frieden hier gefördert, wenn andere Kommentare, die einen als dumm/ böse/ Schwachkopf bezeichnen, dann aber veröffentlicht werden? Dass dann die eigene Antwort zensiert wird, ist schon recht einseitig.

  2. Beobachter
    14. Februar 2026 at 01:19

    Herr Rackwitz, Ihre Äußerung über “Kommentar” trifft wohl eher auf Sie selber zu. Ich wundere mich schon lange, dass jemand wie Sie als Vertreter des Nabu auftritt, als ausgewiesener Gegner der erneuerbaren Energien. Ich wüsste auch nicht, was die Windräder entlang der Autobahn A13 für Schaden anrichten sollten.

  3. Kommentar
    13. Februar 2026 at 17:33

    Lieber User Kommentar, Ihr Beitrag wird nicht veröffentlicht, weil er durch Ihre Rethorik den Frieden im Forum nicht fördert. Bitte halten Sie sich künftig an unsere Nutzungsbedingungen.

    Sabrina Rühle
    Redaktion

  4. Oliver
    13. Februar 2026 at 12:16

    Gedankenspiel…
    54% der Befragten lehnen das Projekt ab. Es wurden aber nur 50 % befragt macht also die Hälfte 27%.
    Dann haben demnach 73% der Bevölkerung zugestimmt…?
    Wir wissen es nicht aber kann es sein, daß die anderen nicht befragten Bürger ähnlich abstimmen würden???
    Erinnert mich so ein wenige an eine Azubi-Testfrage: Wenn eine Flasche Bier 6% Alkohol enthält wie viel % Alkohol sind dann in 10 Flaschen dieser Sorte enthalten? Richtig 60%.

  5. Andreas Haselow
    13. Februar 2026 at 10:23

    Wie wär’s mit Befragungen des Pöbels bzgl. der Akzeptanz von NGO-protegierten, staatstragenden Sprengungen von (Ostsee-)Gas-, (Berliner) Strom-Leitungen oder von Sprengungen der sichersten Kernkraftwerken der Welt?
    Nachdem die Grüne Khmer die Energie-Infrastruktur des Landes völlig zerstört hat, packen wir anstatt Asbest modernen Solarzellen-Sondermüll auf unsere Öko-Dächer.
    Das Asbest der Neuzeit hingegen verteilt seine giftigen und krebserregenden Fasern zusammen mit wummerndem Infraschall von gigantischen Zufallsstrom-Windmühlen in die märkische Landschaft.
    Der Schwachkopf-Kommentar sinniert sodann ähnlich der MAZ-Schranze von “feinen Unterschieden” oder angeblich nicht vorhandenen “überwältigenden” Mehrheiten, die diesen Orwellschen Unsinn nicht haben wollen …

  6. Zweifler
    Zweifler
    13. Februar 2026 at 09:23

    kommentar mit seinem unsinnigen Kommentar und Prozentjonliererei. Wenn 25% dagegen sind, müßten ja 75 % dafür sein. Was für ein Blödsinn.

    Grisu hat recht. Die sogenannte Energiewende ist gescheitert. Von billigen Ernergielieferungen profitieren wir alle. Ein neues AKW muß nicht sein. Wenn doch, vergraben wir den Müll bei Kommentar im Garten.

  7. Matthias Rackwitz
    13. Februar 2026 at 09:22

    “Kommentar” trägt in typisch anonymer Hass- und Hetzer-Manier vor…aber was genau …triggert sie doch nicht weiter , sie ist einfach nur dumm und böse

  8. Kommentar
    12. Februar 2026 at 16:14

    @Grisu: Und wo soll dann das Atomkraftwerk stehen? Und wo soll der Müll hin? Da wäre eine Bürgerbefragung auch mal interessant.

  9. Grisu
    Grisu
    12. Februar 2026 at 16:08

    Ich finde, dass Windräder die Landschaft zerstören. Meinetwegen in der Ostsee, aber nicht im Naturschutzgebiet. Deutschlands Energiepolitik wird auf dem Rücken der Bürger ausgetragen. Kein billiges Erdgas aus Russland sorgt für Pleitewelle deutscher Unternehmer und leere Haushaltskassen der Bürger. Ungarn macht es meiner Überzeugung nach richtig. Die bauen zusammen mit Russland ein Atomkraftwerk und sichern der Bevölkerung niedrige Energiekosten.

