Schulzendorf. Kaum war 2010 die Verwaltung ins neue Rathaus eingezogen, setzte der damalige Bürgermeister Markus Mücke ein deutliches Zeichen: Im Zuge der Verwaltungsneuordnung wurde das bis dahin eigenständige Rechtsamt kurzerhand abgeschafft. Geleitet worden war es zuvor von der früheren Beigeordneten Rita Koppe. Blinde Unterstüzung für seinen Kurs erhielt Mücke damals von Andrea Goymann (Bündnis 90/Die Grünen).
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Schon damals hagelte es Kritik. Viele warnten davor, juristische Kompetenz aus dem eigenen Haus zu verbannen. Doch im Rathaus hielt man den Schritt offenbar für modern, effizient und kostensparend.
Allerdings ging die Rechnung nicht auf. Denn die Abschaffung des Rechtsamtes entwickelte sich offenbar zu einem teuren Irrweg. Über Jahre hinweg musste die Verwaltung immer wieder externe Kanzleien und Fachanwälte einschalten. Für Rechtsberatungen, Gutachten und Expertisen flossen insgesamt immense Summen in Millionenhöhe.
Ausgerechnet der vermeintliche Sparkurs wurde damit zum kostspieligen Dauerposten. Jetzt soll die Kehrtwende kommen. Bürgermeister Markus Witteck (CDU) will die juristische Kompetenz zurück ins Rathaus holen und plant die Schaffung eines neuen Rechtsamtes. Damit soll die Verwaltung künftig wieder unabhängiger von teuren externen Beratern werden.
Die Leitung des neuen Amtes soll Alexander Reech übernehmen. Der gelernte Verwaltungsrechtler gilt als fachlich bestens geeignet für den Posten. Mit ihm soll die juristische Arbeit wieder dauerhaft im eigenen Haus verankert werden.
Und im Rathaus tut sich noch mehr: Parallel läuft bereits die Suche nach einem neuen Kämmerer. Auf der Internetseite der Gemeinde wurde dazu bereits eine Stellenanzeige veröffentlicht.
Fest steht: Nach Jahren setzt Witteck offenbar wieder stärker auf klassische und bewährte Verwaltungsstrukturen und korrigiert damit Entscheidungen aus der Vergangenheit, die teuer geworden sind.

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