Problemimmobilien: Wer zieht die Gemeinde zur Rechenschaft?

3. Mai 2026
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Schulzendorf. Während private Eigentümer bei Vernachlässigung ihrer Immobilien oft zur Rechenschaft gezogen werden, stellt sich die Frage, wer die Kommune selbst zur Verantwortung zieht, wenn ihre Liegenschaften verrotten.

Der wohl beunruhigendste Fall in jüngster Zeit ist die Beinahe-Katastrophe am Dach der Grundschule. Dort bestand die reale Gefahr herabstürzender Stahlteile in das Innere der Schule. Die Affäre löste einen Untersuchungsaussschuss aus.

Dieser Schaden am Dachstuhl ist nicht über Nacht auf die Gemeinde hereingestürzt.

Dieser Schaden am Dachstuhl ist nicht über Nacht auf die Gemeinde hereingestürzt.

Ein weiteres Beispiel betrifft ein Wohnhaus in der Rosa-Luxemburg-Straße. Dort drohte der Einsturz eines Teils der Dachkonstruktion, weil tragende Holzteile massiv geschädigt waren. Eine Notreparatur war unausweichlich. Schätzungsweise 50.000 Euro wären nötig, um das Dach instand zu setzen. Der Mieter hat inzwischen eine Anwaltskanzlei eingeschaltet und eine Mietminderung durchgesetzt: Seit dem 1. April zahlt er 882,43 Euro statt der ursprünglichen 1.278,43 Euro, ein Einnahmeverlust für die Gemeinde von rund 30 Prozent.

Beide Vorfälle zeigen deutlich, wie korrespondierendes Handeln oder Unterlassen gravierende Folgen für Schüler, Personal und Anwohner haben können.

Dem Schulzendorfer liegt eine lange Liste gemeindeeigener Wohnhäuser vor. Bei einem Teil von ihnen dürfte der Zustand „jedoch nicht bedeutend besser aussehen“ aussehen, als in der Rosa-Luxemburg- Straße, konstatiert Bürgermeister Markus Witteck (CDU).

Schüler mussten mit der Gefahr herunterstürzender Stahlträge leben.

Schüler mussten mit der Gefahr herunterstürzender Stahlträge leben.

Ex-Bürgermeister Mücke und seine drei Bauamtsleiter, Undine Nulle, Jörg Sonntag und Julia Kruse, stehen vor der Frage, ob sie ihrer Pflicht der Vermögenssorge und Werterhaltung kommunalen Eigentums ausreichend nachgekommen sind. Vernachlässigte Instandhaltung bedeutet nicht nur potenzielle Gefährdung, sondern auch wachsende Folgekosten und Wertverluste für die Haushaltswirtschaft.

Am kommenden Mittwoch steht im Finanzausschuss die Entlastung von Ex-Bürgermeister Mücke für das Haushaltsjahr 2022 auf der Tagesordnung. Damit verschiebt sich der Fokus von der akuten Gefahrenlage hin zur politischen Verantwortung: Wer haftet, wer muss erklären, wer übernimmt Konsequenzen?

Das Rechnungsprüfungsamt als Fachaufsichtsbehörde empfiehlt der Gemeindevertretung die Entlastung von Mücke.

Fest steht, dass die Qualität kommunaler Infrastruktur direkt mit Sicherheit, Lebensqualität und dem gesellschaftlichen Vertrauen in die öffentliche Verwaltung verknüpft ist.

6 Responses to Problemimmobilien: Wer zieht die Gemeinde zur Rechenschaft?

  1. Jeffrey Wichlitzky
    5. Mai 2026 at 20:52

    Tiebau, könnten Sie das präzisieren? Wurden beim Bauordnungsamt des Landkreises bereits Anzeigen eingereicht — und wenn ja, was hat die Behörde veranlasst? Das wäre ein wesentlicher Baustein, der bisher öffentlich fehlt.

