CDU-Politikerin fordert Grundstückskauf für Schulweg, doch das Land gehört längst jemand anderem.
Schulzendorf. Die Sicherheit von Schulkindern ist ein Thema, das immer zieht. Doch hat CDU-Gemeindevertreterin Nadja Boy bei ihrer jüngsten Forderung die Realität aus den Augen verloren?
Boy drängt darauf, dass die Gemeinde am berüchtigten Nadelöhr beim ehemaligen GABAU-Baumarkt im Altdorf ein Grundstück kauft, um dort einen sicheren Gehweg für die Schüler der Waltersdorfer Container-Schule anzulegen. Für die jüngsten Verkehrsteilnehmer laueren dort immense Gefahren, argumentiert die Christdemokratin.

Das Nadelöhr war bislang nach Faktenlage und Ansicht der Polizei kein Unfallschwerpunkt. (Foto: mwBild)
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Das Problem: Das gewünschte Grundstück ist nach Angaben von Bauamtschefin Kruse bereits verkauft. Damit dürfte ein kommunaler Erwerb derzeit kaum mehr als ein Wunschtraum sein. Denn warum sollte der neue Eigentümer sein frisch erworbenes Grundstück sofort wieder veräußern?
Trotzdem pocht Boy auf ihre Forderung. Bürgermeister Witteck solle „alle rechtlichen Möglichkeiten“ prüfen, um doch noch an die Fläche zu gelangen. Wie ein solcher Erwerb angesichts der chronisch klammen Gemeindekasse finanziert werden soll, ließ die Freizeitpolitikerin allerdings offen.
Doch wie gefährlich ist die Stelle tatsächlich?
Der Schulzendorfer fragte bei der Polizeidirektion Süd in Cottbus nach. Die Antwort fällt deutlich nüchterner aus als die Warnungen der CDU-Kommunalpolitikerin. Zwar sei die Engstelle unübersichtlich, eine sogenannte Unfallhäufigkeitsstelle sei sie jedoch nicht.
„Wir hatten zwischen 2020 und 2026 insgesamt sechs Verkehrsunfälle zu verzeichnen, davon zwei mit Verletzten. Aufgrund der Zahlen war die Stelle auch bislang nicht Thema der regelmäßigen Verkehrsunfallkommission zwischen Polizei, Kommunen und Landkreis“, erklärt Pressesprecher Sascha Erler.
Mit anderen Worten: Die Faktenlage gibt derzeit keinen Hinweis auf einen besonderen Unfallschwerpunkt. Selbst die Experten von Polizei, Landkreis und Kommunen sahen bislang keinen Anlass, sich intensiver mit dem Bereich zu befassen.
Fest steht: Einen Gehweg auf einem Grundstück bauen zu wollen, das der Gemeinde gar nicht gehört und das bereits verkauft wurde, dürfte schwerer werden als Nadja Boy es ihren Kollegen glauben machen möchte.
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