Bürgermeister Markus Mücke: 100 Tage Amtszeit sind vorbei – 2.820 bleiben noch!

6. Mai 2010
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100 Tage – diese Zeitdauer wird einem Neuen zugestanden, um sich einzuarbeiten und erste Erfolge vorzuweisen. Seit dem 26. Januar 2010 hält Markus Mücke die Hebel der Schulzendorfer Verwaltung in der Hand. Zeit um eine erste Bilanz zu ziehen.

Eine große Schlacht hat Markus Mücke in dieser Zeit gewonnen, nämlich die um das 16 Kilometer Straßenausbauprojekt. „Ich konnte die Mehrheit der Gemeindevertreter in vielen Gesprächen davon überzeugen, dass es ein vernünftiges Projekt ist.”, sagte Mücke. Er baute den Kritikern des bestehenden Straßenausbauprojekts sogar eine Brücke. Bis zum 31.03.2010 gab er ihnen Gelegenheit um Änderungen an den Ausbauplänen herbeizuführen, obwohl er das europaweite Ausschreibungsverfahren hätte längst auslösen können.

Kopfschütteln löste Bürgermeister Mücke bei einigen Schulzendorfern durch seine Position in der 2/3 Eckgrundstücksregelung aus. Während er sein Votum im September 2009 als Gemeindevertreter für diese Regelung abgab, stimmte er als Bürgermeister im März 2010 dagegen. Schulzendorfs Kämmerin hatte zuvor wiederholt betont, dass sich die Gemeinde diese Regelung nicht leisten könne. „In der Funktion des Bürgermeisters habe ich die Interessen der gesamten Gemeinde zu berücksichtigen und werde dies auch weiter verfolgen.”, begründete Mücke sein Abstimmungsverhalten.

Markus Mücke hat es in den ersten Tagen seiner Amtszeit offenbar gut verstanden, die Gemeindevertreter in seine Entscheidungen einzubeziehen. Seine ausgestreckte Hand nahmen die dankend an. So ist es nicht verwunderlich, dass CDU Fraktionschef Joachim Kolberg dem Bürgermeister ein ordentliches 100 Tage – Zeugnis ausstellte. „Positiv bewerte ich, dass er rechtzeitig und offen mit uns geredet hat und seine Entscheidung nicht im stillen Kämmerlein getroffen hat. Ich hoffe, dass das im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit auch so bleibt.”, sagte Kolberg. Lobesworte für Mücke kamen auch vom Fraktionsvorsitzenden der Linken, Dieter Gronau. „Wir Gemeindevertreter werden vom Bürgermeister Markus Mücke in alle wichtigen Dinge mit einbezogen. Das ist eine neue Qualität, ein Signal, dass wir gewollt werden.”, urteilte Gronau.

Aus Sicht von Bürgermeister Mücke gab es in den 100 Tagen eine zunehmende Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit. „Ich bin angetreten, um eine gewisse Transparenz in die Verwaltung zu bringen und für einen größeren Informationsfluss zu sorgen.”, sagte Mücke. Erste Erfolge haben sich aus seiner Sicht eingestellt. So werden. Anfragen von Bürgern kurzfristig und kompetent beantwortet. Das Gemeindeoberhaupt hatte dabei den Eindruck gewonnen, dass sich die Sicht vieler Bürger auf das Gemeindeamt positiv verändert hat.

„Die Verwaltung macht ganz viele Dinge, die in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden.” konstatierte Mücke. Mit dem aufgefrischten Internetauftritt der Gemeinde will sich die Verwaltung besser präsentieren. Aktuelle Inhalte und detaillierte Informationen aus den Ämtern sollen den Schulzendorfern ein Bild vermitteln, was in der Verwaltung tatsächlich läuft.

„Ich habe, mit dem was ich mache, bisher noch nicht alle Schulzendorfer erreicht. Es ist noch eine Distanz da.”, stellte Mücke selbstkritisch fest. Die wird sich nach seiner Überzeugung mit dem Umzug in das neue Rathaus verringern. „In den Sommermonaten werden wir uns mit ein oder zwei Mitarbeiterinnen draußen, im Ortszentrum hinstellen und mit den Schulzendorfern über ihre Probleme reden.”, prophezeite Mücke.


Kritische Töne in Sachen Öffentlichkeitsarbeit der Verwaltung schlug hingegen Bernd Puhle (BürgerBündnis) an. „Der Bundesdatenbeauftragte beklagte jüngst, dass das Informationsfreiheitsgesetz, das allen Bürgern Akteneinsicht garantieren soll, in den Kommunen noch nicht angekommen ist. Der Bürgermeister, Herr Mücke, liefert den Beweis dafür! Seit seinem Amtsantritt ist eine Akteneinsicht nur mit seiner Genehmigung möglich, wohlgemerkt für Gemeindevertreter. Einem Schulzendorfer aus dem Dohlenstieg wurde das generell verwehrt.”, bemängelte Puhle.

