Revolution an der Tafel: van der Meer übernimmt Evangelische Grundschule!

12. Mai 2026
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Zeuthen wird zum Hotspot der Bildungsrevolution! Im September 2028 öffnet die Evangelische Grundschule ihre Türen. Und an der Spitze wird keine geringere als Kristin van der Meer stehen. Die charismatische Grundschullehrerin, Influencerin und Expertin für Künstliche Intelligenz wird frischen Wind in den Klassenzimmer-Alltag bringen.

Kristin van der Meer © Privat

Kristin van der Meer © Privat

Wer Kristin van der Meer kennt, weiß: Hier kommt keine gewöhnliche Schulleiterin! Bekannt wurde sie vor allem durch ihre bahnbrechende Arbeit, wie man schon in der Grundschule gezielt mit KI lernt. Statt sturer Antwortmaschine sieht sie die Technologie als echten Lernpartner, der Reflexion, Feedback und individuelle Förderung möglich macht. Ein echtes Novum im deutschen Bildungssystem!

Ihr Bestseller „Heute Kind – morgen stark“, 2026 erschienen, ist längst Pflichtlektüre für alle Pädagogen, die Zukunftskompetenzen wie Resilienz, digitale Skills, Kreativität und Eigenverantwortung vermitteln wollen. Kein Wunder, dass die Wochenzeitung „Die Zeit“ sie 2026 in einem großen Porträt feierte und ihren Einsatz von Chatbots & digitalen Tools mit Grundschulkindern hervorhob.

Ob Podcasts wie „Die Bildungsbaustelle“ oder Fachvorträge, die gebürtige Brandenburgerin ist ein Star der modernen Schulentwicklung!

Die Evangelische Grundschule Zeuthen wird damit zur Vorzeigeschule: Hier verschmelzen Tradition und Zukunft mit KI, Herz und einer Vision, die Kinder fit macht für die Welt von morgen. Bildung muss neu gedacht werden und mit Kristin van der Meer an der Spitze wird Zeuthen ganz vorne mit dabei sein!

33 Responses to Revolution an der Tafel: van der Meer übernimmt Evangelische Grundschule!

  1. Jeffrey Wichlitzky
    31. Mai 2026 at 08:43

    @Anne: Jetzt wird es interessant.

    Ihr letzter Satz trifft es: van der Meer könnte für wissensbasierte, intelligentere Lernmethoden stehen. Genau das ist der Punkt — und er verbindet sich mit Ihrer Inklusions-Analogie, die ich für das stärkste Argument in diesem Thread halte. Nicht das Konzept scheitert, sondern die Umsetzung ohne ausreichende Ressourcen. Das gilt für Inklusion. Das gilt für Digitalisierung. Und es gilt für jeden Schulneubau, der ohne pädagogisches Konzept beschlossen wird.

    Zum motorischen Rückgang: Sie haben recht. Kinder, die keinen Stift mehr halten können, sind keine Randerscheinung — das ist dokumentiert und ernst zu nehmen. Handschrift als Grundlage kognitiver und motorischer Entwicklung steht außer Frage.

    Zu Manfred Spitzer: Seine Sorge ist berechtigt, seine Schlussfolgerungen sind es nur zum Teil. Was er beschreibt — passiver, unbegleiteter Medienkonsum, “Ballern und Unfug am Bildschirm” — ist nicht dasselbe wie strukturierter, pädagogisch begleiteter KI-Einsatz im Unterricht. Das ist exakt der Kategorienfehler, den Herr Schulze der EEG-Studie vorwarf — nur diesmal auf Spitzers Seite. Wissenschaft ist Irrtum auf letztem Stand — das gilt für beide Lager.

    Und vielleicht liegt genau hier ein unterschätztes Problem: Auch Erwachsene — und Lehrkräfte sind Erwachsene — sind im Umgang mit Digitalität oft hilflos, überfordert und angstbesetzt. Wer selbst keinen sicheren Umgang mit digitalen Werkzeugen entwickelt hat, dem kann man schwerlich zumuten, diese souverän im Unterricht einzusetzen. Der Zwang dazu ohne Begleitung, ohne Zeit und ohne Ressourcen führt nicht zu besserer Bildung — er führt zu Frustration. Und frustrierte Lehrkräfte sind keine gute Grundlage für irgendeinen pädagogischen Ansatz, ob analog oder digital.

  2. Anne
    30. Mai 2026 at 12:27

    @Peter: Da steht Handschrift mit digitalem Stift versus tippen auf Tastatur.

    Bereits als Kind konnte man feststellen, daß selbst geschrieben etwas anderes ist, als den Durchschlag/die Kopie eines Mitschülers/-in zu erhalten. Selbst erlebt ist auch was anderes als erzählt bekommen oder sich etwas vorzustellen. Ähnlich ist das wohl hier. Das Feuer der Neuronen zeigt Gehirnaktivität und die wird mit Gedanken, Lernen und Gefühlen gleichgesetzt.

    Aufgrund der Tipperei an Handy und Laptop ist es aber so, daß immer mehr Kinder gar keine Lust haben und sich schwer tun, eine Handschrift zu erlernen. Vor Jahren wollten sie schon nur noch Blockbuchstaben schreiben und nun am liebsten gar nicht mehr. Das ist am Anfang echt anstrengend. Erzieher berichten, daß Kinder keinen Stift mehr halten können (ich hörte auch, daß es ihnen verboten wurde, den Kindern das beizubringen). Und wenn ich das als Lehrer/in nicht durchsetze, gehen wichtige Fähigkeiten verloren. Schreiben bildet die Grundlage für Denken, Lernen und emotionale Entwicklung.
    Kinder müssen lernen sich auch einmal anzustrengen, wenn es schwierig wird.

    Beim Rückblick auf die Einführung der Inklusion, sehen wir doch, wo solche Methoden hinführen, wenn sie unter dem Feigenblatt der Verbesserung ohne ausreichende materielle und personelle Ressourcen eingeführt und betrieben werden. Nichts gegen neue intelligentere, wissensbasierte Lernmethoden. Und dafür könnte Fr. van der Meer stehen. Zu beachten ist die Umsetzung. Und die war in den letzten Jahrzehnten vielfach ein Rückschritt für die Bildung. Ein Schelm wer Bösartigkeit dahinter vermutet.

