Licht und Schatten einer Freundschaft

15. August 2019
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Am 23. Juli 2008 wurde die Partnerschaft zwischen Schulzendorf und dem polnischen Kargowa besiegelt. Am letzten Samstag würdigten Funktionäre, Mitglieder von Vereinen und Bürgermeister Mücke (SPD – nominiert) das zehnjährige Jubiläum.

Was nicht vielen bekannt ist: Markus Mücke wollte von einem Bündnis mit den Polen anfangs NICHTS wissen.

Die Väter der Freundschaft sind Herbert Bütow und Dr. Herbert Burmeister (Die Linke).

Ihre Ursprünge  lagen in der Philatelie. Herbert Bütow, Ur Schulzendorfer und Philatelist, hatte sich im Bund Deutscher Philatelisten e. V. auf das Themengebiet Polen spezialisiert. Er kooperierte mit Stefan Petriuk , der Prüfer des Polnischen Philatelisten Verbandes (PZF) und gleichzeitig deutscher Ehrenbürger der polnischen Gemeinde Kargowa ist. Auf dessen Einladung hin nahmen Bütow’s Junge Philatelisten an einer Briefmarkenausstellung in der polnischen Gemeinde teil.

Vater der Partnerschaft: Herbert Bütow. (Foto: mwBild)

Vater der Partnerschaft: Herbert Bütow. (Foto: mwBild)

Bütow und Petriuk kamen auf die Idee, eine Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden zu initiieren. „Dann habe ich mich in mein Auto geschwungen und bin zum Bürgermeister Dr. Burmeister gefahren und habe ihm von dieser Idee erzählt. Und der fand die sogar gut!”, erinnerte sich der inzwischen verstorbene Herbert Bütow.

Amtsträger, Mitglieder von Vereinen, Feuerwehr und Schulzendorfs Senioren lernten in den Jahren ihrer Visasvis kennen, rückten einander näher und besuchten sich. Ein reger Austausch, vor allem auf kulturellem Gebiet, hat inzwischen Brauch.

Die größte Schwäche der Partnerschaft: Es ist eine der Funktionäre und Vereinsmitglieder. Und die machen noch nicht einmal zehn Prozent der Bewohner von Schulzendorf aus. Kann man da von einer Partnerschaft der Kommunen sprechen?

Was Bütow vor zehn Jahren verstand, nämlich Brücken zu schlagen, ist Bürgermeister Mücke misslungen: Eine Partnerschaft zwischen den Bürgern auf die Beine zu stellen. Regelmäßig finden in Kargowa Bürgerfeste statt. Warum nicht in Schulzendorf, warum nicht mit Menschen aus Kargowa und Prag – Vinor?

Initiativen für gemeinsame Projekte, meist finanziert durch EU – Fördergelder, gehen regelmäßig von polnischer Seite aus.

Die Öffentlichkeit war von der 10 Jahres Festveranstaltung ausgesperrt. Und welche Bedeutung haben Gemeinderäte dem Ereignis beigemessen? Nur drei von achtzehn Abgeordneten nahmen teil. Das Gros hatte das Fernbleiben nicht einmal entschuldigt.

Wann werden endlich Brücken zwischen den Bürgern geschlagen?

Dr. Herbert Burmeister und Janusz Klys nach der Unterzeichnung der Partnerschaft. (Foto: mwBild)

Dr. Herbert Burmeister und Janusz Klys nach der Unterzeichnung der Partnerschaft. (Foto: mwBild)

2 Responses to Licht und Schatten einer Freundschaft

  1. Heike
    22. August 2019 at 12:26

    Sehr geehrte Frau Rosa Klein, ich wüsste nicht, dass in der Gemeindevertretung die freien Wähler sind. Sie meinen sicherlich das BürgerBündnis (hat aber nichts mit den freien Wählern zu tun). Vielleicht waren auch einige Gemeindevertreter verhindert, weil sie vielleicht noch arbeiten müssen.

  2. Rosa Klein
    21. August 2019 at 08:08

    Wie soll eine Freundschaft entstehen , wenn nur jeweils eine Vertreterin der AfD , ein CDU-ler und ein Vertreter der SPD bei einer solchen Veranstaltung teilnehmen. Wo waren die Linke , die Grünen und die freien Wähler ? Natürlich hätte man die Bürger von Schulzendorf auch einladen müssen , aber wäre es sinnvoll gewesen , wenn nicht einmal die gewählten Gemeindevertreter anwesend waren.
    Ihre Rosa

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