Tohuwabohu: Hat das Rathaus die Kita Hollerbusch noch im Griff?

27. Juni 2022
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Schulzendorf. Bei der Kinderbetreuung in der Kita Hollerbusch herrscht derzeit Chaos. Der Grund: Eltern wurde nicht nur einmal die Betreuung ihrer Sprösslinge verwehrt. In sozialen Medien berichten Betroffene, dass sie aufgefordert wurden, ihre Kinder wieder mitzunehmen oder gar nicht erst abzugeben.

In einem Fall sollen Eltern abends eine elektronische Nachricht erhalten haben, dass an Folgetagen keine Betreuung möglich ist.

Die Stimmung unter Eltern ist deshalb explosiv. Sie sind dabei sich zu organisieren, um die Zustände zu ändern. Schon in der jüngsten Gemeinderatssitzung prangerten sie die Zustände an.

Dr Fall "Hollerbusch" wird den Landkreis beschäftigen.

Dr Fall “Hollerbusch” wird den Landkreis beschäftigen.

Mit einem Brief wandten sie sich jetzt an das Jugendamt in Lübben. Darin heißt es: „Nachdem zur Corona Zeit die Kita häufig darum bat, ob Kinder von ihren Eltern zuhause betreut werden konnten und viele Eltern dieser Bitte nachkamen, müssen wir feststellen, dass anscheinend ein anderes grundlegendes Problem in der Betreuungssituation besteht.“

Mütter und Väter halten es nicht für tragbar, dass Betreuungsverträge mit der Gemeinde nicht eingehalten werden.

Die Kitaleitung begründet das Chaos im Hollerbusch mit einem Personalnotstand. „Wenn sich die Personalsituation nicht ändern sollte, bleiben diese Gruppen (gemeint sind die Gruppen „Waldtrolle“ und “Hollerbeeren“ – die Red.) bis zum Ende der Woche (gemeint ist bis zum 29.06. – die Red.) zu.“, heißt es von der Kita-Leitung.

Bitter für Eltern und Kinder: Stellen für Betreuungspersonal hat Bürgermeister Mücke (SPD-nominiert) aktuell nicht ausgeschrieben, dafür aber einen „Bezügerechner“, der sich um Entgelte der Rathausmitarbeiter, ihrer Jahressonderzahlungen, Erschwerniszuschläge und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall kümmert.

Bürgermeister Mücke muss sich die Frage gefallen lassen, ob er sein Rathaus noch im Griff hat.

25 Responses to Tohuwabohu: Hat das Rathaus die Kita Hollerbusch noch im Griff?

  1. Peter Schulze
    2. Juli 2022 at 22:43

    Bei 1000 Menschen wohl eher mit 250 Kindern. Aber auch dafür war absehbar zu wenig Platz. Aber wir haben ja jetzt kompetente Unterstützung aus den Nachbarkommunen, wo immer die Sonne scheint. Lach

  2. Petra Prochaska
    2. Juli 2022 at 10:00

    Anwohnerin: das heisst also, Ritterschlag 500 Wohneinheiten – 50 Kinder? Das ging wohl etwas daneben.
    Mit 750 – 1000 Kindern hät man wohl realistischer gelegen.

  3. B.Hartenstein
    1. Juli 2022 at 15:14

    Übrigens mal so am Rande….
    Schulzendorf sieht im Ranking “Binnenzuwanderung” bundesweit an 3. Stelle. Den 1. Platz belegt Schönefeld.
    ….damit die Schlafmützen aufwachen.

  4. Anwohnerin
    1. Juli 2022 at 14:28

    Der offizielle Schlüssel zur Berechnung des Folgekostenbeitrages Weisser Fleck für 32-36 Wohneinheiten war 3,6 Kinder gem. Aussage Herr Sonntag für 4 oder 5 Jahren. Ähnliches hat man wohl im Ritterschlag kalkuliert?

  5. Peter Schulze
    1. Juli 2022 at 13:04

    Bürger zweiter Klasse, genau das dachte sie. Die Antwort auf diese Frage lieferte mir damals noch Frau Klausch öffentlich in einer Sitzung: ‘Wir wissen nicht wer da hin zieht; unwahrscheinlich dass es Familien sein werden’. Daraufhin Gelächter im Raum. Und weiter im Schema F.

  6. B.Hartenstein
    1. Juli 2022 at 09:24

    DIE Gemeinde und Anhang haben gar nicht GEDACHT, jedenfalls bis zum Ende. Man hat ja schon den Anfang falsch bedacht.
    Aber Investoren bringen Geld mit und Connection und kleine Ver-/Begünstigungen und letztlich viele, viele neue Einwohner, was sich günstig auf die Bezüge auswirken würde.
    Das da Menschen hin wollen und auch noch Kinder mitbringen, nein das wusste man nicht…..