    Wer erinnert sich noch an das Buch von Manfred Spitzer aus 2012 “Digitale Demenz”? Inzwischen hat sich das bestätigt, was der Prof. damals prophezeite.

    https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/handynutzung-bei-kindern-hirnforscher-schlaegt-alarm,hirnforscher-100.html

    Zitat: “Wenn Jugendliche viel Zeit mit Ballern und mit Unfug am Bildschirm verbringen, dann kann das nicht gut für ihre Bildung sein”, ist der frühere Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, Professor Manfred Spitzer, überzeugt. Und er sagte am Rande seines Vortrags in Stralsund auch: “Wer mehr digitale Medien konsumiert, lernt nicht mehr. Es fehlen Wiederholungen, Kontext und Relevanz”. Es drohe eine digitale Demenz. Darüber gebe es mittlerweile auch Studien. Denn die gab es vor 13 Jahren noch nicht, als er das Buch “Digitale Demenz – wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen” geschrieben hat.
    Spitzer: “Handys schaden schwachen Schülern”

    Durch Vorträge möchte der Professor Menschen aufklären. Der 67-Jährige verweist auf Schweden. Jahrelang galt das Nachbarland als Vorreiter im Einsatz von digitalen Medien, jetzt werden die Grundschulen wieder mit Büchern ausgestattet. Denn vor zwei Jahren haben Forschende am Karolinska-Institut in Stockholm herausgefunden, dass der Einsatz digitaler Medien im Unterricht nicht dazu führt, dass die Schülerinnen und Schüler besser lernen. Auch begrüßt der sechsfache Vater Spitzer das Handyverbot an hessischen Schulen ab August. “Doch es besteht immer noch ein Aufklärungsdefizit”, ist er überzeugt.
    Professor Spitzer erhielt viel Zuspruch von Ärzten und Lehrern. Einige teilten ihre Erfahrungen. So sprach ein Lehrer, der seit 37 Jahren im Amt ist und immernoch mit Kreide an die Tafel schreibt, von einem großen Druck von Seiten der Schule, die digitale Tafel zu nutzen.

  3. Jeffrey Wichlitzky
    29. Mai 2026 at 23:19

    @Peter Schulze: Sie haben recht — und das ist ein wichtiger Punkt. Handschrift und Papier gleichzusetzen ist ein Kategorienfehler, und die Schlussfolgerung von Konnektivitätsmustern auf Lernoutcomes ist interpretationsabhängig. Genau deshalb ist die richtige Antwort auf diese Studie nicht “kein Digital” — sondern präzises Nachdenken darüber, welche Methode in welchem Kontext was leistet. Das ist im Übrigen auch der Ansatz, den van der Meer vertritt.

    @Petra P.: Der Verweis auf die nordischen Länder ist real — aber er wird oft vereinfacht. Schweden hat den Einsatz von Tablets im frühen Leseerwerb zurückgefahren, weil konkrete Lernrückstände messbar waren. Das ist eine evidenzbasierte Entscheidung — kein Sieg des gesunden Menschenverstandes über die Wissenschaft, sondern Wissenschaft, die sich selbst korrigiert. Denn das ist ihr Wesen: Wissenschaft ist Irrtum auf letztem Stand. Sie lebt davon, eigene Schlussfolgerungen zu hinterfragen, zu revidieren und zu verfeinern. Wer das als Schwäche liest, hat das Prinzip missverstanden. Und der Artikel zur Lesezeit an Grundschulen bestätigt genau das: mehr Lesen ist sinnvoll. Kein Widerspruch zu van der Meer, die selbst auf Lesen, Schreiben und kritisches Denken setzt — mit KI als Begleitung, nicht als Ersatz.

  4. Anne
    29. Mai 2026 at 22:51

    @Jeffrey: Das es sich hier um zwei unterschiedliche Menschen handelt ist mir bewußt. Auch habe ich mir die Reals von Fr. Kristin van der Meer auf Insta angesehen, bevor ich hier was poste.

  5. Petra P.
    29. Mai 2026 at 09:47

    Danke Anne für diese ausführlichen Beschreibungen. Aber was sind in Deutschland derzeit wissenschaftliche Erkenntnisse wert? Mein normaler Menschenverstand und ein bisschen Lebenserfahrung sagt mir – das mit KI und Digatilisierung schon im Grundschulalter ist der falsche Weg.
    In den nordischen Ländern kommt man wieder zurück zu Schulbüchern.

  6. 29. Mai 2026 at 08:16

    @Anne, da ploppen bei mir zwei grundsätzliche Fragen auf:

    Warum werden hier Handschrift, Papier und Zettel miteinander vermengt? Handschrift ist nicht dasselbe wie Papier. Man kann handschriftlich digital schreiben und analog tippen. Falls das im Buch oder Artikel gleichgesetzt wird, wäre das meines Erachtens ein Kategorienfehler.
    Und gemessen werden bei EEG-Studien elektrische Aktivitäts- (hier: Konnektivitätsmuster) des Gehirns – nicht Gedanken, Verständnis oder Gedächtnisbildung selbst. Eine Schlussfolgerung, dass bestimmte Muster automatisch lernförderlich oder Ausdruck tieferer Erkenntnis seien, ist m.E. mindestens interpretationsabhängig.

    Die eigentliche Aussage lautet also streng genommen: Beim handschriftlichen Schreiben treten komplexere sensorimotorische Aktivitätsmuster auf als beim Tippen. Ob daraus nun aber bessere Gedankenbildung oder nachhaltigeres Lernen folgt, ist dadurch nicht bewiesen. Vielleicht sollte man dazu einen Feldversuch machen.

  7. Jeffrey Wichlitzky
    29. Mai 2026 at 07:11

    @Anne: Die Namensgleichheit ist tatsächlich amüsant — Audrey van der Meer forscht in Norwegen, Kristin van der Meer plant in Zeuthen. Zwei verschiedene Personen.

    Wer sich mit Kristin van der Meers Ansatz auf LinkedIn und Instagram beschäftigt, wird feststellen, dass sie keineswegs für blinde Digitalisierung steht. Ihr Kern: KI als strukturierender Lernpartner — nicht als Ersatz für Denken, sondern als Werkzeug, das Denkprozesse sichtbar macht. Sie setzt auf selbstreguliertes Lernen, personalisierte Begleitung und — bezeichnenderweise — auf die Fähigkeit von Kindern, KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. In einem konkreten Unterrichtsbeispiel aus ihrer vierten Klasse ließ sie Schüler eine KI-generierte Gliederung kritisch prüfen — und die Kinder stellten selbst fest, dass Teile davon nicht stimmten. Das ist nicht Abschottung, aber auch nicht unkritische Übernahme. Das ist pädagogisch begleitetes Denken. Ihr eigener Satz auf LinkedIn trifft es: “KI ist kein Werkzeug, das wir dazunehmen. Sie zeigt, was wir bisher nicht trainiert haben.”

