Sieht so lupenreine Haushaltswirtschaft aus?

23. August 2026
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Schulzendorf. 115.729 Euro teure Solaranlage auf dem Schulzendorfer Rathaus ist fertig, aber ohne Netzanschluss!

In der Gemeinde sorgt der Umgang mit der Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach für neuen Unmut. Im Mittelpunkt steht die Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Markus Mücke (SPD-nominiert).

Ende März 2024 rollten die Handwerker an: Auf dem Rathausdach sollte eine Photovoltaikanlage entstehen. Nach Angaben der Gemeinde wurde die Anlage von der Gexx aeroSol GmbH aus Wildau errichtet. Die Auftragssumme: stolze 115.729,29 Euro.

PV-Panne sorgt für Einnahmeverluste (Foto: mwBild)

PV-Panne sorgt für Einnahmeverluste (Foto: mwBild)

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155 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 67,4 kWp sollten künftig Sonnenstrom produzieren und damit nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern idealerweise auch die Gemeindekasse entlasten.

Doch dann kam der bemerkenswerte Teil der Geschichte.

Am 8. Oktober 2024 erklärte der damalige Bürgermeister Markus Mücke, die Anlage sei „fertiggestellt“ und „in Betrieb“. Eine Aussage, die heute Fragen aufwirft. Denn die Anlage war zu diesem Zeitpunkt nicht am Netz. Und: Sie ist es nach aktuellem Stand noch immer nicht!

Eine Solaranlage, die keinen Strom ins Netz einspeist, ist für eine Kommune allerdings ein ziemlich teurer Sonnenschirm. Die Gemeinde hat mehr als 115.000 Euro investiert, kann aber die erwarteten Erträge aus der Stromproduktion beziehungsweise Einspeisung bislang nicht realisieren.

Wo blieb die Kontrolle durch die Rathausspitze?

Gerade bei einer Investition dieser Größenordnung stellt sich deshalb die Frage: Warum wurde die ordnungsgemäße Inbetriebnahme nicht konsequent bis zum Netzparallelbetrieb und zur Einspeisung verfolgt? Und warum konnte öffentlich der Eindruck entstehen, die Anlage sei bereits „in Betrieb“, wenn der entscheidende Netzanschluss noch fehlte?

Für die Kritiker der früheren Amtsführung ist das Wasser auf die Mühlen. Sie sehen darin ein weiteres Beispiel für eine aus ihrer Sicht unzureichende Haushalts- und Projektsteuerung während der Amtszeit von Markus Mücke.

Denn bei einer klammen Kommune zählt jeder Euro. Wenn eine Gemeinde mehr als 115.000 Euro in eine PV-Anlage investiert, sollte eigentlich nicht nur das Aufstellen der Module auf der Tagesordnung stehen. Die Anlage muss am Ende auch tatsächlich Strom produzieren und die geplanten finanziellen Effekte liefern.

Der neue Bürgermeister Markus Witteck (CDU) ist nun damit beschäftigt, auch diese offene Baustelle seines Vorgängers zu schließen. Auf Anfrage erklärt Witteck: „Aktuell sind wir mit dem Netzbetreiber E.DIS im Austausch, um die Anlage ans Netz zu bekommen.“

Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Kann eine PV-Anlage wirklich als „fertiggestellt und in Betrieb“ bezeichnet werden, wenn der Netzanschluss fehlt? Und noch wichtiger: Wer trägt die Verantwortung dafür, dass eine sechsstellige Investition der Gemeinde über einen so langen Zeitraum nicht ihre vorgesehene Wirkung entfaltet?

PV-Panne, Misswirtschaft bei gemeindeeigenen Immobilien, Vermietung kommunalen Eigentums zu einem Entgelt, das 80 Prozent unter dem üblichen Marktpreis liegt:  Kann unter diesen Umständen tatsächlich von einer verantwortungsvollen und ordnungsgemäßen kommunalen Haushaltsführung von Ex-Bürgermeister Mücke gesprochen werden? 

15 Responses to Sieht so lupenreine Haushaltswirtschaft aus?

  1. Asterix
    2. September 2026 at 13:34

    Lieber User Asterix, Ihren Kommentar veröffentlich wir nicht. Grund: User verächtlich machen, dulden wir hier nicht! Halten Sie sich bitte künftig an unsere Nutzungsbedingungen.

    Sabrina Rühle
    Redaktion

  2. Obelix
    29. August 2026 at 15:02

    Danke für die Aufklärung. Dann lag ich mit meiner Vermutung gar nicht so falsch – ohne Zähler und ohne erfolgte Anmeldung kann die Anlage natürlich nicht ans Netz. Dass der Installateur das Bauschema bei E.DIS nicht vorgelegt hat, erklärt einiges. Ob das schlampig war oder ob es technische Gründe gab, wissen wir nicht.Zwei 21 kW Speicher bei 67,4 kWp Anlage sind übrigens relativ klein. Das reicht locker für Beleuchtung, Computer, Kaffeemaschine und ein paar andere Bürogeräte im Rathaus tagsüber. Aber für eine Wärmepumpe, mehrere E-Dienstwagen gleichzeitig oder größere Lasten wird’s eng. Da wäre deutlich mehr Speicherkapazität sinnvoll gewesen, wenn man wirklich viel Eigenverbrauch fahren wollte.Dass die Firma schon zum zweiten Mal insolvent ist, macht die Sache natürlich nicht besser. Insolvent heut man heute oft aber alles nicht so schlimm, wir haben Deutschen Wind und Deutsche Sonne.