  10. Kommentar
    12. Februar 2026 at 16:08

    @Rackwitz: Also wenn sich da ne Fraktion mit “Bürgerwille” bezeichnet, müsste man halt gucken, was denn der Bürgerwille ist. Und aus ca. 25% Ablehnung zu machen, dass DER Bürgerwille “Ablehnung” ist, muss man sich erstmal trauen.

  11. Kommentar
    12. Februar 2026 at 14:02

    @Schulzendorfer: Aus “54% der Bürger” nun im Artikel “54% der Befragten” zu machen, macht es nicht richtig. Denn auch von den Befragten stimmten weniger als 50% überhaupt ab. Es lehnten also lediglich ca. 25% der Bürger bzw. Befragten die Windräder ab.

  12. Matthias Rackwitz
    12. Februar 2026 at 11:54

    für den anonymen Schlaumeier:in, dier schreibt: ” Im Artikel haben sich wohl Fehler eingeschlichen. In Halbe haben bspw. nicht 54% “der Bürger” die Windräder abgelehnt, sondern nur derjenigen, die abgestimmt haben. Das ist, bei einer Wahlbeteiligung von nicht mal 50% ein kleiner, aber feiner Unterschied.” – nicht nur ,dass diese Einschätzung falsch ist , sondern mehr als 80 PRozent der Halber Menschen, die gefragt wurden, verweigerten der in der Sache nicht mehr legitimierten WindindustrieimNAturpark-Fraktion die Zustimmung zu ihrer Gefolgschaftsfrage … nun du wieder Anonymaus 😉

  13. Kommentar
    11. Februar 2026 at 17:30

    Im Artikel haben sich wohl Fehler eingeschlichen. In Halbe haben bspw. nicht 54% “der Bürger” die Windräder abgelehnt, sondern nur derjenigen, die abgestimmt haben. Das ist, bei einer Wahlbeteiligung von nicht mal 50% ein kleiner, aber feiner Unterschied.

  14. Tiefbau
    11. Februar 2026 at 11:32

    In Münchehofe ist die Energiequelle bereits gescheitert , aber d.h. ja nicht, dass die arrogante Kaste es nicht besser kann. Als Schulzendorfer hat man ja gelernt, dass man als Bürger nur der letzte Dreck ist.

  15. Besserwisser
    Besserwisser
    11. Februar 2026 at 09:32

    Bin gespannt ob die Volksvertreter tatsächlich die Meinung des Volkes akzeptieren. In Teupitz 90%, in Halbe 54%, eindeutiger geht ja wohl nicht. Absolut unseriös finde ich die Aktion des Unternehmens. Liegt hier nicht eine Bestechung vor? KI sagt: Wer anderen Vorteile (Geld, Geschenke oder sonstige Vergünstigungen) anbietet, verspricht oder gewährt, dafür dass sie bei einer Wahl oder Abstimmung nicht oder in einem bestimmten Sinne stimmen, macht sich strafbar. Dies gilt nicht nur für Wahlen, sondern auch für Bürgerentscheide, Volksabstimmungen und andere Abstimmungen (§ 108b StGB).

  16. Matthias Rackwitz
    11. Februar 2026 at 09:14

    @tamir … mit SKANDAL muss man sparsamer umgehen… die SPD ist nach 35 Jahren defacto-Alleinherrschaft natürlich ein bisschen träge …in Halbe haben es sich die Pro-windindustrie-Fragesteller natürlich auch selbst verdorben …
    “SIND SIE DAFÜR; DASS DIE GEMEINDEVERTRETUNG…?” und dann kommt ein Liste von billigsten Manipulationsversprechen …. die Menschen antworteten mit nur vier Buchstaben NEIN

  17. Tamir All-Abadi
    11. Februar 2026 at 07:03

    Das ist ein Thema was nicht nur unsere Mitbürger im Süden des Landkreises betrifft, sondern ein Thema für alle Bürger in Brandenburg. Zum einen ist der offensichtliche Umgang mit dem Bürgerwillen ein Skandal zum anderen zahlen wir alle die Zeche über die Netzentgelte für diese Subventiosnruienen!

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