  8. Anne
    28. Mai 2026 at 12:41

    https://die-pädagogische-wende.de/stuide-zur-handschrift/

    Studie zur Handschrift
    23. August 2024 von Redaktion
    Plädoyer für das Schreiben mit Stift und Papier

    Stift und Papier werden in Primarschulen zunehmend von digitale Geräten verdrängt, auch in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTU) haben nun versucht herauszufinden, ob das Schreiben mit der Hand zu einer stärkeren Vernetzung des Gehirns führt.

    Dazu untersuchte das Team um die Neurophysiologin Audrey van der Meer die zugrunde liegenden neuronalen Netze, die bei beiden Arten des Schreibens beteiligt sind. Das Ergebnus belegt nun die Bedeutung des Schreibens mit der Hand für die Auge-Hand-Koordination und die Verknüpfung verschiedener Gehirnregionen durch das Arbeiten mit Stift und Papier. Gehirnregionen würden stärker vernetzt und die Lernfähigkeit verbessert. Daher seien mehr manuelle, handschriftliche Aktivitäten zu fördern.

    Studie
    Handschrift, aber nicht Schreibschrift, führt zu einer weit verbreiteten Konnektivität des Gehirns: eine EEG-Studie mit hoher Dichte und Auswirkungen auf das Klassenzimmer.

    Zusammenfassung

    Da die traditionelle Handschrift immer mehr durch digitale Geräte ersetzt wird, ist es wichtig, die Auswirkungen auf das menschliche Gehirn zu untersuchen. Die elektrische Aktivität des Gehirns wurde bei 36 Universitätsstudenten aufgezeichnet, während sie visuell dargestellte Wörter mit einem digitalen Stift handschriftlich schrieben und die Wörter auf einer Tastatur eintippten. Konnektivitätsanalysen wurden mit EEG-Daten durchgeführt, die mit einem 256-Kanal-Sensorarray aufgezeichnet wurden. Beim Schreiben mit der Hand waren die Konnektivitätsmuster des Gehirns weitaus ausgeprägter als beim Schreiben auf einer Tastatur, was sich in weit verbreiteten Theta/Alpha-Kohärenzmustern zwischen Netzwerk-Hubs und -Knoten in parietalen und zentralen Gehirnregionen zeigte. Die vorhandene Literatur weist darauf hin, dass Konnektivitätsmuster in diesen Hirnregionen und bei diesen Frequenzen für die Gedächtnisbildung und die Kodierung neuer Informationen von entscheidender Bedeutung sind und daher für das Lernen von Vorteil sind.

    Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die räumlich-zeitlichen Muster aus visuellen und propriozeptiven Informationen, die durch die präzise kontrollierten Handbewegungen beim Schreiben gewonnen werden, in hohem Maße zu den lernfördernden Konnektivitätsmustern des Gehirns beitragen. Wir plädieren dafür, dass Kinder von klein auf in der Schule mit handschriftlichen Aktivitäten konfrontiert werden, um die neuronalen Konnektivitätsmuster zu etablieren, die dem Gehirn optimale Bedingungen für das Lernen bieten. Obwohl es von entscheidender Bedeutung ist, die Handschrift in der Schule zu üben, ist es auch wichtig, mit den sich ständig weiterentwickelnden technologischen Fortschritten Schritt zu halten. Daher sollten sich sowohl Lehrer als auch Schüler bewusst sein, welche Übung in welchem Kontext den besten Lerneffekt hat, z. B. beim Mitschreiben von Vorlesungen oder beim Schreiben eines Aufsatzes.

    Van der Weel FR and Van der Meer ALH (2024)
    Handwriting but not typewriting leads to widespread brain connectivity: a high-density EEG study with implications for the classroom. Frontiers in Psychology

  9. Jeffrey Wichlitzky
    25. Mai 2026 at 10:57

    @Anne: Die Skepsis gegenüber fehlender formaler Qualifikation ist nachvollziehbar — gerade im Grundschulbereich. Aber sie greift zu kurz, wenn man sie zum einzigen Maßstab macht.

    Innovative Ansätze im Schulkontext haben ihre Berechtigung — nicht trotz, sondern weil das herkömmliche System zunehmend an seine Grenzen stößt. Was van der Meer entwickelt hat, ist öffentlich zugänglich und kostenlos einsehbar. Es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen — nicht nur für Schüler, sondern ebenso für Lehrkräfte und Eltern. Wer das getan hat, wird feststellen, dass es sich dabei nicht um digitalen Aktionismus handelt, sondern um durchdachte Ansätze zur Frage, wie Lernen heute gestaltet werden kann. Dasselbe gilt für die IKGS — auch dort wird Schule anders gedacht: nicht als Ort, der formalisiert wissenschaftliche Erkenntnisse verwaltet, sondern als Raum, der sie für Kinder erlebbar macht.

    Die eigentliche Frage ist nicht, ob van der Meer das Richtige tut. Die Frage ist, warum solche Ansätze in Zeuthen entstehen — und nicht in Schulzendorf.

  10. Anne
    24. Mai 2026 at 23:07

    Keinerlei pädagogische Ausbildung? Da habe ich kein gutes Gefühl. Gerade im Grundschulbereich ist das sehr wichtig. Alles digitalisieren ist gerade en vogue. Daher vielleicht auch die Unterstützung. Ich stimme Elke da direkt zu.

  11. Jeffrey Wichlitzky
    23. Mai 2026 at 21:49

    @Petra P: Van der Meer hat Politik studiert, ist Mutter von vier Kindern und kam 2017 als Quereinsteigerin in den Schuldienst — direkt an die Neue Grundschule Potsdam. Eine klassische Lehramtsausbildung ist öffentlich nicht dokumentiert. Was dabei nicht unwichtig ist: Als freie Schule gilt dort nicht das staatliche Brandenburger Seiteneinstiegsverfahren mit berufsbegleitendem Vorbereitungsdienst und Staatsprüfung. Freie Träger können Lehrkräfte eigenständig einstellen — die Anforderungen an eine formale pädagogische Qualifikation liegen damit in deren eigenem Ermessen.
    Sie scheint sich über die 9 Jahre im Schulkontext ein Netzwerk von innovativ Denkenden im Bildungssektor aufgebaut zu haben und bringt lesenswerte Ansätze mit.

