Unsichtbarer Killer: Jetzt wird endlich gemessen!

7. Juli 2026
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Schulzendorf/Waltersdorf. Darauf haben viele Eltern lange gewartet: Endlich kommt die Wahrheit ans Licht! In den Sommerferien wird am Standort der künftigen Grundschule an der Miersdorfer Straße, dem „Leuchtturmprojekt“ in Schulzendorf und an der Interims-Containerschule in Waltersdorf eine Messstation aufgestellt. Sie soll aufspüren, was bislang unsichtbar blieb: Ultrafeine Partikel (UFP), die beim Verbrennen von Kerosin in Flugzeugtriebwerken entstehen.

Dr. Miriam Wiese-Posselt folgte der Einladung von Bürgermeister Witteck und klärte über UFP auf (Foto:mwBild)

Dr. Miriam Wiese-Posselt folgte der Einladung von Bürgermeister Witteck und klärte über UFP auf (Foto:mwBild)

Die Nachricht verkündeten Bürgermeister Markus Witteck (CDU) und die Berliner Charité-Wissenschaftlerin Dr. Miriam Wiese-Posselt gestern Abend am Rande einer Informationsveranstaltung. Die Messgeräte werden abwechselnd an beiden Schulstandorten eingesetzt.

Ultrafeine Partikel sind winzig, tausendfach kleiner als ein Sandkorn. Gerade das macht sie so gefährlich. Sie können tief in die Lunge eindringen und sogar über die Blutbahn den gesamten Körper erreichen.

Brisant: Sowohl die geplante Grundschule in Schulzendorf als auch die Container-Schule in Waltersdorf liegen, je nach Windrichtung, direkt in der Abgasfahne von Flugzeugen des BER.

Charité-Studie schlägt Alarm

Dr. Miriam Wiese-Posselt leitet die Berlin Brandenburg Air Study (BEAR), in der untersucht wird, welche Folgen Luftschadstoffe für Kinder haben.

Die Wissenschaftlerin machte deutlich: Im Umfeld des BER sind erhöhte Konzentrationen ultrafeiner Partikel nachweisbar. Zwar nimmt der Anteil mit wachsender Entfernung vom Flughafen ab, doch selbst in Schulzendorf, Eichwalde, Bohnsdorf und Altglienicke stammen zwischen 15 und 30 Prozent der ultrafeinen Partikel aus dem Flugverkehr.

Rund 1.000 Kinder wurden für die Studie medizinisch untersucht, auch Schüler aus Schulzendorf. Die ersten Ergebnisse lassen aufhorchen: Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass ultrafeine Partikel die Lungenfunktion von Kindern beeinträchtigen können.

Zahlen mit Fragezeichen

Für Stirnrunzeln sorgte eine Statistik, die die Belastung an den künftigen Schulstandorten darstellen soll. Danach lag der Jahresmittelwert 2023 in Waltersdorf bei 4.622 UFP-Partikeln pro Kubikzentimeter, in Schulzendorf bei 2.752.

Das Problem: Diese Werte wurden gar nicht gemessen. Sie stammen aus einer Modellrechnung. Computer berechnen dabei anhand verschiedener Daten, wie hoch die Belastung sein könnte. Solche Modelle gelten zwar als wichtiges wissenschaftliches Werkzeug, sie ersetzen jedoch keine Messungen vor Ort.

Denn ultrafeine Partikel schwanken zum Teil massiv. Je nach Windrichtung und Flugverkehr können die Werte innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen. Ein Jahresmittelwert verschleiert solche Belastungsspitzen. Wochen mit extrem hohen Konzentrationen gehen gemeinsam mit Monaten niedriger Belastung in eine einzige Durchschnittszahl ein. Was auf dem Papier harmlos aussieht, kann in der Realität ganz anders sein.

Jetzt zählt nur noch die Wirklichkeit

Genau deshalb richten sich jetzt alle Augen auf die Messstationen. Sie sollen erstmals zeigen, wie hoch die Belastung an den beiden Schulstandorten tatsächlich ist und nicht nur, wie sie nach einem Computermodell sein könnte.

Die Messungen in den Sommerferien könnten deshalb zum Wendepunkt in der öffentlichen Debatte um die Luftqualität rund um den BER werden.

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Aktueller UFP-Wert

+++ Ultrafeinstaub Konzentration am BER, Maximaler Einstundenmittelwert am 02.07.2026 33.484 Partikel/cm³ (Quelle: LUIS Brandenburg). Die WHO betrachtet einen Messwert von 10.000 Partikel/cm³ als „erhöhte Konzentration“. +++

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