Schulzendorf. In gut einer Woche nimmt der Ausschuss „Kommission Schadenverhütung“ seine Arbeit auf. Der Ausschuss, der nach dem Vorbild eines Untersuchungsausschusses arbeitet, wurde von der Fraktion Gemeinsam für Schulzendorf (GfS) ins Leben gerufen. Auslöser war die Beinahe-Katastrophe am Dach der Grundschule in der Illgenstraße.
Am 6. Februar 2025 attestierte das Zeuthener Ingenieurbüro Kai Billinger GmbH nach einer Untersuchung an den maroden Dachfenstern der Grundschule in einer Expertise: Das „Herabstürzen von Stahlprofilen und Verglasungen kann nicht ausgeschlossen werden.“ Eine Sperrzone wurde eingerichtet und Hilfsmaßnahmen ergriffen, um das Herabstürzen tonnenschwerer Stahlträger und Verglasungen zu verhindern.
Zentrale Frage der Untersuchung: Hat Bürgermeister Mücke (SPD-nominiert) eine Dienstpflichtverletzung begangen? Schließlich ist die Gemeinde als Träger der Schule für die Abwehr von Gesundheitsgefahren und dem Schutz von gemeindlichem Eigentum und Vermögen verantwortlich.
Mindestens seit dem 9. Januar 2020 waren Mücke die Probleme der maroden Glasfenster im Atrium der Grundschule bekannt. In einer E-Mail, die an ein Ingenieurbüro geschickt wurde, gab es den Hinweis auf Warnzeichen: „Seit letztem Jahr hatten wir vermehrt Wasserschäden an den Atriumfenstern“, so das Amt. Geschehen ist nichts Zählbares. Der sichtbare Verrottungszustand von Holzteilen deutet darauf hin, dass hier seit Jahren weggeschaut wurde!
Doch nicht nur Mücke steht unter Druck. Auch Bauchefin Kruse muss sich unangenehmen Fragen stellen. Im Dezember 2024 sprach sie lediglich von einer „Reparatur“ der defekten Dachfenster, für die angeblich kein Handwerker gefunden werden konnte. Doch nur wenige Wochen später, nach der Billinger-Expertise, stand plötzlich der Abriss des Daches und eine Sanierung in Höhe von einer halben Million Euro zur Debatte. Alles deutet auf eine Fehl Einschätzung von Kruse hin. Bürgermeister Mücke war bekannt, dass die Bauchefin keine Hochschulausbildung als Bauingenieurin absolviert hat.
Auch Schuldirektorin Köckritz wird sich wohl unangenehme Fragen gefallen lassen müssen, Die undichten Fenster, die vergammelten Holzteile und die ständigen Wassereinbrüche an ihrem Arbeitsplatz, all das kann nicht einfach an ihr vorbeigegangen sein. Wie intensiv hat sie sich um die Beseitigung der sichtbarsten Mängel gekümmert? Man darf gespannt sein, ob sie sich für Aufklärung einsetzen wird.
Eltern, Kinder und Bürger knüpfen in Sachen Aufklärung große Erwartungen an die Untersuchung. Peter Schulze (GfS), der für seinen sachlichen Stil und seine unbequemen Fragen bekannt ist, wird den Untersuchungsausschuss leiten. Mit Torsten Keller (Bürgerbündnis), Frank Metelka (AfD) und Guido Thieke (CDU) sitzen gleich drei Gemeinderäte im Untersuchungsausschuss, die im Baugeschäft versiert und bereit sind, sich mit Sachverstand in die Diskussion einzubringen.
Grüne, Linke und SPD hatten vergeblich versucht, den Aufklärungsausschuss zu verhindern.
Wer trägt die Verantwortung für die Beinahe-Katastrophe? Der Ausschuss wird es hoffentlich ans Licht bringen.

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