  12. Petra P.
    23. Mai 2026 at 13:00

    Nachdem ich versucht habe ausgiebig zu googeln und nicht 100% fündig geworden bin, kann mir jemand helfen?
    Sie ist als Quereinsteigerin im Bildungsbereich gestartet. Welche pädagogische Ausbildung hat die zukünftige Direktorin?

  13. Jeffrey Wichlitzky
    20. Mai 2026 at 15:15

    Herr Schulze,
    die Belege, die Sie nennen, sind real. Der Lehrermangel, die gestrichenen Unterrichtsstunden, die 6e als lokales Abbild eines systemischen Drucks — das ist keine Schwarzmalerei, das ist dokumentierte Wirklichkeit. Und ich zweifle nicht daran, dass Sie als jemand, der durch seine Frau einen dedizierten, direkten Einblick in den Schulalltag hat, diese Realität nicht nur vom Hörensagen kennt. Und ich streite nicht ab, dass diese Entwicklungen strukturell sind und weit über die Handlungsmöglichkeiten einer Gemeindevertretung hinausreichen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass gerade in Schulzendorf überproportional viele Stunden ausfallen — was die Frage aufwirft, ob das allein dem großen System anzulasten ist, oder ob lokale Versäumnisse den Schaden noch vergrößern.

    Aber genau hier liegt der Knoten: Sie beschreiben Symptome eines Systems, das unter Druck steht — und schließen daraus, dass Aktionismus, der kurzfristig Ruhe schafft, eine Form von Strukturdurchbrechung sei. Das ist er nicht. Wer Symptome verwaltet, damit die Bevölkerung ruhig bleibt, stabilisiert das System in seiner dysfunktionalen Form. Teuer erkaufte Ruhe, wie Sie selbst schreiben. Nur dass diese Ruhe keine Atempause ist — sie ist das Ziel. Und genau das ist der Unterschied zwischen Handeln und Gestalten.

    Denn die strukturellen Mängel, die Schulzendorf heute lähmen, sind nicht allein in Potsdam oder Berlin gemacht worden. Sie sind vor allem hier gepflegt worde, wie ein zartes Pflänzchen in der Frühlingssonne. Und wer wissen möchte, wie lange schon, muss nur an den Anfang dieses Portals zurückblättern. Die ersten Jahrgänge des Schulzendorfer — ab 2011 — lesen sich wie eine Chronik der immer gleichen Muster: eine Verwaltungsführung, die diese Gemeinde über sechzehn Jahre an der Nase herumgeführt hat. Nicht durch dramatische Einzelakte, sondern durch geduldige, systematische Gleichgültigkeit, was wirkte wie ein Gegeneinanderausspielen der Akteure, und Hinterzimmerpolitik, die das Licht der Öffentlichkeit scheute wie der Teufel das Weihwasser. Dazu gehörte eine Personalpolitik, die jeder Beschreibung spottet: ein Personalkarussell im Rathaus, das sich ununterbrochen drehte, Fehlbesetzungen, die durch neue ersetzt wurden, wenn sie denn gefunden wurden — und eine Kämmerei, die bis heute mit einem Verwaltungsjuristen besetzt ist, wo fachliche Kompetenz in Betriebswirtschaft gefragt wäre. Garniert wurde das Ganze mit einem Internetauftritt, den Bürgermeister Mücke mit stolz geschwellter Brust als Symbol des gläsernen Rathauses inszenierte — und der tatsächlich kostenlos erstellt wurde. Sechzehn Jahre lang hat die Gemeindevertretung das nicht nur geduldet — sie hat es durchgewunken. Dass einige der Gesichter, die das mitverantworten, heute noch immer in der Gemeindevertretung sitzen, ist keine Randnotiz. Das ist kein Systemversagen von außen. Das ist hausgemacht. Und es ist — dank des Schulzendorfer — teilweise dokumentiert.

    Meine Kritik war nie, dass gehandelt wird. Sie war, dass nicht die richtigen Fragen gestellt werden, bevor gehandelt wird. Ob das PPP-Modell tatsächlich das tragfähigste Konstrukt für dieses interkommunale Vorhaben war. Ob alternative Träger- und Finanzierungsmodelle ernsthaft geprüft wurden. Ob ein pädagogisch eigenständigeres Konzept von Beginn an mitgedacht werden konnte. Ob die Entscheidung, so wie sie fiel, auf einer Grundlage stand, die diesen Namen verdient. Die Antwort auf all das kennen Sie so gut wie ich.

    Was stattdessen gebraucht würde, ist so unspektakulär wie unbequem: Verständigung. Erst lokal, dann regional. Die Bereitschaft, sich an einen Tisch zu setzen, Kompromisse auszuhandeln und daraus eine gemeinsame Grundlage zu entwickeln — anstatt bei jedem Thema mit dem Holzhammer in den Ring zu steigen und hinterher zu beklagen, dass nichts vorangeht. Das ist kein Idealismus mit dem Charakter einer Gartenstadt — in der sich die Bodenrichtwerte in den vergangenen Jahren teils verfünffacht haben, während die Infrastruktur für die Menschen, die dort leben, auf der Stelle trat. Das ist die Grundvoraussetzung für alles, was danach kommen soll.

    Sie werfen mir vor, Lösungen zu erwarten, die niemand findet — und gleichzeitig das Handeln zu kritisieren, das Strukturen endlich durchbrechen würde. Ich nehme diesen Vorwurf ernst. Aber ich kehre ihn um: Welche Struktur wird durchbrochen, wenn man das nächstliegende Modell wählt, ohne Alternativen ernsthaft abgewogen zu haben — oder schlimmer noch: in Aktionismus verfällt und laufende Prozesse per Beschluss abbricht, bevor eine tragfähige Alternative überhaupt formuliert ist? Welche Struktur wird durchbrochen, wenn Transparenz nur dann entsteht, wenn Stimmen gebraucht werden?