  3. Anne
    29. August 2026 at 12:02

    @Obelix: Die Anlage hat zwei 21 kW Speicher soweit mir bekannt ist. Aber bisher keine Zähler und die Anmeldung ist nicht erfolgt, weil das Bauschema der EDIS vom Installateur nicht vorgelegt wurde. Außerdem ist die Installationsfirma zum zweiten Mal insolvent. Herr Wittek hat es nicht leicht.

  4. Anne
    29. August 2026 at 11:56

    Eine Gesellschaft benötigt zu ihrer Entwicklung Energie. Da die nun nicht mehr zuverlässig und bezahlbar vorhanden ist, ist der Niedergang vorprogrammiert. Das kann man bereits sehr gut vor allem im Westen dieses Landes besichtigen. Für Zufall halte ich die koordinierten Vorgänge (Moorburg weg weg, Atomkraft weg, Kohle weg, Nordstream weg, grundlastfähige Kraftwerke weg etc.) nicht. Energiemangel bedeutet kein Wohlstand. Da machen wir uns noch gar kein Bild, was hier in wenigen Jahren die Lage sein wird. Woher die energie- und wasserfressenden Rechenzentren diese nehmen wollen? Es bleibt spannend.

  5. Andreas Haselow
    28. August 2026 at 09:39

    Wer lesen und ein klitzekleines bissle abstrahieren kann, ist klar im Vorteil!

  6. Manne
    28. August 2026 at 08:23

    @Obelix und Andreas Haselow: Ich verstehe die Einwände. Aber für welche Art der Energiegewinnung plädieren sie persönlich denn nun?

  7. Andreas Haselow
    28. August 2026 at 08:12

    Ach herrje, vielleicht sollten wir noch erklären, dass das hochverräterische Wegsprengen von (zum Teil neuen -Hamburg-) Kohle- und Kern-Kraftwerken, Gasleitungen in der Ostsee und Trafo-Stationen in Berlin der grundlastfähigen Energiegewinnung nicht zuträglich ist …

  8. Obelix
    27. August 2026 at 12:11

    „Manne, die Frage hatten wir schon mal. Dann beweis uns doch mal, wie ein Land oder ein Haushalt nur mit Wind und Sonne läuft, wenn weder Wind weht noch die Sonne scheint. Zu wenig Strom im Netz ist übrigens genauso scheiße wie zu viel. Aber das erklär ich dir nicht nochmal

  9. Manne
    27. August 2026 at 09:47

    @Obelix und Andreas Haselow: Für welche Art der Energiegewinnung plädieren sie denn?

  10. Obelix
    25. August 2026 at 08:00

    „Genau das ist der Punkt — diese Solaranlagen sind der Sondermüll von morgen. Dazu kommen noch die Betonwüsten auf unseren Feldern und in den Wäldern, die Ewigkeitschemikalien auf den Äckern und die Windräder, die nach 20 Jahren ebenfalls zu Sondermüll werden. Strom liefern sie oft genug nicht, wenn man ihn braucht, und wenn man sie abschaltet, muss man trotzdem zahlen.Wie kann es eigentlich sein, dass wir von einem Stromexporteur zu einem Stromimporteur geworden sind? König Mücke ist der Ideologie brav hinterhergelaufen, weil er damit gut dastehen konnte. Die eigentliche Frage ist doch: Kann man diese ideologisch getriebene Schandtat, die man unserem Land angetan hat, überhaupt noch rückgängig machen — oder haben wir uns schon für Jahrzehnte die Zukunft verbaut? Oder läuft man mit einem Brett vorm Kopf durch die Gegend und glaubt ernsthaft, die Kugel Eis wäre noch zu billig?“

  11. Andreas Haselow
    24. August 2026 at 15:16

    Gehen Sie weiter – Hier gibt’s nichts zu sehen!
    Wie aus Plandemie-Zeiten bekannt, spielt es doch keine Rolle ob die Massnahmen etwas (Positives) bringen, sondern ob all der Unsinn zwar Unsinn, jedoch gut gemeint ist.
    Der Untergang ist nah – Bis dahin packen wir uns nochmehr unsere Dächer mit Sondermüll der Zukunft voll …

