Änderungen sind unerwünscht! – ein Kommentar von Gerlinde Sauer

9. April 2011
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Was im Landkreis Dahme Spreewald bereits im Dezember 2010 geschah, steht Bürgermeister Markus Mücke zu Beginn des 2. Quartals 2011! für Schulzendorf noch bevor: Die Aufstellung und Verabschiedung des Gemeindehaushalts. Ziemlich spät kommt das alles! Als Markus Mücke noch Gemeindevertreter war, moserte er über die verspäteten Haushaltsdebatten seines Vorgängers, Dr. Herbert Burmeister. Als Bürgermeister  versprach er Besserung, doch die ist nicht in Sicht. Für alles gibt es jedoch immer eine Begründung und die hat Markus Mücke auch parat: die neue Art der Buchführung, auch Doppik genannt, ist Schuld am ganzen Haushaltsdilemma.

Vor einigen Tagen bekamen Schulzendorfs Gemeindevertreter einen über 200 Seiten starken Haushalt präsentiert, ein fertiges und schwer durchschaubares Werk, über das selbst erfahrene Mitarbeiter der Kämmerei stöhnen. Kein leichtes Unterfangen für Schulzendorfs Parlamentarier im Zahlensalat durchzublicken.

Noch dramatischer dürfte es werden, wenn ein Abgeordneter mit einer oder gar mehreren von der Verwaltung geplanten Ausgaben nicht einverstanden ist. Überzeugt der dann die anderen Parlamentarier muss der 200 Seiten Haushalt geändert werden. Doch vor diesem Szenario graut Markus Mücke, schließlich wäre das ein „unverhältnismäßiger Aufwand“ der betrieben werden müsste. Damit diese Horrorvision nicht eintritt, warnte Markus Mücke vorab die Gemeindevertreter. Käme es zu Korrekturen, müsste der Haushalt „deutlich später“ verabschiedet werden, die vorläufige Haushaltsführung hätte dann die Gemeindevertretung zu verantworten.

Das heißt für Schulzendorfs Parlamentarier auf gut Deutsch nichts anderes als Finger heben und ja  sagen – Änderungen im Haushalt sind unerwünscht!

7 Responses to Änderungen sind unerwünscht! – ein Kommentar von Gerlinde Sauer

  1. Maks Stefani
    13. April 2011 at 10:29

    Mir kommen einige Kommentare doch reichlich voreingenommen vor, was die Arbeit des Bürgermeisters angeht. Es mag berechtigte Kritik geben, aber welche charakterlichen Defizite oder welches konkretes normwidriges Verhalten ist dem Bürgermeister eigentlich vorzuwerfen? Die genannten Punkte leuchten mir nicht unbedingt ein. Hat Herr Mücke denn die “Doppik” zu verantworten? Die Diskussion über den Haushalt wird schwierig, weil die Abgeordneten dem Inhalt des Zahlenwerks nicht gewachsen sein könnten. Schuld des Bürgermeisters, weil er keine Kurzfassung bereitstellt? Aber die würde doch gerade Manipulationen ermöglichen. Visionen und Träume anzumahnen – schön und gut, aber ich vermute die tagtägliche Kärrnerarbeit im Amt verbraucht auch einige Energien. Mir ist ein Bürgermeister, der arbeitet, lieber als ein Visionär, der träumt und dabei die Mühen der Ebenen aus dem Blick verliert.

