Im Rat flogen die Fetzen: Unmut über Mückes Informationspolitik

27. März 2017
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Nicht die Mitglieder im extra geschaffenen Sonderausschuss Kita/Hort, sondern Dr. Herbert Burmeister (Die Linke) bohrte gezielt im Hauptausschuss nach Informationen zu den derzeit bedeutendsten Bauprojekten der Gemeinde, der Kita und dem Hort.

Er stellte Fragen zum Stand der Finanzen, vor allem zu den Mehrkosten beider Projekte. Doch Bauchef Sonntag schüttelte sie lässig ab, Antworten habe er nicht, sie würden nachgereicht. Worauf dem Gemeinderatschef der Kragen platzte: „Mir reicht es! Ich gebe mich mit damit nicht mehr zufrieden. Ich möchte Zahlen auf dem Tisch haben.“

Dr. Herbert Burmeister, Chef der Gemeindevertretung: "Ich möchte Zahlen auf dem Tisch haben." (Foto: Wolff)

Dr. Herbert Burmeister, Chef der Gemeindevertretung: “Ich möchte Zahlen auf dem Tisch haben.” (Foto: Wolff)

 

Kita Kosten explodieren bereits zu Baubeginn

Rund 32.900 Euro Mehrkosten auf Grund zusätzlich notwendig gewordener Erdarbeiten belasten schon zu Beginn des Projekts das Gemeindebudget. Inzwischen werden Zweifel von Experten und Gemeinderäten an der Aussage vom Vertreter des Planungsbüros Brüch Kunath Architekten, Peter Müller, laut.

Im letzten Sonderausschuss Hort/Kita hatte der erklärt, dass die Bodenaustauschmaßnahmen nicht vorhersehbar waren. Und das, obwohl den Chef Planern ein detailliertes Bodengutachten bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses vorlag.

Über ihre Erfahrungen beim Bau auf schwierigen Untergründen wollten die Architekten gegenüber dem Schulzendorfer auf Anfrage nichts Preis geben. „Wenn Sie Bedarf an Informationen haben, wenden Sie sich bitte an unseren Bauherren.“, hieß es von Büro Chefin Kathrin Kunath- Brüch.

Mückes Schummelei  mit der Bauzeit

Bürgermeister Mücke hat öffentlich erklärt, dass sich die Gemeinde mit dem Kita Projekt im Zeitplan befindet. Treffender formuliert müsste es heißen: Man liegt wieder im Zeitplan. Denn ein wichtiges Detail verschweigt er der Öffentlichkeit. Die Kita sollte ursprünglich schon am 31.12.2017 nutzbar sein. Doch weil dieser Termin nie und nimmer zu schaffen war, griff Bürgermeister Mücke in die Trickkiste und änderte den Fertigstellungstermin im Bauablaufplan ab. Er wurde um ein Vierteljahr nach hinten, auf den 30.03.2018, verschoben. Mit dieser Korrektur lag die Gemeinde nach der Bürgermeister Lesart plötzlich wieder im Zeitplan.

Kritik an Mückes Schummel – Plan kommt vom Chef des Gemeinderates: „Es kann ja nicht sein, dass Bauzeitenpläne fortgeschrieben werden. Dann habe ich nie einen Zeitverzug!“, so Dr. Herbert Burmeister.

8 Responses to Im Rat flogen die Fetzen: Unmut über Mückes Informationspolitik

  1. Schulzendorfer
    29. März 2017 at 09:38

    Ist doch super, nochmal 32.000€ Mehrkosten, nicht zu vergessen die Parkplätze für die Patronatskirche mit 60.000€ aber kein Geld zum Schule malern,dass können ja dann die ….. Eltern in ihrer Freizeit machen, ohne Versicherungsschutz. Einfach nur noch desaströs wie hier Steuergelder verschwendet werden, statt sie sinnvoll einzusetzen!!

  2. karo
    29. März 2017 at 08:37

    Herr Mücke hat doch andere Aufgaben. Er muss seine Ehrenbürgerschaft in Kargowa (Polen) vorbereiten. So ein Festakt ist sicher nicht ohne!

  3. Dieter Winter
    28. März 2017 at 14:06

    Da liegt ein Bodengutachten vor. Und dann wird ganz plötzlich und ganz unerwartet zusätzlicher Bodenaustausch nötig. Wer soll das glauben? Der kostet dann mal 36.000 Euro. In meinen Augen sollte sich das Oberstaatsanwalt Winter aus Neuruppin mal ansehen.

  4. Arno Nühm
    28. März 2017 at 11:53

    Genau Fr. Müller; es stinkt zum Himmel; zum Kotzen das solche Leute immer noch im Amt sind :( :( :( aber was will man von Rot-Rot auch anderes erwarten :(

  5. Frau Müller
    28. März 2017 at 08:45

    Ist die Entscheidung schon gefallen ob der Kollege Sonntag entfristet wird? Ich würde mir das gut überlegen liebe GV!

    Von mir aus kann er gerne zusammen mit seinem SummSumm-Chef den Hut nehmen. Was soll bei einem unfähigen Bürgermeister und einem mit Strafbefehl im Amt belastetem Bauamtsleiter schon rauskommen?

    Die Liste des Versagens wird immer länger. Sollen wir anfangen?:

    -Israel Erben müssen nur einen Bruchteil Folgekosten zahlen
    -Kita in die Einflugschneise an eine Hauptverkehrsstraße bauen
    -Baugeschehen Kita undurchsichtig, Zeitplan geschönt
    -Hortneubau undurchsichtig und hinterm Zeitplan
    -wie war das mit Warmwasser im neuen Hort?
    -zu erwartende Anliegergebühren A.-Bebel-Str.
    -Waldsiedlung geht nicht voran, dadurch Freiligrathstr. bald dicht
    -Rasenmahd….da war doch was
    -Lampen in die Einfahrt bauen (Miersdorferstr.)
    -läufts gerade im Bauhof?

    Aber am Ende heißt es doch wieder was er alles tolles geleistet hat und man beglückwünscht ihn dann zum unbefristetem Vertrag.

  6. Schwarzer Peter
    28. März 2017 at 07:56

    Für die Antwort sollte Herrn Sonntag eine Mißbilligung ausgesprochen werden. Sie ist Ausdruck von Arroganz und Respektlosigkeit. Daß Ingenierbüro sollte öffentlich darlegen, wie die Bodenverhältnisse laut Gutachten waren und konkrete Gründe benennen, warum dieser Mehraufwand nicht vorhersehbar war. Entweder ist das Bodengutachten oder die Bewertung durch das Planungsbüro fehlerhaft. Es sind Schadensersatzansprüche zu prüfen. Hier geht es um viel Geld der Bürger.

  7. Peter Siegert
    Peter Siegert
    28. März 2017 at 06:28

    Danke Herr Burmeister. Man stelle sich vor, der Geschäftsführer des BER gibt den Mitgliedern des Aufsichtsrates keine Antwort auf eine Frage zu den Finanzen. Man stelle sich vor, Finanzminister Schäuble kann im Bundestag keine Auskunft zu seinen Finanzen geben.
    Und im Architektenbüro hat man wohl vergessen, dass man Steuergelder erhält. Also hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, wie es um die Qualifikation des Büros steht. Mir fällt es jedenfalls auch schwer daran zu glauben, dass alles so unerwartet war.

  8. Olli
    28. März 2017 at 05:50

    Was will Kunath vertuschen?

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