  2. Petra P.
    5. Mai 2026 at 10:45

    Eine etappenweise Entlastung darf es nicht geben. Der Bürgermeister hat sein Amt verlassen und seine Pflichten nicht erfüllt.

  3. Tiebau
    5. Mai 2026 at 10:12

    Darf ich einmal daran erinnern, dass das Bauordnungsamt da auch einen Anteil hat. Vielleicht sollte Mal Herr Schulze nachhaken, den Anzeigen habe eine andere Würdigung.

  4. anne
    4. Mai 2026 at 21:26

    Leider habe ich am Mittwoch im Finanzausschuss kein Stimmrecht als sachkundige Einwohnerin. Eine Entlastung ist für mich unvorstellbar.

  5. Jeffrey Wichlitzky
    4. Mai 2026 at 19:32

    Was das Netz nicht auffängt

    Peter Schulze nennt die Notreparatur am Schuldach eine Farce. Das ist keine Meinung — das ist, wer die Protokolle der Kommission Schadensverhütung kennt, ein protokollierter Befund.

    Das Netz unterhalb der Verglasung fängt keine Bauteile ab. Es ist ausschließlich als Durchfallsicherung für Personen auf dem Dach ausgelegt. So steht es im Protokoll der Januarsitzung. Was das für Schülerinnen und Schüler bedeutet, die sich darunter bewegen, muss nicht weiter ausgeführt werden.

    Das Dach war kein Überraschungsproblem. Der Wartungsvertrag wurde 2012 gekündigt — die Gründe sind der Akte nicht zu entnehmen. Im Juli 2023 meldete eine Dachdeckerfirma bei einer Routinebegehung schadhafte Abdichtungen, beschädigte Balken, Wassereintritt. Die Verwaltung handelte nicht. Die Notabsicherung folgte im Januar 2025. Ein Planungsbüro für die Gesamtsanierung ist bis heute nicht gefunden. Das Architekturbüro reagiert seit Jahren nicht mehr auf Anfragen.

    Am 23. April informierte Schulleiterin Frau Köckritz die Eltern der Malven-Grundschule, dass sie kurzfristig ans Staatliche Schulamt Cottbus abgeordnet werde — befristet, Vertretung durch Frau Stoye, Rückkehr: möglicherweise. Abordnungen geschehen nicht ohne Grund. Welche Rolle Frau Köckritz als mögliche Zeugin im laufenden Aufklärungsprozess spielt, ist eine Frage, die bisher niemand öffentlich stellt.

    Am Mittwoch empfiehlt das Rechnungsprüfungsamt die Entlastung von Ex-Bürgermeister Mücke für 2022. Man darf gespannt sein, wie diese Empfehlung klingt — vor dem Hintergrund, dass der Wartungsvertrag 2012 gekündigt wurde, die ersten Mängelhinweise 2023 kamen, die Notsicherung 2025 erfolgte und das Netz noch immer keine Bauteile auffängt.

  6. 3. Mai 2026 at 21:24

    Die durchgeführte Not-Reparatur am Schuldach ist aus meiner Sicht eine Farce! Die Holzbalken gammeln mit großer Sicherheit fröhlich weiter vor sich hin (unter dem davor angebrachten Stirnbrett, dass zusammen mit ein paar Klötzchen die angebracht wurden um die Querstreben am Herabfallen zu hindern) mit großer Ernsthaftigkeit als Reparatur verkauft werden. Man kann sich wundern, dass das offensichtlich weiterhin Verkehrssicherheit gegeben sein soll. Aber es ist wahrscheinlich wie bei der anderen Schule – es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wer möchte schon eine Schule schließen mit so vielen Schülern, weil das Dach einbrechen KÖNNTE. Oder wie unser werter Herr Hauptamt immer so schön gesagt hat, bei solchen und ähnlichen Umständen: ´Lebensrisiko´.
    Naja, eine Farce eben. Wie das restliche Clownland 2026.

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