Abschalten von einer anstrengenden Woche und auf andere Gedanken kommen ist für Markus Mücke wichtig. Besonders gut kann er das beim Sport. Bei jedem Heimspiel der 2. Männermannschaft der SG Schulzendorf kickt Mücke als Innenverteidiger. „Ich renne da wie ein Irrer den Platz hoch und runter. Erst nach dem Duschen komme ich wieder in das Leben zurück.”, gestand der Bürgermeister.

Wie nicht anders zu erwarten lief in den ersten 100 Tagen für ihn nicht alles glatt und reibungslos. „Zu Beginn meiner Amtszeit war da ein enormer Gegenwind. Da war ich tatsächlich manchmal irritiert. Ich war Dingen ausgesetzt, wo ich meinte, dafür kann ich eigentlich gar nichts.”, gab Mücke zu. Doch mittlerweile sitzt der Bürgermeister immer fester im Sattel. Selbstbewusst und zuversichtlich blickt er daher in die Zukunft: „Ich habe für acht Jahre eine Aufgabe bekommen und diese Aufgabe will ich lösen! Nach acht Jahren machen wir einen Strich, rechnen ab und sehen dann wie es weitergeht.” Bis dahin sind es aber noch 2.820 Tage, viel Zeit für Veränderungen!

6 Responses to Bürgermeister Markus Mücke: 100 Tage Amtszeit sind vorbei – 2.820 bleiben noch!

  1. Enrico Lefass
    25. August 2010 at 08:19

    100 Tage sind nichts wofür man sich rühmen kann! Da hat man die Eröffnungsbilanz erstellt und PR betrieben für sich selbst. Noch ist nichts allein durch seine Amtsgewalt und -führung passiert. Ich bin nun kein Schulzendorfer mehr, doch diese Art der Beweihräucherung gibt es leider überall in der Bundesrepublik. Liebe Journalisten, das muss nicht sein.

  2. BIN(ge)LADEN
    7. Mai 2010 at 20:46

    Mücke hin, Mücke her. Mich würde schon interessieren, weshalb man diesem Bürger aus dem Dohlenstieg irgendwelche Informationen nicht gab. Sehr redseelig war die Schulzendorfer Verwaltung noch nie. Ich habe in Sachen Naturschutz, Bäume, Bewässern im Sommer mehrfach geschrieben, eine Antwort erhielt ich nie. Und ich habe die Leute vom Bauhof auch schon “uneffektiv” (auf gut Deutsch:HERUMGAMMELN) sehen. Da kann ich dem Heintz nur zustimmen.

  3. mecker mecker
    7. Mai 2010 at 08:38

    Oh – jetzt schreiben wieder die, die schon immer alles besser gewusst haben. In Schulzendorf ist alles so schlimm – ich glaub ich zieh nach Eichwalde oder Zeuthen, da ist alles viel viel besse……

  4. Heintz G.
    6. Mai 2010 at 20:47

    Der Bauhof ist der reinste sozialistische VEB!!! Geld spielt keine Rolle. Die Schulzendorfer zahlens ja sowieso. Ich traute meinen Augen heute nicht. 2 Leute putzen an der Kreuzung R.Luxemburg Straße-Thälmanstraße die Hinweisschilder. Einer hält die Leiter und schaut in den Himmel, der andere putzt. Und ein großes Auto steht davor. Das ist Arbeit die ein Mitarbeiter erledigen kann. Kein privatwirtschaftlicher Betrieb kann sich sowas lesiten. Die wären Pleite mit solch einer Arbeitsorganisation wie sie hier in Schulzendorf zu sehen ist. Sie sollten sich mal diesem Thema zuwenden anstatt Lobeshymnen auf den Bürgermeister zu schreiben.

  5. Gerd
    6. Mai 2010 at 18:45

    Es ist Quatsch nach solch einer kurzen Zeit irgend eine Bewertung abzugeben. Man muss sehen was mit dem Straßenbau wird, wie sich Gebühren entwickeln, welche Infrastrukturprojekte in Angriff genommen werden. Bemerkenswert fand ich die Position von Herrn Puhle. Da muss es doch eine Begründung geben weshalb man Auskünfte verweigert. Komisch hört sich das jedenfalls schon an.

  6. Agent 007
    6. Mai 2010 at 10:18

    Also als ganz normaler Schulzendorfer Bürger kriegt man von irgendwelchen Veränderungen nichts mit. Gut die Internetseite, das ist aber nicht so das wichtige. Ob Mücke oder Burmeister, für mich geht der Trott so weiter.

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