    Dabei mangelt es nicht an Instrumenten. Einem Gemeindevertreter stehen kraft Gesetzes Rechte zu, die weit über das Abstimmen in Sitzungen hinausgehen: das Recht auf Auskunft und Akteneinsicht, das Antragsrecht, die Möglichkeit zur Beanstandung von Beschlüssen, das Recht, Sondersitzungen einzuberufen. Und wenn all das nicht fruchtet — die Kommunalaufsicht. Nicht als letztes Mittel, das man einmal zieht und wieder vergisst, sondern konsequent, wiederholt, so oft es notwendig ist. Das sind keine Dekorationen der Kommunalverfassung — das sind Werkzeuge. Werkzeuge, die Wirkung entfalten, wenn man sie benutzt. Konsequent, vorbereitet, mit dem nötigen Sachverstand im Rücken. Ja, das bedeutet Arbeit. Aber genau dafür wurde man gewählt.

    Sie haben mir empfohlen, an Ihre Glaskugel zu denken. Ich denke lieber an eine andere Frage: Was würden Sie sehen, wenn Sie die Zeit, die Sie ins Orakeln investieren, stattdessen in konstruktive Ziele steckten? Die Antwort darauf ließe sich — anders als jede Prognose — auch überprüfen.

  14. 20. Mai 2026 at 10:14

    Schauen wir uns doch allein die Realität der letzten Jahre an:
    „Einsparung von Lehrern: Schulamt löst Klassen in Arco-Grundschule in Nauen auf“,„Unterrichtsausfall in TF und LDS erschreckend – mehr als 40.000 Stunden ersatzlos gestrichen“ oder „10.000 Lehrkräfte bald in Rente“.
    Das sind keine Randmeldungen, sondern strukturelle Entwicklungen.
    Auch an unserer eigenen Schule gab es immer wieder Maßnahmen, die klar zeigen, unter welchem Druck das System inzwischen steht. Klassen werden maximal gefüllt (trotz Inklusionsanspruch) und erst im Nachgang wird geprüft, ob sich zusätzliche Klassen wirtschaftlich oder organisatorisch ‘lohnen’. Die damalige nachträgliche Bildung der heutigen 6e ist genau ein Ausdruck dieses Vorgehens. Die Folgen waren erhebliche Spannungen unter den Kindern, aber auch in der Elternschaft.
    Natürlich kann ich keine gezielte Zerstörung beweisen. Das ist meine persönliche politische Ableitung aus Entwicklungen, die ich seit Jahren beobachte. Für mich wirkt es zunehmend so, als arrangiere man sich mit dem Niedergang des bisherigen Systems, weil echte strukturelle Lösungen politisch, personell und finanziell kaum noch darstellbar erscheinen. Lösungen übrigens die offenbar niemand findet, Herr Wichlitzky aber von uns Gemeindevertretern erwartet und gleichzeitig verlangt Handeln einzustellen, das diese Strukturen endlich durchbrechen würde, indem man den Akteuren nicht weiter zubilligt auf Kosten ihrer Bürger diesen planlosen Aktionismus weiter zu betreiben der am Ende die wirklichen Ursachen eben nicht löst sondern allerhöchstens für Ruhe in der Bevölkerung sorgt. Teuer erkaufte Ruhe, die zudem nicht lange anhalten wird.

  15. Kommentar
    19. Mai 2026 at 17:45

    @Schulze: Sie stellen wieder Behauptungen in den Raum und können auf die erste Nachfrage dazu rein gar nichts erklären. Das ist nicht sehr sachlich..

  16. Jeffrey Wichlitzky
    19. Mai 2026 at 16:38

    Herr Schulze,

    ich verstehe Sie nicht falsch. Im Gegenteil — ich nehme Sie sehr ernst, wenn Sie strukturelle Mängel als Ursache benennen. Nur ziehe ich daraus einen anderen Schluss als Sie.

    Diese strukturellen Mängel sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind hausgemacht — über Jahre, über Legislaturen, über Verantwortliche, die in der Position waren, sie zu verhindern oder zu beheben, und es nicht getan haben. Und sie sind nur von denen lösbar, die bereit sind, in genau diese Verantwortung hineinzugehen. Macht im Großen entbindet niemanden im Kleinen. Wer glaubt, dass das System ohnehin gegen die Wand fährt, hat damit nicht das Recht erworben, das Lenkrad loszulassen. Die Welt im kleinen Maßstab ein Stück besser zu machen, bleibt eine Pflicht — gerade dann, wenn man im großen wenig ausrichten kann. Pauschal “Systemfehler” zu rufen, ist keine Analyse. Es ist Bequemlichkeit mit intellektuellem Anstrich.

    Demokratie bedeutet auch, die Entscheidung einer Mehrheit mitzutragen — das ist ihr Kern, und daran ist nicht zu rütteln. Aber sie entbindet niemanden, der dafür gestimmt hat, von der Verantwortung für die Umsetzung. Wer für eine Entscheidung die Hand hebt, zeichnet nicht nur für das Ja, sondern auch dafür, wie dieses Ja in die Wirklichkeit übersetzt wird. Das ist keine Bestrafung. Das ist Konsequenz.

    Zu Ihrem Transparenzargument: Sie sind im Recht, dass ich im öffentlichen Telegram-Kanal der GfS lese. Aber lassen Sie uns ehrlich sein: Ein nicht-moderierter Fraktionschat mit fünfundzwanzig Lesern ist keine Gemeindetransparenz. Das ist die Selbstauskunft einer einzelnen Fraktion auf einer Plattform, deren Wahl bereits eine politische Aussage ist. Und es ändert nichts daran, dass bildungsrelevante Tagesordnungspunkte in der Gemeindevertretung als nicht-öffentlich klassifiziert werden, dass Bürgeranfragen geflissentlich ignoriert werden, dass Beschlussvorlagen nicht kommentiert werden, dass Eltern nicht in die Diskussion einbezogen werden. Transparenz, die nur dann stattfindet, wenn es um Stimmen geht, ist nicht Teil der Lösung. Sie ist Teil des Problems.

    Sie fragen, wer oder was “die Gemeinde Schulzendorf” eigentlich sei. Die ehrliche Antwort: Sie sind es. Und ich. Und die Verwaltung. Und die Gemeindevertretung. Und der Bürgermeister. Die Institutionen, die in ihrem Namen entscheiden — und die in ihrem Namen schweigen. “Die Gemeinde” ist kein Mysterium. Sie ist eine Adresse, an die man Verantwortung zustellen kann. Auch Ihnen.

    Dass es Formate gibt, in denen Transparenz strukturiert, dokumentiert und fristgebunden funktioniert — mit klaren Adressaten und veröffentlichten Antworten —, ist keine Theorie. Es gibt sie. Und es lohnt sich, in Schulzendorf darüber ins Gespräch zu kommen.

