Miersdorfer See: Sind Enten Schuld am Badeverbot?

2. Juni 2022
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Zeuthen/Miersdorf. Mehrfach in einem Jahr werden Badegewässern auf ihre Bakterienlast untersucht. Im August 2021 wurde im Miersdorfer See eine zu hohe Konzentration von Enterokokken gemessen. Die Folge: Das Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV) verhängte für das Freibad ein „dauerhaftes Badeverbot“.

Sie fühlen sich wohl in der Miersdorfer Oase. (Foto: mwBild)
Sie fühlen sich sauwohl in der Miersdorfer Oase. (Foto: 02. Juni 2022 mwBild)

In Zeuthen rätselt man, wie es überhaupt zu dieser hohen Last von Fäkalbakterien kommen konnte. Professor Jonas Reif (Bündnis 90/Die Grünen) hat nach eigenen Recherchen eine Hypothese aufgestellt, die nicht von der Hand zuweisen ist. Enten könnten die hohe Konzentration der ENTErokokken ausgelöst haben.

Im Sommer 2021 musste das Freibad wegen eines hohen Krankenstands bei Bademeistern zeitweise geschlossen bleiben. Statt Badegäste wurden am Nichtschwimmerbecken und dem Steg, genau dort, wo die Gesundheitsschützer Wasserproben entnahmen, zahlreiche Enten beobachtet. Ufernähe, grüne Wiese und Ruhe-ein Oase für die Wasservögel.

Jonas Reif: "Man könnte sagen: Das Freibad musste geschlossen werden, weil es geschlossen war. (Foto: mwBild)
Jonas Reif: “Man könnte sagen: Das Freibad musste geschlossen werden, weil es geschlossen war. (Foto:02.06.2022/ mwBild)

Der Bakteriologe Edwin E Geldreich ermittelte in einer Studie, dass eine Ente täglich rund 336 g Kot mit 54 x 106 Enterokokken pro Gramm ausscheidet. Zum Vergleich: Ein Mensch scheidet täglich im Durchschnitt nur rund 150 g Stuhl aus, der zudem wesentlich weniger Fäkalkeime enthält.

Lassen sich also an einem Badesee Wasservögel wie Enten sichten, kann man davon ausgehen, dass Parasiten im Wasser vorhanden sind, die über den Kot in das Wasser gelangen.

In den letzten Tagen sind erneut Wasservögel ans Ufer des Freibads abgestiegen. Trifft Reifs Annahme zu, müssen sich die Zeuthener entscheiden: Wollen Sie ein Freibad oder ein Naturpark?

5 Responses to Miersdorfer See: Sind Enten Schuld am Badeverbot?

  1. Zweifler
    5. Juni 2022 at 20:52

    …und wenn nicht, kann man die Enten ja essen.

  2. Bürger zweiter Klasse
    5. Juni 2022 at 10:15

    wenn keine Leute da sind, sind die Enten ungestört.
    Also aufmachen, dann werden die Enten sich was anderes suchen. Und wenn nicht, egal, lasst uns baden gehen.

  3. Galle
    5. Juni 2022 at 08:58

    Schon wieder ist mein Eintrag gelöscht, so sieht also freie Presse aus! Ich meine nicht die Sperrung, sondern die Antwort darauf, die in Teilen bereits veröffentlicht war.

  4. B.Hartenstein
    4. Juni 2022 at 09:07

    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man nur noch lachen.
    In Miersdorf will man keine Enten, in Berlin-Zehlendorf stört das Krähen der Hähne. Am besten alles desinfizieren und mit Schutzanzug rum laufen. Der Schwachsinn in diesem Land steuert gefährliche Dimensionen an.
    Wir sagen jetzt der Natur, hau ab. In Berlin wird ein künstliches Bullerbü errichtet und hier schaffen wir ein Legoland mit Plastikenten, die nix fallen lassen.
    Idiotie nimm deinen Lauf!!!!

  5. Galle
    3. Juni 2022 at 12:27

    Lieber User Galle, Schmähkritik ist hier unerwünscht. Deshalb wurde Ihr Beitrag nicht veröffentlicht.

    Sabrina Rühle
    Redaktion

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