Zeuthen. Der Rechtsstreit ist entschieden, doch der Ärger offenbar noch lange nicht vorbei. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Klage des NABU gegen die geplanten Baumfällungen an der Seestraße zurückgewiesen und die Rechtmäßigkeit des behördlichen Vorgehens bestätigt hat, geht der Naturschutzverband nun in die propagandistische Offensive. Und zwar mit einem Plakat, das für heftige Diskussionen sorgen dürfte.

Landrat Sven Herzberger und Zeuthens Bürgermeister Philipp Martens zählen zu den populärsten Persönlichkeiten der Region (Foto:mwBild)
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Auf dem Werbemotiv für eine Demonstration am 17. Juli ist Landrat Sven Herzberger schwitzend mit laufender Kettensäge an einem mächtigen Baum dargestellt. Auf dem Schwert der Motorsäge prangt die Aufschrift: „Ignoranz & Kurzsicht“. Herzberger wird damit symbolisch zum Baumfäller stilisiert, eine Darstellung, die man als persönliche Diffamierung und üble Unterstellung bewerten kann. In einer ersten Version des Plakats mischte sogar der „blaue Robur“, das Einsatzfahrzeug des rbb für Reportagen, mit.
Vom Naturschutz zur persönlichen Attacke?
Statt das Urteil zu akzeptieren, scheint der NABU nun auf maximale Emotionalisierung zu setzen. Rundherum um den schwitzenden Herzberger halten Demonstranten Schilder mit Parolen wie „Alleen sind Klimaschutz“, „Hitze stoppen! Bäume retten!“ oder „250 alte Linden sind unersetzlich!“.
Die Bildsprache ist eindeutig: Nicht mehr die juristische Auseinandersetzung steht im Mittelpunkt, sondern die Person des Landrats. Die Botschaft lautet unterschwellig: Herzberger sägt rücksichtslos Natur und Zukunft ab.
Dass es sich um eine Fotomontage handelt, dürfte zwar jedem Betrachter klar sein. Dennoch transportiert sie eine eindeutige moralische Wertung. Die Aufschrift „Ignoranz & Kurzsicht“ auf der Kettensäge erhebt faktisch den Vorwurf, der Landrat handele bewusst verantwortungslos.
Scharfe Töne statt sachlicher Debatte
Während der NABU regelmäßig einen respektvollen Umgang in politischen Debatten einfordert, greift er nun selbst zu drastischen Stilmitteln. Die Grenze zwischen zugespitzter Satire und persönlicher Herabwürdigung erscheint zumindest diskussionswürdig.
Die eigentliche Frage, wie der notwendige Straßenausbau mit dem Schutz der alten Linden bestmöglich vereinbart werden kann, rückt durch solche Motive zunehmend in den Hintergrund. Statt über Verkehrs- und Naturschutzlösungen zu diskutieren, dreht sich die Debatte nun um ein Plakat.
Spaltet der NABU die Bürger?
Der Konflikt um die Seestraße beschäftigt Zeuthen seit Jahren. Viele Anwohner wünschen sich aus Gründen der Verkehrssicherheit und wegen des schlechten Straßenzustands eine Sanierung. Andere kämpfen für den Erhalt der historischen Lindenallee.
Mit der Darstellung des Landrats als Kettensägen-Mann dürfte der NABU die Fronten jedoch weiter verhärten. Wer politische Gegner symbolisch an die Motorsäge stellt und ihnen „Ignoranz & Kurzsicht“ unterstellt, riskiert, dass aus einer sachlichen Auseinandersetzung ein persönlicher Schlagabtausch wird.
Ob diese Strategie nach der Niederlage vor Gericht neue Sympathien gewinnt oder vielmehr Zweifel am Stil des Verbandes weckt, dürfte sich spätestens bei der angekündigten Demonstration zeigen.
Anmerkung: Kurz nach Veröffentlichung des Beitrages wurde das Bild von Sven Herzberger vom NABU-Plakat entfernt.
Provokation nach oben ist erste Bürger- und Widerstandspflicht – Alles Andere ist Konsens-Opposition!
“Ob es dann noch möglich ist, dass Organisationen klagen können, sollte überprüft werden”, so Herzberger (in der MAZ vom 03.07.2026).
Das ist nun das Orwellche Demokratie- und Rechtsverständnis eines Herrn Herzberger. Den Organisationen soll das Klagen verboten werden und wenn der Bürger gegen den Staat klagt, bekommt sowieso immer der Staat oder als Erfüllungsgehilfe des Staates, der (Ab)Wasserverband recht.
In der Sache bietet sich ein Paradigmenwechsel in der Herangehensweise an:
Anstatt den Strassenausbau und dessen angestrebten Endzustand als alternativlose, heilige Agenda-Kuh vorzugeben (“der notwendige Straßenausbau”), sollte der Zustand aller 250 Bäume, festgestellt durch minimal-invasive oder invasivlose Untersuchungen eines jeden Baumes (ein Baum der von aussen topfit aussieht, kann innerlich sehr weit verfault sein), und die Einbeziehung der direkt betroffenen Anwohner, den Grad und Umfang des Strassenausbaues vorgeben.
Erwins Vorschlag, eine Seite als Schattenspender zu erhalten (vorzugsweise die Westseite?) verbunden mit einer eventuellen Umwidmung von Strasse und Bürgersteig(en), geht in die richtige Richtung und zeigt sehr viel mehr Charme, als das absolutistische Gehabe eines Sonnen-Landrat Königs Herzberger …
Ich kann nicht erkennen, wo “die Belange ordnungsgemäß gegeneinander abgewogen worden seien”.
ALLE Bäume fällen – das ist der menschengemachte Klimawandel!
Eine Seite als Schattenspender erhalten dann bleibt genügend Platz für den Ausbau der Strasse.
Wenn eine Sache “altrenativlos” ist, sagt das im Allgemeinen, daß über Alternativen nicht nachgedacht wurde.
Nur haben die Richter gesprochen, weg mit den Bäumen und auf zu neuen Temperaturrekorden.