  7. Andreas
    1. Juli 2022 at 09:18

    Das erinnert mich an einen Bericht aus Unterhaching/ Bayern. Da wurden junge zugezogene Familien in kahle Wohngebiete gelockt und dafür u.a. auch die örtliche neu gebaute und toll ausgestattete Kita gezeigt. Letztlich war die Kita wirklich schön, nur konnte leider kaum Personal gefunden werden, die Kita war also quasi nutzlos.

    Wir erleben einen offensichtlich Fachkräftemangel, v.a. weil wir wichtige Jobs zu schlecht bezahlen (Pflege, Erziehung) und Zuwanderung ablehnen. Das alles rächt sich nun, aber nicht nur in Schulzendorf.

  8. Bürger zweiter Klasse
    30. Juni 2022 at 19:32

    was dachte die Gemeinde, wer z.B. in der Ritterschlag zieht?
    Alleinstehende Rentner ohne Kinder? Alles hausgemacht

  9. Bewohner
    30. Juni 2022 at 07:14

    Aber unabhängig von dieser Diskussion hier:

    Ich finde es schlimm, welche Sorgen und Nöte diese Missstände bei den Eltern auslösen, die einfach nur eine gute Betreuung für ihren Nachwuchs wollen. :-(

  10. Bewohner
    30. Juni 2022 at 07:12

    Nur mal so am Rande:

    Verantwortlich für die bedarfsgerechte Ausstattung mit Kita-Plätzen ist der Träger der öffentlichen Jugendhilfe. (§ 12 KitaG)
    Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist der Landkreis (§ 1 AGKJHG).

    Auch wenn die Gemeinde die Verpflichtung für den Landkreis übernommen hat, ist eigentlich die Landkreisverwaltung bzw. der Landrat verantwortlich. Er hat schließlich nicht ausreichend darauf geachtet, dass in Schulzendorf bedarfsgerecht geplant wird. Oder ist es vielleicht sogar so, dass der Landkreis nur Planungen mit bereits in Schulzendorf wohnenden Kindern akzeptiert?

  11. Insider
    29. Juni 2022 at 20:05

    @Erdbewohner: Die Kita Ritterschlag hätte auch an einer anderen Stelle errichtet werden können. Wenn man sich dafür entschieden hätte, die Frechen Spatzen zu belassen.

  12. Erdbewohner
    29. Juni 2022 at 19:15

    @Insider: dafür wurde die Kita Ritterschlag neu gebaut, wo die Tochter von Betonkönig Kolberg mit in der Leitung sitzt..

  13. Insider
    29. Juni 2022 at 18:47

    @Bewohner: Es ist eben nicht so, wie Sie es hier suggerieren. Der hohe Zuwachs an Kindern kam nicht plötzlich. Er war vorhersehbar. In meinen Augen hat nur die Verwaltung das nicht erkannt. Der Landkreis war weitsichtiger. Er hat davor gewarnt, die Kita Freche Spatzen zu schließen. Die Gemeinde hat das nicht interessiert und sie abgerissen. Und hierfür ist Bürgermeister Mücke mitverantwortlich.

  14. Peter Schulze
    29. Juni 2022 at 09:07

    In Schulzendorf verbietet man dem KKEB einen Aufruf zu einer Demo gegen die Aussetzung der Kita-Reform, an öffentlichen Gebäuden anzuschlagen, während in anderen Kommunen damit auf der Landing Page der Gemeinde aufgerufen wurde. Begründung: Wahrung der Neutralität. Gleichzeitig flaggt seit einem Monat die Regenbogenfahne und wird am Schaukasten der Verwaltung aufgerufen zur ‘Kante gegen Rechts’. Auch alles wichtige Dinge. Aber Fragen dazu, welchen Stellenwert Kinder hier (und im ganzen Land) haben, habe ich keine mehr. ‘Keinen Höheren als andere Belange der Kommune’ würde es wohl folgerichtig aus dem Rathaus heißen können. Ich finde das aber nicht richtig. Und wohin die ganze Gleichmacherei und Neutralität führt, spürt man gerade überall, nicht nur in Schulzendorf. Da haben Andreas und Bewohner schon Recht. Aber eine Feststellung ist noch keine Konsequenz und für echte Konsequenzen hat doch keiner mehr den Schneid. Immer schön nach Schema F weiter auf den Abgrund zu. Ich wünsche uns allen eine gute Fahrt!

  15. Bewohner
    28. Juni 2022 at 20:04

    @Bine: Verraten Sie mir noch die Kommunen wo es so perfekt läuft? Oder kennen Sie doch keine?

  16. Bine
    Bine
    28. Juni 2022 at 16:51

    Bewohner, nicht Bürger, Herr Mücke muss der Öffentlichkeit Erklärungen für das Chaos in Schulzendorf liefern. Und noch besser wäre es, wenn er auch gleich Lösungen präsentiert.

  17. Erdbewohner
    28. Juni 2022 at 15:14

    Vielleicht werden ja Erzieher für den Prachtbau Interimskita benötigt; auweia was für ekelhafte Container….

