NABU-Aktivistin teilt schallende „Ohrfeige“ nach Schulzendorf aus

21. Juni 2021
Von

Zeuthen. Bärenstarker Auftritt von NABU-Aktivistin Juliane Bauer! Weil sie das aussprach, was viele Menschen denken.

Die Nachbargemeinde beriet letzten Freitag in öffentlicher Runde über ein Leitbild. Die Zeuthenerin sorgte mit ihren Aussagen zu den Themen Zuzug, Infrastruktur und Natur für Beachtung. Auch Schulzendorfer verfolgten die Debatte, Bauers Worte stimmten sie nachdenklich.

Das sind ihre Kernaussagen:

  • zu neuen Baugebieten – „Wenn wir neue Baugebiete ausweisen, dann soll das im sinnvollen Einklang mit Grün- sowie Freizeit- und Erholungsflächen erfolgen, wo man sich wohlfühlen kann. Warum muss man offene Wiesen im Ortskern bebauen?“
  • zur Infrastruktur – „Bevor es weitere Zuzüge gibt, muss die soziale Infrastruktur ausgebaut werden. Wir können keinen weiteren Zuzug zulassen, bevor die Ärzteversorgung, Kita-und Schulkapazitäten ausgebaut sind. Das darf nicht nachrangig geschehen.“
  • zu Schulzendorf – „Wir sehen das Negativbeispiel Schulzendorf, Ritterschlag. Die Straßen platzen aus allen Nähten, wollen wir das in Zeuthen?“ (Allgemeines Kopfschütteln im Saal!)
  • zu Wachstum – „Zeuthen bleibt nur lebenswert, wenn jeder seinen Raum und seinen Platz hat. Ich befürchte, wenn wir immer mehr werden, immer größer und innovativer, das geht nach hinten los.“

Bauers Positionen dürften bei Schulzendorfs Gemeinderatschef Kolberg (CDU), der bemüht ist, neue Wohngebiete in der Gemeinde voranzupeitschen, und Bürgermeister Mücke Schnappatmung auslösen.

BILDMONTAGE: Juliane Bauer aus Zeuthen. Im Hintergrund: Neubaugebiet Ritterschlag

BILDMONTAGE: Juliane Bauer aus Zeuthen. Im Hintergrund: Neubaugebiet Ritterschlag

6 Responses to NABU-Aktivistin teilt schallende „Ohrfeige“ nach Schulzendorf aus

  1. Marek Penno
    4. Juli 2021 at 15:00

    Ich kann das gut nachvollziehen, dass der Ritterschlag als negatives Beispiel zum Vergleich herangezogen wird. Mir gefällt das Endergebnis auch nicht sonderlich.
    Die vielen Zuzügler, die natürlich (wer hätte das gedacht) auch Kinder haben können, stellen die unzureichende Infrastruktur von Schulzendorf auf eine harte Probe… und die die Betroffenen, die keine Kita Plätze bekommen, tun mir einfach leid.
    Warum man das (2016 noch) freie Grundstück neben der Grundschule auch in ein Wohngebiet umgewandelt hat als die Schule schon damals mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen hatte, ist mir auch ein Rätsel. Offizieller Grund war der akute Wohnungsbedarf. Aber ob diese wenigen Wohneinheiten noch einen Unterschied machen? Die Spielraum für weitere Schulerweiterungen wurde damit jedenfalls eingeschränkt.
    All diese Bauvorhaben wurden über einen langen Zeitraum geplant und die nun daraus entstandenen Konsequenzen sind eigentlich ganz natürlich und für Leute die sich den ganzen Tag mit Stadtentwicklung beschäftigen, sollten sie eigentlich voraussehbar gewesen sein. Sollte man denken…
    Was auch immer die Gründe für diese Entscheidungen waren, offensichtlich ist, dass sie uns jetzt Probleme bereiten und man sich in der Gemeinde nun mit Krisenmanagement, Zwischenlösungen und unzufriedenen Familien beschäftgen muss.

  2. BaumMann
    22. Juni 2021 at 14:53

    Sehr gut Frau Bauer und weiter laut sein! Diese Themen gehören in jede Umlandgemeinde. Die B Plan Flut muss, bis auf sinnvolle und notwendige, angepasste Infrastruktur, gestoppt werden. Die sogenannte Entwicklung hier im Speckgürtel ist längst nichts Gutes mehr. Es passt gar nichts mehr…. Enge, Verkehr, Flora und Fauna weg bzw. missächtlich behandelt und entfernt, Mondpreise für Siedlungsland, Mondpreise für Erschliessungszwänge, Zerstörung des halbwegs ausgewogenen Sozialgefüges zu Gunsten von Günstlingen und besser Gestellten.

    Wach werden, laut sein, ehrlich bleiben!

  3. Eichberger
    21. Juni 2021 at 22:40

    Man kann Frau Bauer nur zustimmen und hoffen, dass die Zeuthener Abgeordneten klüger als die aus Schulzendorf sind. „In Schulzendorf arbeiten, leben und wohnen heißt: Im Grünen leben“, so steht es auf der Internetseite der Gemeinde. Das müsste geändert werden. „Mitten in Wohngebieten aus Betonklötzer.“ Verantwortlich für dieses hässliche Wohngebiet ist nicht nur der Planer, auch unsere Gemeindevertreter, die diesem B-Plan zugestimmt haben. Dr. Burmeister und Herr Kolberg tragen dafür Mitverantwortung. Letzterer will offensichtlich ganz Schulzendorf zubetonieren, Lagerhallen im Ortszentrum, Wohngebiet Fürstenwalder Straße, Wohngebiet Rosengarten und Ernst-Thälmann-Str. Die Pläne der CDU sind unsäglich und nicht akzeptabel.

  4. ein Schulzenforfer
    21. Juni 2021 at 21:24

    Neue Bebauungsfächen in Schulzendorf? Wo denn bitteschön? Die Lebensqualität (was es hier mal gab) ist ja jetzt schon nicht mehr da! Man sollte sich in Schulzendorf erst mal um die bereits (lange) vorhandenen Aufgaben und Probleme kümmern.

    – Infrastruktur
    – Kapazitäten / Qualität von Kita & Schule
    – Einkaufsmöglichkeiten
    – Parkplätze
    – Grünpflege
    – Fussgängerbrücken im Wald
    – …

    Stattdessen wird Geld in einer sinnlosen Friedhofsgestaltung versenkt und keiner kann sich zukünftig mehr eine Bestattung in Schulzendorf leisten.

  5. Bine
    Bine
    21. Juni 2021 at 17:17

    Danke Frau Bauer, mehr gibts zu dem Thema nicht zu sagen. Kommen Sie doch bitte mal nach Schulzendorf und rütteln unsere Betonköpfen von der CDU wach.

  6. Bürger zweiter Klasse
    21. Juni 2021 at 12:00

    #Bauers Positionen dürften bei Schulzendorfs Gemeinderatschef Kolberg (CDU), der bemüht ist, neue Wohngebiete in der Gemeinde voranzupeitschen, und Bürgermeister Mücke Schnappatmung auslösen.#

    Das wir dem Verwalter nicht passieren, denn zahlen eben bei uns alle Steuern. Und wenn es 10.000 Einwohner sind bekommt er auch mehr Kohle. Iat ja dann eine Kleinstadt, wenn auch nicht mehr Lebenswert.
    Frei nach dem Motto: Kuchenkrümel für euch, Torte für mich.

    Oder wie verschandle ich mein anvertrautes Dorf in kürze zum Schandfleck der Republik

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