Bürgermeister Hentschel hält dicht, trotz UFP – Wolke!

5. April 2026
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Mediziner sind sich sicher: Eine hohe Belastung durch UFP kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen (Symbolbild)

Mediziner sind sich sicher: Eine hohe Belastung durch UFP kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen (Symbolbild)

Schönefeld/Schulzendorf. Während die Welt über saubere Luft und Kindergesundheit spricht, schweigt Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel. Und das in einer Gesundheitskrise vor der eigenen Haustür! Dokumente der wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, renommierte Institute und Top-Mediziner warnen schon lange vor den ultrafeinen Partikeln (UFP) in unserer Luft. Diese winzigen Schadstoffe greifen die Atemwege an, gefährden Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Doch was passiert direkt vor der Haustür? Nur wenige hundert Meter von der geplanten interkommunalen Grundschule an der Miersdorfer Straße und der Container-Schule in Waltersdorf entfernt, pulsiert eine regelrechte Giftwolke. Die UFP-Messstation an der BER-Start- und Landebahn meldete 2025 den rekordverdächtigen Einstundenmittelwert von 174.147 Partikeln pro Kubikzentimeter Luft! Am vergangenen Freitag waren es  73.136 Partikel/cm³. Das Siebenfache der von der WHO ausgegebenen Orientierung einer erhöhten Konzentration von 10.000 Partikeln/cm³!

Kinder, die dort zur Schule gehen sollen, atmen täglich diese gefährliche Luft ein.

Und Bürgermeister Hentschel? Schweigt bis heute eisern auf eine Anfrage, wie er angesichts der Fakten beide Projekte rechtfertigt. Keine Stellungnahme, kein Lösungsansatz, kein Schutz für unsere Kleinsten. Das ist nicht nur ignorant, das ist ein fatales Versagen eines gewählten Vertreters!

Kein Demokrat darf bei so einer Gesundheitsgefahr schweigen. Eltern und Kinder in Schönefeld und Schulzendorf verdienen Antworten. Und zwar jetzt!

9 Responses to Bürgermeister Hentschel hält dicht, trotz UFP – Wolke!

  1. Manne
    9. April 2026 at 08:10

    @Anna: Sind Sie dann konsequenterweise auch für E-Autos und Wärmepumpen? Das würde sehr helfen, Feinstaub und Ultrafeinstaub zu senken. Kaminöfen und Kerzen müssten ebenso untersagt werden.

  2. Anne
    8. April 2026 at 18:54

    @Soso: Im Grunde haben Sie recht. Hier dürfte niemand leben. Jeder Ausbau ist das falsche Signal aus gesundheitlicher Sicht. Deshalb war ja auch Sperenberg weit draußen der ermittelte bestgeeignete Standort. Die Wahl von Schönefeld war eine rein politische Machtdemonstration. Das Thema ist deshalb so kontrovers, weil Gesundheitsschutz (und damit Haftung der Gemeinde) und untragbare finanzielle Verpflichtungen zusammen kommen. Um diese Belastung zu tragen, müssten wir die Grundsteuer vervielfachen. Sind sie dabei?

  3. Manne
    8. April 2026 at 17:13

    “Kinder, die dort zur Schule gehen sollen, atmen täglich diese gefährliche Luft ein.”

    Da die Schule nicht direkt auf dem Flughafengelände gebaut werden soll, frage ich mich, wie der Autor zu dieser Aussage kommt.

    Darüber hinaus gibt es für Ultrafeinstaub bislang keine Grenzwerte.

    Außerdem stellt sich die Frage, woher der Ultrafeinstaub stammt. Das ist ja kein singuläres Flughafenthema, sondern betrifft auch Öl- und Gasheizungen sowie Autos mit Verbrennungsmotor. Soll all das rund um eine mögliche Schule ernsthaft verboten werden?