  18. Bewohner
    28. Juni 2022 at 14:59

    Und zum Thema “schlechte Argumente”:

    Liebe Bine,
    es ist natürlich einfacher alles auf den Bürgermeister und die Gemeindeverwaltung zu schieben, statt nach Erklärungen zu suchen.

    Sie selbst räumen ein, dass sie Kommunen kennen, in denen es NAHEZU reibungslos verläuft. Also auch nicht ganz perfekt.
    Können Sie eine Kommune benennen, in der es perfekt oder nahezu perfekt läuft, die mit Schulzendorf (hohe Zuwachs an zu betreuenden Kindern innerhalb von 2-3 Jahre) vergleichbar ist?

  19. Bewohner
    28. Juni 2022 at 14:53

    @Bine:
    Richtig, im Moment sind dort keine Stellenausschreibungen veröffentlicht. Das ist aber normal, wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist und gerade das weitere Auswahlverfahren läuft. Das läuft in keiner Kommune und keinem Land anders.

    Für die Vergütung von Erziehern/Erzieherinnen bei einem öffentlichen Träger gibt es einen Tarifvertrag. Und auch private Träger bekommen hier nur das ersetzt, was der öffentliche Träger zahlen würde. Beim Gehalt gibt es also nicht viel Spielraum.

    Das Arbeitsumfeld kann einen Grund darstellen. Da ich aber kein Erzieher bin, kann ich das nicht einschätzen. Ich vermute, Bine, Sie verfügen dort auch nicht über eigene Erfahrungen.

    Und zum Thema Kita Ritterschlag: Was ich aus meinem privaten Umfeld gerade über die dortige Situation höre, lässt erahnen, dass es für die Kinder dort auch nicht schöner ist.

  20. Bine
    Bine
    28. Juni 2022 at 13:35

    Andreas/Bewohner: Sie beide haben schlechte Argumente. Dass andere Kommunen Personalprobleme haben, kann keine Rechtfertigung dafür sein, dass es in Schulzendorf auch so ist. Ich kenne Kommunen in denen es nahezu reibungslos läuft. Kitas freier Träger die ich kenne, haben nicht solche massiven Probleme (Kita Ritterschlag, Naturkita). Warum ist das so? Ich nehme in Schulzendorf ein schlechtes Klima in der Verwaltung wahr, eine hohe Personalfluktuation und ein noch größerer Krankenstand. Wenn ich Erziehern nur das Allernötigste an Vergütung anbiete, muss man sich nicht wundern, wenn sie dorthin gehen, wo es zusätzliche Anreize gibt. In Schulzendorf stimmen meiner Meinung nach die Strukturen nicht, es fehlen fachliche, soziale und personelle Kompetenz.
    Bewohner, auf der Internetseite der Gemeinde sind keine Stellenausschreibungen für Erzieher zu finden. Daraus schlussfolgere ich, dass kein Bedarf besteht.

  21. Andreas
    28. Juni 2022 at 12:02

    Personalmangel an Kitas ist kein exklusives Schulzendorfer Problem. Leider berichten davon auch Freunde aus KaWe, Köpenick und Leipzig.

  22. Bewohner
    28. Juni 2022 at 11:12

    Es ist leider schon seit längerer Zeit nicht mehr so einfach, Kita-Erzieher/Erzieherinnen zu finden. Das gilt auch für Lehrer/Lehrerinnen.
    Über lange Zeit waren diese Berufe offensichtlich unattraktiv, was es in den Zeiten des generellen Fachkräftemangels noch schlimmer macht.

    Also hier sehe ich nicht unbedingt die Schuld bei der Gemeinde. Es ist doch in anderen Regionen nicht anders.

    Die Situation ist leider nicht gut. :-(

  23. Zicke
    28. Juni 2022 at 09:59

    Das Rathaus hat nichts im Griff!!! Ich frage mich, was das für ein Personalmanagement ist. Als Verwaltung muss ich doch Plan B haben, falls mal ein oder zwei Erzieher ausfallen, was ja immer passieren kann. Den Verfassern des Briefes kann man nur zustimmen, es gibt ein grundsätzliches Problem! Was machen eigentlich unsere Gemeindevertreter? Herrn Mücke blind folgen?

  24. Elke
    28. Juni 2022 at 08:48

    Die Frage kann sich doch jeder selbst beantworten!!!!! Natürlich nicht!!!! Sieht man doch an allen Ecken und Enden!!!

  25. Bewohner
    28. Juni 2022 at 07:09

    Ich kann mich erinnern, dass vor kurzem mehrere Stellenausschreibungen für Erzieher/Erzieherinnen für Kita und Hort ausgeschrieben waren. Die entsprechenden Verfahre werden vermutlich (sofern ausreichend Bewerbungen vorliegen) noch laufen.

    Ich finde, der Verfasser des Textes (der sich hinter dem Namen Redaktion versteckt) muss sich die Frage gefallen lassen, warum er schlecht recherchierte Beiträge veröffentlicht, die einen journalistischen Anspruch nicht erkennen lassen.

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