„Schönefeld ist auch eine Gemeinde für Radfahrer*innen. Und wir freuen uns, diesen Lückenschluss heute feiern zu können.“, lobt Schönefelds Bürgermeister Hentschel vergangenen Freitag den neuen Radweg entlang der Südbahn des BER.
Doch während die Politik jubelt, stellt sich eine ganz andere Frage: Was atmen die Radfahrer dort eigentlich ein?
Radfahren soll gesund sein. Frische Luft, Bewegung, Fitness. Doch ausgerechnet am neuen Radweg entlang des BER kann von frischer Luft kaum die Rede sein. Denn in unmittelbarer Flughafennähe werden besonders hohe Konzentrationen Ultrafeiner Partikel (UFP) gemessen. Wissenschaftler bringen diese winzigen Partikel mit Risiken für Lunge sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung. Sie sind so klein, dass sie tief in den Körper und in das Blut eindringen können.
Und die Zahlen haben es in sich: Am 7. Juli 2026 wurde direkt an der BER-Rollbahn ein maximaler Einstundenmittelwert von 62.928 UFP-Partikeln pro Kubikzentimeter gemessen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet bereits 10.000 Partikel pro Kubikzentimeter als erhöhte Konzentration. Das bedeutet: Der gemessene Spitzenwert lag mehr als sechsmal so hoch.
Ungeachtet dessen beklatscht Bürgermeister Hentschel den neuen Radweg als positives Angebot für Bürger und Besucher. Kritiker dürften sich allerdings fragen: Wird hier ein Freizeitprojekt gefeiert, ohne die Belastung durch den Flugverkehr ausreichend zu berücksichtigen?
Denn gerade Radfahrer atmen bei körperlicher Anstrengung deutlich mehr Luft ein als Spaziergänger. Ausgerechnet dort, wo Bewegung eigentlich der Gesundheit dienen soll, könnten sie deshalb einer besonders hohen Belastung ausgesetzt sein.
Bleibt die entscheidende Frage: Soll Radfahren unter solchen Bedingungen wirklich Spaß machen oder hätte vor dem Bau eines Gesundheitswegs erst über die Luftqualität gesprochen werden müssen?

Ich bin gerne am Flughafen und drehe zum Feierabend meine Runde. Ich bin sehr dankbar, dass es diesen Radweg gibt.
Der Weg ist für die Radfahrer doch nichts untypisches – Unsere Bundesstraßen und Landstraßen haben doch ähnliche Belastungen.
@Zweifler, Jeffrey: ach so ihr meint die LPG Straße; ja da darf mit Pkw/Krad gefahren werden…
Der Artikel handelt vom neuen Radweg von W’dorf bis zur Kurve Lpg/Mittenwalder Str.
@Erdbewohner, zumindest bis vor 2 Wochen war da noch reger Autoverkehr zu beobachten. Ich bin den Weg selbst mehrfach gefahren ohne entsprechende Beschilderung. Kann allerdings sein, dass sich das mit der Eröffnung jetzt erledigt hat und die Freigabe nur noch für belastbare Lungen von Fahrradfahrern frei ist.
Zumindest das nebenstehende Solarfeld gibt dem Ganzen einen umweltfreundlichen Anstrich.
@Erdbewohner:
Er meint bestimmt die LPG-Straße westlich der Mittenwalder Str., wenn man von Tollkrug kommt, bis zum Meilenstein am Selchower Weg. Diese kann man mit Fahrzeugen bis 3,5 t befahren. Max. erlaubt sind 30km/h. Es gibt mehrere Ausweichbuchten für den Gegenverkehr.
Der neue Radweg müßte demnach östlich der Mittenwalder Str., Richtung Kiekebusch See.
@Jeffrey, da muß ick dich enttäuschen. Das Teilstück ist nur für Radfahrer; nicht für mot. Fz außer LPG-Fahrzeuge…
Das glaube ich nicht Andreas. Die rufen ja auch keinen PFAS Alarm aus. Man könnte genauso den Konzernen verbieten, Transportkisten für Autos aus dem Regenwald zu schnitzen oder Asbest weiter herzustellen. Von Aluminium, Teflon und Kunststoff generell fängt man lieber gar nicht erst an. Anfangen könnte man bei den überfischten Meeren aber durchaus. Oder dem Insektensterben. Aber das ist nix. Wir malen lieber Schachbretter in den UFP verseuchten Himmel um ihn abzudunkeln, kippen Glyphosat auf die Retorten-Nahrung und erhöhen die Steuern. Mit freundlichen Grüßen, im Auftrag, Ihre WHO. Wir schaffen das!
“Die Zahlen haben es in sich” – Der Fetisch muss weitergehen – Trage Maske und schütze Dich und Andere – Die WHO wird bald eine UFP-Pandemie ausrufen …
Noch gibt es keine Verordnung, diesen Weg nutzen zu müssen — aber vielleicht kommen wir ja irgendwann wieder dazu. Möglicherweise zum Wohl aller.
Immerhin lässt er sich auch für Autofahrer wunderbar verwenden: Etliche Buchten bieten dem Gegenverkehr genügend Platz zum Warten.
Anzumerken ist: Hentschel hat diesen Radweg nicht im Alleingang gebaut — es scheint also auch andernorts Gemeindevertreter zu geben, die es mit Wissenschaft und gesundem Menschenverstand nicht allzu genau nehmen, oder über Quellen verfügen, wonach körperliche Ertüchtigung auch im direkten Abzugsschacht einer Müllverbrennungsanlage gesundheitsförderlich ist.