Investitionsstau: Die Bilanz des Schreckens

6. September 2020
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Öffentlich und frei einsehbar ist er nicht. Er wird vom Rathaus vor der Öffentlichkeit geheim gehalten und das, obwohl es sich um das Geld aller Bürger dreht: Der Soll – Ist – Vergleich in Sachen Investitionen. Er zählt zu den wichtigsten Controlling – Instrumenten, um Abweichungen festzustellen und gegenzusteuern können.

Die Bilanz des Schreckens haben Bürgermeister Mücke und der für Finanzen verantwortliche Alexander Reech der Öffentlichkeit bislang nicht zugänglich gemacht. (Foto: mwBild)

Die Bilanz des Schreckens haben Bürgermeister Mücke und der für Finanzen verantwortliche Alexander Reech der Öffentlichkeit bislang nicht zugänglich gemacht. (Foto: mwBild)

Dem Schulzendorfer liegt er mit Stand vom August vor. Die Bilanz liefert ein desaströses Resultat. Rund 4,8 Millionen Euro sollten 2020 investiert werden, im August waren erst 15,4 Prozent in Projekte geflossen. Knapp 4,1 Millionen wurden bislang nicht ausgegeben. Zum Vergleich: In Zeuthen sind etwa 8,6 Millionen Euro für Investitionen geplant, davon sind im gleichen Zeitraum zirka 4,8 Millionen realisiert. Das sind 55 Prozent.

Dass bereit stehende Gelder von Bürgermeister Mücke (SPD – nominiert) und seiner Verwaltung nicht umgesetzt werden, ist kein neues Phänomen. Seit Jahren gibt es Klagen darüber. Gebetsmühlenartig führt Mücke Jahr für Jahr ähnliche Gründe dafür an. Ihm fehle es an Personal, vor allem im Bauamt. Das muss Architekten und Firmen finden, die Bauprojekte realisieren, was wegen des allgemeinen Baubooms nicht einfach ist.

Vorschläge für Wege, wie man dem Dilemma entgegensteuert, haben Bürgermeister Mücke und sein Verantwortlicher für Finanzen, Alexander Reech, bislang nicht präsentiert. Und seit dem Ausscheiden des Finanz- und Wirtschaftsexperten Hans – Georg Bäumer aus dem Gemeinderat, hält auch der sich mit Lösungsvorschlägen auffallend zurück.

Mehr als 10 Millionen Euro liegen auf dem Sparbuch der Gemeinde. Strafzinsen in Höhe von über 4.000 Euro musste Bürgermeister Mücke 2019 aus Steuergeldern an zwei Banken zahlen.

5 Responses to Investitionsstau: Die Bilanz des Schreckens

  1. Eichberger
    7. September 2020 at 14:11

    Kein Geld für Kopierpapier für die Kinder, aber 4.000 Euro Strafzinsen zahlen. Negativzinsen müssen nicht sein!

  2. Peter Siegert
    Peter Siegert
    7. September 2020 at 12:24

    In der freien Wirtschaft einfach undenkbar. Möglich wird das, weil in Verwaltungen kein Leistungsprinzip und kein echter Wettbewerb herrschen.

  3. Christiane
    7. September 2020 at 10:44

    @ Wähler
    RICHTIG!

  4. Ritterschläger
    6. September 2020 at 21:42

    Angesichts der Zahlen ist es kein Wunder, dass Herr Mücke sie nicht veröffentlicht. Und die Gemeindevertreter tollerieren das. Ich frage zwei Dinge. Was macht unsere Verwaltung? Warum läuft es in Zeuthen besser?

  5. Kalle Licht
    6. September 2020 at 18:56

    Übersetzt heißt das also wieder- die August- Bebel – Straße bekommt dieses Jahr auch wieder kein Straßen – Licht. Wozu gibt es diese feine Amt ?

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