  4. Soso
    8. April 2026 at 17:07

    Aber was ist denn die Lösung? Was ist der Plan? Keine Schulen mehr bauen? Große Sperrzone und alle Leute ziehen weg? Autos und Flugzeuge verbieten?
    Ich stimme ja grundsätzlich zu, dass es hier ein Problem gibt, wenn wir uns auch über die Schwere vielleicht nicht ganz einig sind. Mir fehlen aber konkrete Lösungen. Die Werte sind ja 3 Straßen weiter nicht besser, an der nächsten großen Hauptstraße wahrscheinlich schlechter. Warum dreht sich die Diskussion nur um Schulen, alles andere betrifft dieses Problem doch genauso?
    Ich finde das wird hier sehr selektiv betrachtet. Man könnte meinen es geht in erster Linie darum die Schule zu verhindern oder bestimmte Leute unbeliebt zu machen. Für beides gibt es sicherlich auch gute Gründe aber eine sinnvolle Debatte ist das ja auf die Art nicht, da sind wir uns hoffentlich einig.

  5. Neu Schulzendorfer
    8. April 2026 at 14:22

    @Soso: Es geht ja gar nicht nur um “schlechte Luftqualität”. Es geht um toxische Wirkungen von Ultrafeinstaub für Kinder und Erwachsene. Zitat: “Vor allem bei der Entstehung von Atemwegserkrankungen wie Lungenkrebs, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und Asthma, aber auch von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen kommt dem Ultrafeinstaub eine wichtige Rolle zu, urteilt der Mediziner Dean Schraufnagel von der Universität Illinois in einer aktuellen Übersichtsarbeit.” Und wer mehr darüber wissen will, dem empfehle ich “Sachstand-Gesundheitliche Aspekte von Ultrafeinstau” Verfasser ist der Deutschen Bundestag.(https://www.bundestag.de/resource/blob/1011736/WD-8-031-24-pdf.pdf)

    Es ist eine Schande, dass Herr Hentschel angesichts dieses Berichts mit Unterstützung von Mollenschott, Körner und Lübke eine Schule an diesem Standort bauen will.Sie alle sollten sich schämen!

  6. Soso
    8. April 2026 at 12:23

    Danke Anne, das ist ja schonmal EINE Quelle. Ich habe mir das angeschaut, das ist ja eine laufende Studie. Soweit ich das sehen konnte, wurde da bisher nur nachgewiesen, dass ein Flughafen die UFP-Konzentration messbar erhöht. Das gleiche haben sie übrigens über den Straßenverkehr herausgefunden. Von nachgewiesenen Gesundheitsschäden habe ich nichts gelesen. Vielleicht gibt es ja noch eine andere Quelle, muss ja nicht aus Berlin sein 😉
    Ich denke übrigens auch, dass sich eine schlechte Luftqualität negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirkt. Ich glaube auch nicht, dass das eine sonderlich kontroverse These ist. Ich frage mich aber warum hier ausschließlich der Flughafen verantwortlich gemacht wird und warum nur die Schule ein Problem ist. Meiner Meinung nach sollte das Thema gesamtgesellschaftlich betrachtet werden und natürlich fundiert und sachlich, nicht so emotional und populistisch.

  7. Andreas Haselow
    7. April 2026 at 14:50

    Ungenannte “renommierte Institute” und “Top-Mediziner” – Verweis auf weltweiten Kollektivismus – Grösser hätte auch ein Corona-Comeback nicht sein können …

  8. Soso
    7. April 2026 at 14:00

    “Dokumente der wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, renommierte Institute und Top-Mediziner warnen schon lange vor den ultrafeinen Partikeln (UFP) in unserer Luft.” – Dann seid doch so gut und gebt auch die Quellen an, nennt die Namen, mehr Journalismus weniger Populismus!

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Aktueller UFP-Wert

+++ Ultrafeinstaub Konzentration am BER, Maximaler Einstundenmittelwert am 07.04. 77.371Partikel/cm³ (Quelle: LUIS Brandenburg). Die WHO betrachtet einen Messwert von 10.000 Partikel/cm³ als „erhöhte Konzentration“. +++

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