Wildau. Die Enttäuschung in Wildau ist groß. Die Hoffnungen auf eine neue Gesamtschule sind endgültig geplatzt. Der Kreistag Dahme-Spreewald hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen: Die Schule wird nicht in der Hochschulstadt, sondern in Schulzendorf gebaut.
Wildaus Bürgermeister Frank Nerlich reagierte auf das Aus mit Wehmut. Die Märkische Allgemeinen Zeitung zitierte ihn mit den Worten: „Rein emotional ist es traurig.“ Schließlich habe er sich über Jahre für das Projekt eingesetzt. Doch immer mehr Stimmen fragen sich: Reicht das als Erklärung?
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„Wenn Wildau ein solches Zukunftsprojekt verliert, darf man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Dann muss geklärt werden, warum bekannte Risiken nicht rechtzeitig ausgeräumt wurden“, fordert Ronni Krzyzan, Chefin der Fraktion Bürgerbündnis Wildau/Prof. Ungvári.
Denn der Kurswechsel des Landkreises kam keineswegs über Nacht. Schon seit längerer Zeit standen Fragen zur Umsetzung und zur Planung im Raum. Genau darin sehen Kritiker das eigentliche Problem.
Tatsächlich hatte der Wildauer Stadtrat zwar grundsätzlich grünes Licht für das Schulprojekt gegeben. Ein Beschluss, der konkrete Bauplanungen, Finanzierung oder Kosten verbindlich regelte, fehlte jedoch.
Noch deutlicher wurde Stadtrat Carsten Kröning. Sein Vorwurf an den Rathauschef: „Der Bürgermeister hat seine Hausaufgaben nur ungenügend gemacht.“ Ungeklärte Finanzierungsfragen sowie Altlastenprobleme auf den in Wildau vorgesehenen Flächen blieben offen.
Auch der Landkreis nennt als entscheidenden Grund für die Abkehr vom Standort Wildau die fehlende Planungssicherheit. Aus Sicht des Kreises fehlten belastbare Voraussetzungen, um das Millionenprojekt verlässlich umzusetzen. Deshalb fiel die Entscheidung zugunsten von Schulzendorf.
Damit steht Wildau nun vor einer unangenehmen Debatte: War das Schulprojekt tatsächlich nicht mehr zu retten oder wurde die Chance durch mangelnde Vorbereitung verspielt?
Während Bürgermeister Nerlich den Verlust vor allem emotional bewertet, verlangen Kritiker nun eine schonungslose Aufarbeitung der Verantwortung. Denn für viele geht es längst nicht mehr nur um eine Schule, sondern um die Frage, warum eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der Stadt am Ende an unzureichender Planung scheiterte.

@Petra P. — Der Punkt ist berechtigt, aber nicht neu: Auch die IKGS hat ohne eigenes Gebäude angefangen — erst in der Turnhalle Schulzendorf, dann im Container in Waltersdorf. Der Unterschied ist, dass diesmal der Kreistag den Standort verbindlich festgelegt hat. Das ist die Voraussetzung für alles Weitere: Ausschreibung, Planung, Finanzierung. Ohne Standortbeschluss passiert gar nichts. Mit ihm läuft die Uhr.
Das Gymnasium Schönefeld als Übergangslösung ist kein Ruhmesblatt — aber es verhindert einen Bruch für die ersten Jahrgänge. Entscheidend ist jetzt, dass der Landkreis die „zügige Umsetzung”, die Mollenschott einfordert, auch liefert.
Ich habe folgendes im Beschlusstext gefunden:
“Bis zur Fertigstellung des Neubaus ist organisatorisch sicherzustellen, dass die betroffenen
Schülerjahrgänge in zumutbarer Weise beschult werden können. Der Landkreis hat dabei die
Möglichkeit, vorübergehend geeignete Übergangslösungen in Abstimmung mit den schulfachli-
chen Erfordernissen im Schulgebäude des Gymnasium Schönefeld in der Pestalozzistraße zu
nutzen, um einen Bruch in der Beschulungsplanung zu vermeiden. Die Standortfestlegung
schafft hierfür die Grundlage, weil dadurch die Planungs- und Realisierungsstrecke zielgerichtet
gesteuert werden kann.”
Also auch hier eine neue Schule – ohne ein Schulgebäude?
@Petra P. — Das hat der Kreistag gestern beantwortet: einstimmig beschlossen, vierzügige Gesamtschule in Schulzendorf, Campus Miersdorfer Straße. Träger ist der Landkreis Dahme-Spreewald. Die Zeit drängt — die Kinder, die dort lernen sollen, sitzen heute schon in unseren Grundschulen.
Wer baut und finanziert denn nun das längst überfällige Schulprojekt in Schulzendorf?