  17. 19. Mai 2026 at 11:38

    Die Antworten auf Ihre rhetorischen Fragen können auch Sie sich durch Beobachtung herleiten Kommentar – denn das stimmt: es ist nicht schwer. Aber ich habe auch noch Eine: Wer oder was genau ist nochmal ‘die Gemeinde Schulzendorf’?

  18. Kommentar
    19. Mai 2026 at 11:00

    @Schulze: Vllt. führt die afd-Idee, die Schulpflicht abzuschaffen, aber auch deshalb zu größeren Problemen, weil es völliger Quatsch ist. Manchmal ist die Welt auch nicht so kompliziert..

  19. Kommentar
    19. Mai 2026 at 09:55

    @Schulze: Welche geheime Instanz hat denn entschieden, dass die afd ans Ruder “soll”, um die Bildungspolitik an die Wand zu fahren? Haben Sie da Insider-Infos, die Sie teilen dürfen?

    Und bereitet die Gemeinde Schulzendorf die Rahmenbedingungen für Hauslehrer usw. vor oder sollen sich die Eltern da selbst drum kümmern?

  20. 19. Mai 2026 at 08:36

    Das mit dem fehlenden Willen zur Transparenz ist übrigens witzig. Sie sind doch im öffentlichen Chat von GfS bei Telegram dabei, Herr Wichlitzky. Wie öffentlich sollten wir denn nun noch sein. Und wie groß das Interesse an dieser Art der Arbeit ist, sehen Sie auch da. Keine 30 Leute lesen da mit. Inklusive Wählergruppe selbst…

  21. 19. Mai 2026 at 08:31

    Nee, nee, Herr Wichlitzky, da verstehen Sie mich falsch. Das System gehört nicht wegen Pisa an die Wand gefahren, sondern es wird wegen struktureller Mängel gerade an die Wand gefahren. Das ist eine Beobachtung und Ableitung aus der Glaskugel, keine Forderung. Und man wird sich darauf ausruhen, weil solche Forderungen wie die der AfD, eine Bildungspflicht einzuführen, gerade Recht kommt, in Anbetracht des Lehrermangels z.B. man sich selbst aber nie trauen würde, sowas zu fordern. Und geht’s schief, war die AfD schuld. So wird das quer durch die Bank kommen. Sie werden an mich und meine Glaskugel noch denken, glauben Sie mir.

  22. Elke
    18. Mai 2026 at 21:36

    @ Kommentar Sie haben mein Kommentar nicht verstanden ? und @ Jeffrey wir haben in diesem Land mindestens 2 verlorene Generationen von Schülern in und mit diesem Schulsystem!!!! Danke an die letzten 20 Jahre Schulpolitik!!!

  23. Jeffrey Wichlitzky
    18. Mai 2026 at 19:28

    Herr Schulze,

    Ihren Pessimismus kann ich nachvollziehen — Ihre Schlussfolgerung nicht.

    PISA misst Durchschnitte. Nichts anderes. Und Durchschnitte über sechzehn Bundesländer mit höchst unterschiedlichen Schulsystemen sagen wenig darüber aus, was bildungspolitisch möglich wäre, wenn man wollte. Sie beschreiben den Status quo — sie sind kein Naturgesetz. Wer aus diesen Zahlen ableitet, das System gehöre an die Wand gefahren, verwechselt Diagnose mit Therapie.

    Und die Vorstellung, ausgerechnet die AfD solle diese Wand sein, damit hinterher jemand zum Aufräumen da ist — das ist keine politische Strategie. Das ist Trotz mit Ansage. Wer ein System aus Frust ruiniert, hinterlässt keine Lehre, sondern eine Generation, die den Schaden trägt.

    Bildung wird sich nur dort weiterentwickeln, wo Kommunen, Träger, Eltern, Pädagogen und Politik bereit sind, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten — anstatt sich gegenseitig die Schuld am eigenen Stillstand zuzuweisen. Innovation entsteht aus Zusammenspiel, nicht aus Zusammenbruch. Genau dieses Zusammenspiel fehlt in Schulzendorf. Und das ist kein Schicksal — das ist eine Entscheidung. Eine, die jeden Tag aufs Neue getroffen wird.

    Der erste Schritt aus dieser Sackgasse ist banal und unbequem zugleich: Transparenz. Wer nicht weiß, was entschieden wird, kann nicht mitentscheiden. Wer nicht versteht, was begründet wurde, kann nicht widersprechen. Und wer nie gefragt wird, hört irgendwann auf zu antworten. Dass es auch anders ginge — strukturiert, dokumentiert, mit klaren Fristen und veröffentlichten Antworten —, ist keine Utopie. Es ist eine Frage der Bereitschaft. Bei einigen Beteiligten mehr, bei anderen weniger. Wer Lust hat, demnächst zu erfahren, wo diese Bereitschaft anfängt und wo sie endet, wird Gelegenheit dazu bekommen.

  24. 18. Mai 2026 at 17:44

    Das Schulsystem wie wir es kennen, Kommentar, steht doch ohnehin vor dem Aus. Zudem sind 15 Jährige jetzt schon im Lesen und Rechnen hinter Rumänien. Insofern können Alle, inkl. der Blockflöten, sich nur wünschen, dass irgendwer kommt, der es dann final an die Wand fährt und dafür die Prügel einsteckt. Und dafür soll wohl die AfD ans Ruder. Bin gespannt wie die gucken, falls die AfD das Ruder rum reißt.

  25. Kommentar
    18. Mai 2026 at 09:04

    @Elke: Da die afd gegen die Schulpflicht ist (Kinder nebenbei zu unterrichten, können ja ganz einfach die Eltern übernehmen), wird sie wohl kaum eine Schule eröffnen.

  26. Elke
    16. Mai 2026 at 18:56

    Schon allein bei dem Gedanken evangelische Kirche und Kinder, dreht sich mein Magen 5x um. Das diese Kirche überhaupt eine Schule errichten darf ohne Ihre Vergangenheit aufgearbeitet zu haben. Stellt man sich vor die AFD würde eine Schule aufmachen, was für ein Geschrei es da geben würde.

  27. Jeffrey Wichlitzky
    15. Mai 2026 at 20:01

    Herr Schulze,
    danke für die Replik — und für die Ehrlichkeit, meine Einschätzung im Kern zu teilen. Das ist mehr, als man von den meisten erwarten darf.