  2. 12. April 2011 at 16:47

    Ich kann der Vorrednerin Petra nur zustimmen. Betrug am Wähler!!!!
    Jegliche Verantwortung wird auf die Gemeindevertreter abgewälzt. Selbst positioniert er sich zu nichts – immer schön schwammig. Seine angekündigte Transparenz-Fehlanzeige.
    Petra du hast es auf den Punkt gebracht. Mehr Worte bedarf es zu diesem Bürgermeister nicht!
    Kann man so einen Bürgermeister auch wieder abwählen?
    Der Mitbürger

  3. Petra
    10. April 2011 at 20:09

    Ich finde, dass wir einen ganz schwachen Bürgermeister haben. Ich war auf der Gemeindevertretersitzung in der letzten Woche. Das Auftreten von Herrn Mücke gleicht einem Offenbahrungseid. Wenn ich mich als Bürgermeister hinstelle und auf die Weisungen der Gemeindevertretung warte, damit ich in Sachen Fluglärmkommission handele, dann ist das schlimm. Ein Bürgermeister muss Visionen haben, er muss mit Vorschlägen vor die Gemeindevertreter aufwarten und nicht umgedreht, er muss Grundrichtungen vorgeben und die Gemeindevertreter von seinen Ideen begeistern. Herr Mücke reagiert, anstatt zu agieren, Herr Mücke verwaltet Schulzendorf wie ein Beamter -keine Visionen – keine Träume – Stillstand in Schulzendorf wird er hervorbringen. Nichts hat er in Schulzendorf bewegt. Da war ja sogar Herr Deppe einfallsreicher.

  4. Knuffke Frank
    10. April 2011 at 19:36

    Der Satz war gut “Bürokratie ist,wo die Form den Inhalt überwuchert”.Kannte ich noch nicht,trifft es aber haargenau!

  5. BingeLaden
    BingeLaden
    10. April 2011 at 18:31

    Bürokratie ist, wo die Form den Inhalt überwuchert, das sagte einmal eine ganz bekannte, inzwischen jedoch verpönte Persönlichkeit: W.I.Lenin. Herr Mücke verleiht der Haushaltsdebatte einen Stempel – sie ist eine einzige Farce. Die Volksvertreter bekommen einen Haufen Papier vorgesetzt und sollen ohne Änderungsmöglichkeiten abstimmen.Klasse Herr Mücke!Geben Sie sich mit dem Brandenburger Ministerpräsidenten Platzeck die Hand, der verfährt in Sachen BBI ähnlich wie Sie im Haushalt und dem Straßenausbau.

  6. Frank Knuffke
    Knuffke Frank
    10. April 2011 at 09:28

    Werte Gemeindevertreter von Schulzendorf.
    Habt ihr euch eigentlich schon mal die Frage gestellt warum die Doppik eingeführt wurde?Wer oder Was steckt dahinter,was sind die Ziele?Könnt ihr sicher nicht beantworten,macht nichts,der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt und Finanzdezernent des Landkreises W.Schmidt
    wunderte sich ebenso,wieso die die Doppik eigentlich eingeführt wurde und rätselte über den Sinn.Auf jeden Fall habt ihr jetzt was zum Grübeln.Wie schafft man aber nun Klarheit über den Haushalt?
    Wir würden eine glasklare Einnahmen und Ausgabengegenüberstellung
    verlangen mit Angaben der Kontenstände zum Beginn und Ende des Haushaltsjahres.Das kann doch kein Problem sein,oder?Schließlich macht man euch dafür verantwortlich wenn dann in einigen Jahren
    unangenehme Dinge wieder als “alternativlos”hingestellt werden.
    Schönen Sonntag noch!

  7. IR
    10. April 2011 at 08:36

    Ja ein leidiges Thema. Aber es ist doch heute so gewünscht. Gebe ich ein Werk zur Abstimmung und will meinen Willen durchsetzen, so gestalte ich es so umfangreich, undurchsichtig/unverständlich als möglich. Möglichst noch die Vorlage unter Zeitdruck dann ist doch für den Herausgeber alles perfekt und kann mit Zustimmung seiner Partner rechnen. Das trifft für Politiker, Wirtschaftsbosse usw. zu. Die Frage ist nur, wie lange lässt sich der mündige Bürger das bieten. Es ist doch möglich, eine Kurzfassung der Änderungen darzustellen. Also Parlamentarier wehrt Euch.

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