„Leuchtturmprojekt“ – Die Vergangenheit holt uns ein!

20. Februar 2026
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Schulzendorf. Wenige Tage vor der Kommunalwahl 2024 boxte eine Mehrheit im Gemeinderat aus Linken, Grünen und SPD im Eiltempo das Projekt einer gemeinsamen Grundschule mit Schönefeld durch. Eine Vereinbarung zum Bau und zur Finanzierung des „Leuchtturmprojekts“, wie Schönefelds Bürgermeister Hentschel das Vorhaben bezeichnete, wurde unterzeichnet. Kritiker bezeichneten sie als  „Hals über Kopf“-Entscheidung.

Hier sollen die Schulcontainer aufgebaut werden. (Foto: mwBild)

Hier sollen Schönefelds Schulcontainer aufgebaut werden. (Foto: mwBild)

Und alles trotz Bedenken von Finanzchef Alexander Reech zum Sinn des Projekts: „Ich erkenne nicht, dass wir für 40 Jahre jährlich 180 Schulplätze brauchen.“ Reech sah die Finanzierung als „problematisch“ an.

Bedenken von AfD, Bürgerbündnis, CDU, FDP und GfS wurden von der damaligen linken Groko unter den Teppich gekehrt. Wohl aus Ideologiebesessenheit. “Für mich ist das ein völlig unkalkulierbares Kostenrisiko, dass unsere Handlungsfähigkeit über einen sehr langen Zeitraum stark einschränkt.”, konstatierte Dennis Gottwald (FDP).

Alternativen zum 50 Millionen Projekt wurden durch das Rathaus nicht tiefgehend beleuchtet. „Es gibt andere Lösungen“, hielt Dr. Wolfgang Schröder (Bürgerbündnis) damals dagegen.

Auf dem Weg in die Pleite?

Jetzt könnte die Gemeinde von der Vergangenheit eingeholt werden!

Bevor das „Leuchtturmprojekt“ fertiggestellt sein wird, sind Schüler interimsweise in Räumen in der Sporthalle in Schulzendorf untergebracht. Später sollen sie in Container ziehen, die in Waltersdorf an der Kreuzung Schulzendorfer Straße/Königs Wusterhausener Straße aufgestellt werden. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Ein Ort, an dem massenhaft Ultrafeinstaub anfallen dürfte und wo von startenden Flugzeugen auf der „Hoffmann-Kurve“ Lärmpegel von über 70 db(A) gemessen werden.

Wie Bürgermeister Markus Witteck (CDU) erklärte, ist Schulzendorf verpflichtet, sich an den Kosten der Container Schule zu beteiligen. 2026 fallen für den Zeitraum ab 01.08. 515.000 Euro, 2027 1,1 Millionen Euro und 2028 600.000 Euro an. Falls nichts dazwischenkommt, wie es oft bei Projekten der öffentlichen Hand der Fall ist. Hinzu kommen Kosten für das Bildungspersonal.

Schock Reaktion vom Chef der Fraktion Gemeinsam für Schulzendorf, Peter Schulze: „Das wird uns über den Kopf wachsen.“

Man darf auf die Vorschläge von SPD, Grüne und Linke gespannt sein, die sie auf den Tisch legen werden, um die Millionen bereitzustellen. Aus dem Sondervermögen dürfte das Geld nicht kommen, schließlich soll es für neue und nicht für bereits laufende Vorhaben oder zum Löcher stopfen eingesetzt werden.

Für das „Leuchtturmprojekt“ stimmten am 29.05.2024: Andreas Körner, Claudia Stölzel, Andreas Zander (alle Fraktion Bündnis 90/Die Grünen), Claudia Mollenschott, Tim Voigtländer, Winnifred Tauche (alle Fraktion Die Linke), Tim Kolbe, Kerstin Schwerin, Dominik Lübke (alle Fraktion SPD).

One Response to „Leuchtturmprojekt“ – Die Vergangenheit holt uns ein!

  1. Jeffrey Wichlitzky
    20. Februar 2026 at 20:25

    Als Vater eines Kindes an der neuen Grundschule habe ich die jahrelangen Diskussionen in Schulzendorf hautnah erlebt – viel Streit um Millionenprojekte, Risiken und endlose Verzögerungen, während unsere Kinder in Provisorien wie Sporthallen und Containern untergebracht wurden.
    Auch beim Kitabau wurde jahrelang diskutiert, ohne eine flexible, vorausschauende Lösung zu entwickeln. Eine dynamisch geplante Kita hätte schon längst stehen und später sogar der Grundschule zusätzlichen Raum bieten können – doch diese Chance blieb ungenutzt.
    Trotz all dieser Versäumnisse zeigt sich heute etwas Ermutigendes: Die Schule mag noch nicht fertig gebaut sein, aber die engagierten Lehrerinnen und Lehrer beweisen jeden Tag, was selbst mit wenig Raum möglich ist – und dass guter Unterricht nicht an Quadratmetern scheitern muss.

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