    Den SBKS kenne ich. Und ich kenne seine Antworten. Die Frage nach ausreichenden Kita- und Schulplätzen für eine wachsende Gemeinde wurde von diesem Gremium — wie von allen anderen — jahrelang mit derselben Lösung beantwortet: Bestandsgebäude anpassen. Das ist keine Bildungspolitik. Das ist Mangelwirtschaft. Wer Zweifel hat, den erinnere ich gern an die Diskussion um den Bau der Kita Brückenschlag — oder an die Interimslösung Kita Kunterbunt, die aus einer Notlage entstand, die bei vorausschauender Planung nie hätte entstehen müssen. Fehlende Transparenz gegenüber Eltern in kommunalen Kitas rundet dieses Bild ab — ebenso wie ausgehöhlte Kitakonzepte, die einer ernsthaften Prüfung nicht standhalten würden, und es nie mussten. Wer als Träger weder Rechenschaft schuldet noch einfordert, wer Elternbeteiligung als lästige Pflichtübung begreift und pädagogische Grundlagen als Verwaltungsformular abheftet, der sollte sich nicht wundern, wenn am Ende eine Einrichtung übrig bleibt, die ihrem eigenen Anspruch nicht mehr gerecht wird — und das auch gar nicht mehr merkt. Seit wann wird doch gleich die Kita Löwenzahn vertretungsbedingt verwaltet?

    Zur Kompetenzfrage: Sie haben recht, Lehrpläne macht das Schulamt. Aber Rücklagen bilden, Förderprogramme erschließen, einen Schulneubau so vorbereiten, dass man nicht reflexartig ins teuerste Modell fällt — das ist kommunal. Und dazu gehört noch etwas, das in Schulzendorf nie ernsthaft stattgefunden hat: die ehrliche Abwägung alternativer Schulkonzepte — anstelle pauschaler Ablehnung aus Unkenntnis. Ob ein interkommunaler Ansatz, ob freie Trägerschaft, ob ein Modell, das pädagogische Gestaltungsfreiheit von Anfang an mitdenkt — diese Fragen wurden nicht gestellt. Nicht öffentlich, nicht transparent, nicht mit den Eltern. Wer sich nicht die Mühe macht, ein Konzept zu verstehen, bevor er dagegen stimmt, der trifft keine politische Entscheidung. Der verwaltet seine eigene Bequemlichkeit. Stattdessen: PPP. Weil es das Nächstliegende war, nicht weil es das Richtige ist.
    Und dann beschreiben Sie Schulen, in denen Opfer allein gelassen werden, Kitas, die zur Verwahrstelle verkommen, Personal am Limit — und schließen daraus, die GV sei das kleinste Problem. Ich schließe daraus das Gegenteil: Wer die Rahmenbedingungen setzt und trotzdem die Hände hebt, trägt Mitverantwortung. Auch wenn das unbequem ist.
    Transparenz und Dialog sind keine Kür demokratischer Entscheidungsfindung — sie sind deren Grundlage. Beides setzt voraus, dass die Beteiligten gewillt sind, Themen in ihrer Tiefe zu durchdringen. Was wir stattdessen erleben, sind ideologisch verblendete Meinungswiederkeuer, die aus fehlendem Sachverständnis eine Bringschuld der Verwaltung konstruieren — und jeden inhaltlichen Diskurs im Keim ersticken, bevor er begonnen hat. Wer das bezweifelt, den erinnere ich gern an die letzte Gemeindevertretersitzung.
    Die Hosen hochziehen und losgehen — einverstanden. Aber wohin, das muss vorher jemand entschieden haben. Und dafür braucht es Menschen, die bereit sind, mehr zu tun als Positionen zu wiederholen oder ihren eigenen Vorteil sichern zu wollen.

  28. 15. Mai 2026 at 13:48

    Herr Wichlitzky,
    die Stille die folgt, ist eine Unterstellung. Es gibt einen SBKS. Das ist der Arbeitsausschuss für genau diese Dinge. Setzen Sie sich doch bitte mal mit deren Arbeit der letzten 10 Jahre auseinander. Ich teile ihre Einschätzung zwar, aber ihre Watsche hier gerade ist nun doch etwas sehr pauschal. Das hilft auch Keinem.

    Davon ab, hat die GVV überhaupt keine Entscheidungsgewalt in Sachen Bildungspolitik. Wir können das Gebäude bestellen. Was darin passiert, das wird einem immer wieder sehr klar gemacht, ist Sache des Schulamtes. Und in Kitas gibt es auch Bildungsprogramme. Es kann nicht einfach ein Bürgermeister daher kommen oder per Ratsbeschluss Mittagsschlaf an Kitas eingeführt werden.

    Ob eine Buchautorin (ob gut oder nicht, entscheidet kein Artikel der Blockflötenmedienlandschaft) auch eine gute Direktorin sein wird, wird sich auch erst noch zeigen. Eins ist aber sicher: Schulen in freier Trägerschaft sind nunmal flexibler, als eine Schule wie beispielsweise Unsere (schon weil da eben auch Menschen tätig sind, die nicht von der eigenen Schulbank direkt in den Amtsschemel gefallen sind).
    Diese Flexibilität macht natürlich die Frage auf die Sie stellen (wohin wollen wir). Diese Frage, die die Gesellschaften der ganzen Erde noch nicht beantwortet haben, jetzt aber der GVV Schulzendorf aufzubürden finde ich schon sportlich, insbesondere wo ja immer alle darauf abstellen, dass wir kommunal nicht die Welt retten können, wenn es darum geht sich zum Beispiel gegen Fake-Pandemien aufzubürden oder Fragwürdigkeiten wie die Unterstützung der Ukraine nicht durch willenloses Abnicken aller Entscheidungen der Landespolitik auf kommunaler Ebene, einfach mitzutragen. Da lassen wir ja auch sehr gern regelmäßig die Hose bis zu den Knien runter unter dem Beifall der Bürger.

    Ja, wir können für uns selbst entscheiden, wie wir was wollen. Aber ich wage mal eine Prognose: Allein wir zwei haben da schon verschiedene Sichtweisen und Ansichten. Extrapolieren wir das mal auf 10.000 Einwohner, wovon um die 3000 noch überhaupt gar keiner angehört hat (Ritterschlag) und die restlichen 7000 in alter Tradition sich lieber die Köppe einschlagen als schlechte Kompromisse zu leben (was ich irgendwie auch richtig finde, denn schlechte Kompromisse sind Murks, wie man an der neuen Schule sieht).

