Mondscheinromantik bei den Schlosskonzerten Königs Wusterhausen

26. Juli 2018
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„Es war, als hätt‘ der Himmel die Erde still geküsst…“. Diese Gedichtzeile aus Eichendorffs Mondnacht passt hier nur zu gut, kann man sie doch gleichermaßen auf das Mondlicht wie auch auf die genialen Werke der Komponisten beziehen, mit denen die Schlosskonzerte Königs Wusterhausen 2018 eröffnet werden.

Am 1. September um 19 Uhr beginnt in der Kreuzkirche der Konzertabend mit „Clair de lune“ von Claude Debussy. Ein Werk, das zu Recht Weltruhm erlangt hat. Der Zuhörer wird in einen nächtlichen sommerlichen Reigen versetzt, von silbernem Mondschein und Stille umgeben, so zart sind die Klänge und sphärisch derart dicht, dass man meint, das Licht mit seinen Sinnen greifen zu können wie Harfensaiten.

Gerlint Böttcher und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim eröffnen wieder die Schlosskonzerte. (Foto: Norbert Vogel)

Gerlint Böttcher und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim eröffnen wieder die Schlosskonzerte. (Foto: Norbert Vogel)

Debussy war der impressionistische Klangmaler unter den französischen Komponisten, galt als rebellischer Individualist, lebte zeitweise als Bohemien und verdingte sich zwischendurch unter dem Decknamen „Monsieur Croche“ (Herr Achtelnote) als spitzfedriger Musikkritiker.

Hauptstück des Programms ist das Klavierkonzert Nr.1 e-Moll von Frédéric Chopin. Es ist ein Jugendwerk, das er noch in Polen schrieb und uraufführte, kurz bevor er in die Pariser Musikwelt eintauchte. Einem Freund vertraute er an, seine Liebe zu einer Sängerin sei Inspiration zu dem poetischen Mittelsatz gewesen, über den er selbst sagte: „Er ist eine Romanze,…eine Träumerei in einer mondbeglänzten Frühlingsnacht, voller süßer Erinnerungen…“. Chopin, als Klanggenie gerühmt, schuf hier ein Meisterstück von schier unfassbarem Melodienreichtum und glitzernder Verzierungskunst.

Abschließend kommt die Ballettmusik „Apollon Musagète“ von Igor Strawinsky zur Aufführung, ein Genre, dem Strawinsky sehr zugetan war, da er darin die größte  musikalische Weiterentwicklung für sich sah. 1928 im neoklassizistischen Stil komponiert, erzählt das großartige Werk aus dem Leben Apolls, wie er drei Musen zum Tanze führt und danach zum Parnass, an dessen Fuße sich Delphi befand. Würde man heute das berühmte Orakel befragen können, würde es sicher einen erstklassigen Konzertabend weissagen.

Künstler des Abends sind die Konzertpianistin Gerlint Böttcher und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung des Dirigenten Timo Handschuh.

Gerlint Böttcher ist zugleich auch künstlerische Leiterin des Festivals. Konzertreisen führten sie in viele Länder. Ende Oktober steht eine 14-tägige China-Tournee auf dem Programm. Zudem nimmt sie viele regionale Einladungen an und bereist ganz Deutschland.

„Es ist ein Traum, dieses Chopin-Konzert mit Orchester zu spielen. Und dann noch hier in Königs Wusterhausen – wunderbar“ – sagt die in Eichwalde lebende Künstlerin hocherfreut.

Das multinational besetzte Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim ist als Global Player weltweit unterwegs. Von der höchsten Spannung bis zur feinsten Nuance vermag sich der Klangkörper glasklar zu artikulieren. Das liegt auch an der sensiblen Führung von Timo Handschuh, der seit 2014 künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Orchesters ist.

Am Konzerttag findet um 17.30 Uhr eine spezielle Schlossführung statt, bei der viel Wissenswertes aus dem Leben des Soldatenkönigs zu erfahren ist.

Schon vor der Führung erwartet die Besucher das Team des Schlosscafés, um sie mit köstlichen selbstgebackenen Kuchen zu verwöhnen. Auch über die sorgfältig auserlesenen Kaffeesorten wissen die beredten und stets gut gelaunten Inhaber viel zu berichten.

Veranstalter ist der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e.V. Weitere Infos gibt es unter schlosskonzertekoenigswusterhausen.de. Karten, auch Kombitickets mit Schlossführung, gibt es bei reservix, im Musikladen Brusgatis und an allen anderen Kartenvorverkaufsstellen.

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