  12. Obelix
    24. August 2026 at 02:02

    „Zwei Jahre steht diese teure Anlage nun schon als Sonnenschirm auf dem Rathaus. Vielleicht hat König Mücke mal wieder vergessen zu prüfen, ob das Netz die 67 kWp überhaupt aufnehmen kann. Man kann eben nicht unbegrenzt Solaranlagen bauen und denken, das Netz schluckt das schon. Cleverer wäre ein eigener Speicher gewesen. Stattdessen wird das Netz immer instabiler. Und wenn die Gemeinde-E-Autos nachts geladen werden, fahren die wohl eher mit Kohlestrom als mit erneuerbarer Energie. Da hatte man wohl recht mit der Aussage, er war und ist ein Griff ins Klo – und das Gericht hat die Meinungsfreiheit bestätigt. Für 115.000 Euro hätte man den Bürgern übrigens über 57.000 Kugeln Eis spendieren können.“

  13. Petra
    Petra
    23. August 2026 at 18:21

    Der Verwalter a.D. war in mwinwn Augen immer ein Fehlgriff. In diesem Fal muss man auch Mückes Tante vom Bauamt zur Rechenschaft ziehen. .Was hat Kruse unternommen? Warum ist sie nicht eingeschritte? Und warum ist sie nicht auch beim Schuldach eingeschritten?

  14. 23. August 2026 at 17:09

    Ich zitiere mal aus dem Protokoll und daran erinnere ich mich auch: “Die Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach wurde fertiggestellt und ist in Betrieb. In der nächsten Zeit sollen zwei Ladesäulen auf dem Rathausparkplatz errichtet werden. Das neue Dienstfahrzeug,
    das von allen Mitarbeitern der Gemeinde genutzt wird, ist ein E-Auto und wurde am 17.09.2024 geliefert. Das neue Dienstfahrzeug löst den inzwischen 14-jährigen alten Dienstwagen ab.”
    So weit, so gut. Die PV sieht man, die E-Karre auch. Was man nicht sieht, ist die Betriebsfähigkeit der PV und ja – die Ladesäulen. Das hätte man in der Tat kontrollieren und nachhaken können. Aber woher soll man denn ahnen, dass man so frech belogen wird, bei so normalen Aussagen Herr Wolff? Kontroll-Anspruch in allen Ehren, aber ich kann ja nun nicht noch neben ´wir kaufen verseuchtes Land und tun so als wäre nichts und biegen uns die Beschlüsse so lange hin, bis die GV zustimmt´ über das fast einbrechende Schuldach (das ja immer wieder behauptet wurde von mir übertrieben dargestellt wurde, was auch gelogen war wie man heute weiß), auch noch nen Elektriker in die Spur schicken um so eine völlig normale Aussage überprüfen zu lassen. Dass man komplett verarscht wird, ahnt man als Gemeindevertreter (in Schulzendorf) und erlebt es bei Beschlüssen wie dem mi der Schule nebst dem ganzen Tam Tam drum herum, wenn man versucht so einen Wahnsinn zu stoppen, aber dass man sogar kleinste, normalste Aussagen wie ´Anlage läuft´ überprüfen muss, sorry, aber das habe ich nicht geahnt. Das bedeutet also, dass ich ab sofort überhaupt keine Auskunft mehr glauben soll, ja, ist das der Wunsch? Ich meine – der Kopf ist neu, aber an dem Spruch ´Der Fisch fängt oben an zu stinken´ stimmt eben die Aussage ´fängt an´. Wo hört es denn auf? Ich frage nur…

  15. Jeffrey Wichlitzky
    23. August 2026 at 16:58

    155 Module, 67,4 kWp, 115.729,29 Euro — und über zwei Jahre lang exakt eine Sache nicht: Strom im Netz.

    Am 8. Oktober 2024 verkündete Bürgermeister Mücke vor der Gemeindevertretung, die Anlage sei „fertiggestellt” und „in Betrieb”. Bereits am 4. September, im Ortsentwicklungsausschuss, hieß es wortgleich. Beide Male ohne Netzanschluss, ohne Einspeisung, ohne die versprochene Entlastung der Gemeindekasse.

    Bürgermeister Witteck ist offiziell noch mit E.DIS im Gespräch. Inoffiziell ist zu hören, dass seit Kurzem zumindest die Ladesäulen versorgt werden — von der angekündigten Netzeinspeisung mit 59,1 % Autarkiegrad ist das weit entfernt.

    Und wo war die Gemeindevertretung? Am 8. Oktober folgte auf die Bürgermeister-Information eine ausführliche Fragestunde — Ladesäulenkosten, Leasingverträge, alles wurde hinterfragt. Nur zur 115.000-Euro-Anlage keine einzige Nachfrage. Auch danach kein Protokoll, das zeigt, dass je jemand nachgehakt hätte.

    Wer hat die Meldung „in Betrieb” formuliert, wer geprüft, wer hätte beim Ausbleiben der ersten Erträge Alarm schlagen müssen? Und die wichtigste Frage: Zieht eine öffentlich unwidersprochene Falschaussage über eine sechsstellige Investition eigentlich Konsequenzen nach sich — bei der noch ausstehenden Entlastung, oder im Zuge der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Cottbus? Oder verläuft auch das im Sande?

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