    Aber sicherlich sollte man im Kampf die Kinder nicht liegen lassen!

    Die bleiben allerdings sowieso liegen, solange Eltern meinen, dass mangelnder Respekt und was hier so aufgeführt wurde, eine Folge dessen ist, dass man in Schulzendorf Bildungspolitik nie zur Chefsache gemacht hat. Also keine Ahnung Herr Wichlitzky, aber brauchen Sie Kita und Schule um Ihren Kindern die Grundwerte ihrer eigenen Erziehung näher zu bringen? Ich nicht. Und ich bitte ja fast darum derweil, dass das ausbleibt – in Schulen wo an der Tür vom Sekretariat nichtmal mehr angeklopft wird, wo die Opfer allein gelassen und die Täter geschützt werden (ja, ich spreche von Kindern, die sehr wohl in Täter und Opfer klassifiziert werden können bei entsprechenden Vorfällen) und in Einrichtungen, wo sich keiner mehr traut Opfer Opfer zu nennen und Täter Täter. Kitas, wo am Personal gespart wird, bis die Einrichtungen zur reinen Verwahrstelle verkommen und sich das Personal aufregt wenn Sie mal durchfegen sollen, weil man ja immerhin keine Putzkraft sei.

    In einer Gesellschaft, wo solche Dinge normal sind, glauben Sie mir Herr Wichlitzky, ist eine leistungsschwache GVV wie unsere, das allerkleinste Problem das wir haben! Wir sollten uns lieber langsam mal die Hosen wieder hoch ziehen und los gehen. Vielleicht finden wir sogar zwei, drei Weggefährten.

  29. Jeffrey Wichlitzky
    14. Mai 2026 at 20:59

    Zwei Kilometer Luftlinie. Eine andere Epoche.
    In Zeuthen eröffnet 2028 eine Evangelische Grundschule mit einer Leiterin, die KI als Lernpartner versteht, Kinder auf Resilienz, digitale Mündigkeit und Eigenverantwortung vorbereiten will. Man kann das für übertrieben halten. Man kann darüber streiten, ob Grundschüler ChatGPT brauchen oder erstmal Aufsätze schreiben lernen sollen. Aber immerhin: Dort stellt man sich die richtigen Fragen. Welche Schule brauchen Kinder morgen? Was schulden wir ihnen als Gemeinde?
    In Schulzendorf hat man diese Frage nie gestellt.
    Nicht einmal ansatzweise.
    Hier beschließt man einen Schulneubau im PPP-Modell ohne Bedarfsanalyse, ohne Raumprogramm, ohne eine einzige Sitzung, in der ernsthaft gefragt wurde: Was brauchen die Kinder dieser Gemeinde eigentlich? Und hier klassifiziert man bildungsrelevante Tagesordnungspunkte als nicht-öffentlich, damit die Eltern, deren Kinder betroffen sind, draußen bleiben.
    Aber der eigentliche Vorwurf sitzt tiefer.

    Ein Bürgermeister, der zwei volle Amtsperioden Zeit hatte, hätte die kommunalen Finanzen nicht nur verwalten können — er hätte sie gestalten können. Rücklagen bilden. Förderprogramme erschließen. Investitionsspielräume schaffen. Wer über zehn Jahre weiß, dass eine wachsende Gemeinde irgendwann eine neue Schule braucht, und trotzdem nichts vorsorgt, der trifft eine Entscheidung. Keine Unterlassung. Eine Entscheidung.
    Das Ergebnis: eine Gemeinde, die heute vor einem Schulneubau steht und reflexartig nach dem teuersten und unflexibelsten Modell greift — weil keine Alternative vorbereitet wurde. Weil niemand vorgedacht hat. Weil Bildungspolitik in Schulzendorf nie Chefsache war.

    Denn die ehrliche Antwort auf die Frage, wie sehr sich die Gemeinde in bildungspolitische Fragen einbringt, lautet: gar nicht. Nicht strukturell, nicht konzeptionell, nicht personell. Es gibt keine Bildungskommission. Keine Arbeitsgruppe Schulentwicklung. Kein Gespräch mit Pädagogen, Eltern oder Trägern darüber, was eine Grundschule im Jahr 2026 leisten soll. Was es gibt: eine Gemeindevertretung, die Schulbau als Kostenfaktor behandelt, Elternbeteiligung als Störfaktor, und Transparenz als Bedrohung.
    Und dann wundern wir uns über die Kinder.
    Über mangelnden Respekt. Über fehlendes Verantwortungsgefühl. Über Gleichgültigkeit gegenüber Gemeinschaft und Regeln. Als wäre das ein Problem, das irgendwo anders entsteht — in den Familien, in den Schulen, im Netz. Nicht hier. Nicht bei uns. Aber Kinder lernen nicht nur aus Lehrplänen. Sie lernen aus dem, was Erwachsene ihnen vorleben. Und was lebt eine Gemeinde vor, die Bildung als Verwaltungsvorgang behandelt, Eltern aus Sitzungen aussperrt und zehn Jahre lang keine einzige bildungspolitische Frage ernsthaft gestellt hat? Genau das: dass es egal ist. Dass niemand zuständig ist. Dass man abwartet, vertagt, und die Verantwortung weiterreicht.

    Wer in diesem Gremium jemals einen bildungspolitischen Impuls gesetzt hat — einen konkreten, inhaltlichen, über die Frage “wann und wie teuer” hinausgehenden — der möge sich melden.
    Die Stille, die folgt, ist die eigentliche Antwort.

    Zeuthen baut eine Schule für die Zukunft. Mit einer Haltung, einer Vision, einem Konzept.
    Schulzendorf verwaltet den Status quo. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
    Das ist kein geografischer Unterschied. Das ist ein politischer Wille — oder genauer: sein vollständiges Fehlen.

  30. Elke
    14. Mai 2026 at 19:38

    Die Kinder heute sollten erstmal lesen,rechnen und schreiben lernen und nicht Ki, was für ein schlechtes Konzept. Anstand und Respekt beim Umgang miteinander sind auch nicht schlecht vor allem die Eltern beim bringen und abholen ihrer Prinzen und Prinzessinnen!!!!!

  31. Petra P.
    14. Mai 2026 at 12:06

    Danke Soso!

  32. Soso
    13. Mai 2026 at 13:29

    Das ist übrigens was Schlechtes. Wir brauchen eine echte bundesweite Schulreform und keine KI im Klassenzimmer.

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