Durchgefallen: Rathaus ohne Keller!

17. Juni 2009
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Ein spannendes Thema stand in der „Nachspielzeit“ der Gemeindevertretersitzung vom 03.06.2009, am letzten Mittwoch zur Debatte. Schulzendorfs Gemeindevertreter waren aufgerufen über die Unterkellerung des künftigen Rathauses zu entscheiden. In der betreffenden Beschlussvorlage, über welche die Gemeindevertreter abzustimmen hatten, hieß es, „Im Verlauf der durch Hochtief erfolgten Planung des Rathauses nach grundsätzlichen Vorgaben durch die Verwaltung, stellte sich nach immer präziser werdender Ausführungsplanung heraus, dass …. die Unterbringung erforderlicher Flächen z. B. für Archivierung nicht ausreichend sind.“ Abhilfe soll deshalb eine Teilunterkellerung bringen. 365.000 Euro würde sie kosten, womit sich die Gesamterstellungskosten des Rathauses auf rund 4,5 Millionen Euro erhöhen würden. Das Geld für den Kellerbau stünde zur Verfügung, schließlich wurde im Haushaltsjahr 2008 ein Überschuss von 781.000 Euro erwirtschaftet. Kurzfristig wurde Katrin Eming, Projektleiterin der HochTief Construction AG und verantwortlich für den Bau des Schulzendorfer Ortszentrums eingeladen. Sie erklärte den Gemeindevertretern Details des Kellerprojekts und favorisierte seinen Bau. Denn so würden zusätzlich etwa 300 qm Nutzfläche entstehen, die nicht nur als Archivfläche, sondern auch für andere Zwecke genutzt werden könnten. Aus einem völlig anderen Blickwinkel, nämlich dem der Wirtschaftlichkeit für die Schulzendorfer Gemeindekasse, betrachtete SPD Vertreter Georg Bäumer das Kellerprojekt. Nach einer nüchternen und detailliert vorgetragenen Rechenanalyse kam er zu dem Schluss, das die Unterkellerung unwirtschaftlich sei. Dieses Fazit und die aus dem neuen Bauantragsverfahren entstehenden Verzögerungen im Bauablauf von mehreren Monaten sprächen gegen eine Teilunterkellerung. Die Befürworter der Teilunterkellerung argumentierten pragmatisch. Wenn ein Archiv gebaut werden soll, dann sollte es kein Provisorium sein. Kritisch wurde von Gemeindevertretern der hohe Preis des Kellers betrachtet. Katrin Eming begründete die hohen Kosten mit zusätzlichen Architekten- und Statikleistungen. SPD Frau Brigitte Basse fand es bedenklich das kurz vor dem Baubeginn des Rathauses festgestellt wird, dass die Räume, die in der Planung als Archiv vorgesehen waren, nicht ausreichend sind. Von einer mit eklatanten Fehlern behafteten Planung sprach Grünenvertreterin Andrea Goymann. Sie forderte sogar die komplette Neuplanung des Rathausbaues. Auch Schulzendorfs Bürgermeister Dr. Herbert Burmeister wartete auf Begründungen für das entstandene Defizit. Schließlich hatte doch die HochTief Construction AG zugesagt ein Rathaus zu errichten, dass den üblichen Ansprüchen gerecht wird. Auf die bohrenden Fragen vieler Gemeindevertreter, so Ines Fricke und Dr. Effler von der Linkspartei und Marcus Mücke von der SPD, wer für die fulminante Fehleinschätzung in der Planung des Archivbedarfs verantwortlich sei, herrschte zunächst Schweigen. Die HochTief Projektleiterin, Katrin Eming hielt sich bedeckt, sie wolle die Frage der Verantwortlichkeit „zurückstellen“. Am Ende der Sitzung überraschte Rita Koppe, stellvertretende Bürgermeisterin die Anwesenden mit dem Statement: „Ich übernehme die Verantwortung“.
Die überwältigende Mehrheit der Gemeindevertreter lehnte dieTeilunterkellerung ab.

Katrin Eming verwies auf Anfrage, dass die Rathausplanung nicht von der HochTief Construction AG stamme. WWW. Schulzendorfer.de wollte von den mit der Planung des Ortszentrums beauftragten Architekten Riccius & Winter Näheres zum Defizit bei den Archivflächen wissen. Auf eine entsprechende Anfrage hin gab es bislang keine Antwort.

2 Responses to Durchgefallen: Rathaus ohne Keller!

  1. André
    25. August 2009 at 22:36

    Mit welchen Konsequenzen hat die stellvertretende Bürgermeisterin zu rechnen, wenn Sie die Verantwortung für einen solch gravierenden Fehler übernimmt ?

  2. Ulf
    21. Juni 2009 at 18:17

    Wie geht denn das? Der Millionenkonzern baut Mist und will seine Verantwortung leugnen? Schlafen die denn da Alle in ihren Büros.

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