Etwas einseitig! – Ein Kommentar von Gerlinde Sauer.

26. Oktober 2010
Von

Unter der Überschrift, „Was ist denn nun mit den Flugrouten?” erläutert Bürgermeister Mücke auf der Internetplattform der Gemeinde für die Leser einige „Begriffe”.  Von der Deutschen Flugsicherung bis hin zur B 8 Initiative erklärt das Gemeindeoberhaupt dem Interessierten, wer und was sich hinter den relevanten Begriffen verbirgt. Auch von den Bürgerinitiativen aus Berlin und der Nachbargemeinde Zeuthen ist die Rede.

Doch einen Begriff, der mir zum Thema BBI und Flugrouten sofort durch den Kopf schießt, den suchte ich vergeblich. Der Ausdruck, den ich in Mückes Erläuterungsliste vermisse heißt: „BVBB”.  Es ist jener gemeinnützige Bürgerverein, der sich seit Jahren für die vom Fluglärm betroffenen Menschen einsetzt.

Für mich bleibt die Frage, warum Markus Mücke die thematische Begriffserläuterung so lückenhaft vornahm. Klar dürfte eins sein: Unwissend oder vergesslich ist er bestimmt nicht! Liegen dem ersten Mann im Ort vielleicht die deutlichen, teilweise unangenehmen und manchmal streitbaren Worte im Magen, die Vertreter des BVBB gerade gegen Spitzenpolitiker der SPD richteten, also jener Partei, von der er zum Bürgermeister nominiert wurde? Keine Ahnung, ich finde jedenfalls, dass, wenn es um das Thema BBI und Flugrouten geht, auch der Begriff „BVBB” erläutert werden muss!

(Die in diesem Kommentar vertretenene Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion Schulzendorfer.de übereinstimmen.)

11 Responses to Etwas einseitig! – Ein Kommentar von Gerlinde Sauer.

  1. schon interessant
    28. Oktober 2010 at 08:19

    Ich finde es schon interessant, dass Herr Dziewinski anscheinend ernsthaft glaubt, das der Flughafen BBI noch zu verhindern sei. Alle Argumente bezüglich des Flughafens teile ich mit ihm. Der Standort ist so falsch wie ein Standort nur falsch sein kann! Aber einem Gemeindevertreter vorzuwerfen er möge doch den “Mumm” haben und einen Baustop fordern, ist mindestens unredlich.

    Ähnlich wie in Stuttgart sind auch in Schönefeld schon längst alle Würfel gefallen. Da wird es wenig von Nutzen sein mit großem getöse einen Baustop zu fordern. Erlicher ist es, und das tun im übrigen die betroffenen Umlandgemeinden, den Bürgern zu sagen was auf sie zukommt, den Einfluss den die Gemeinden in der Schutzgemeinschaft und der Fluglärmkomission haben geltend zu machen und dafür zu sorgen, dass der Flughafen sich finanziell nicht seiner Verantwortung entzieht.

    Es lässt sich immer leicht sagen was alles falsch ist und es ist auch nicht besonders schwer jemanden Vorwürfe zu machen und wenn es nur ein Herr Fischer aus der Schulzendorfer Gemeindevertretung ist. Aber wenn man dann mal etwas genauer hinschaut, muss ich feststellen, dass die Empörung gar nicht so groß sein kann. Auf den Demonstrationen gegen den Flughafen finden sich selten mehr als 4000 Leute ein, oft ist es nur ein verlorenes Häufchen und das in einem Gebiet mit weit mehr als 60000 Betroffenen und der BVBB schafft es nicht einmal mehr genug Geld für seine Musterklagen einzusammeln.

    Ich glaube fordern und vorwerfen allein reicht nicht – Engagement ist gefragt!!

  2. Stefan Dziewinski
    27. Oktober 2010 at 22:16

    @Th.Fischer
    Zitat aus Ihrer Zuschrift:
    “Es geht jetzt um die Flugrouten und um das Nachtflugverbot.”

    Nein es geht darum das endlich mehr Politiker den Mumm haben und öffentlich bekunden, das BBI am falschen Standort gebaut wird und Tausende darunter leiden werden. Und endlich die Bauarbeiten eingestellt werden, an BBI 21.
    Darum, das endlich all die Märchen von
    -den ewig geradeausfliegenden Flugzeugen, welche nie über Berlin fliegen,
    -der Annahme, ein Knick beim Start von BBI bliebe immer so bestehen und die DFS könne und würde das nicht wieder ändern (schauen Sie mal nach München, was dort passierte)
    -den Tag- und Nachtschutzgebieten welche niemanden schützen,
    -dem Entschädigungsanspruch mit lächerlichen 4.000 € für den Außenbereich (welchen bisher keiner erhielt),
    -den tausenden neuen Arbeitplätzen (wo sollen die qualifizierten Arbeitskräfte eigentlich herkommen, bei Arbeitslosenquoten von deutlich unter 10% in LDS und TF?),
    -dem “Groß”-Flughafen BBI (Ryan-Air zieht sich jetzt schon wegen der Keronsinsteuer aus Frankfurt-Hahn, seiner Basis, zurück, und was passiert erst, wenn die Rohstoffe zukünftig knapper und Öl teuerer wird?)
    -dem tollen Drehkreuz nach Osteuropa (welches längst statt in Schönefeld in Wien funktioniert,
    -dem erwarteten riesigen Frachtumsatz (der gerade mal ca. 50.000 Tonnen beträgt und der DHL, die längst von Halle-Leipzig fliegt),
    -dem gigantischen Umsatzsprung im Nicht-Flug-Bereich (bei gerade mal 3,5 Millionen Einwohnern im Einzugsbereich des BBI, davon die meisten aus “Arm aber Sexy”),
    -dem wirtschaftlichen Erfolg des BBI (HochTief hatte wegen Unwirtschaftlichkeit die private Errichtung und den Betrieb dankend abgelehnt),
    -der pünktlichen Eröffnung (welcher Termin ist eigentlich gerade aktuell, wo doch Herr Dankert von der SPD selbst schon Insiderinformationen hat, wonach auch die Eröffnung Mitte 2012 nicht zu halten sei), usw..

    Nein Herr Fischer, es geht nicht um Flugrouten oder Nachtflug.
    Es geht auch nicht darum, jetzt das vermeintlich Beste aus dem Desaster zu machen. Ob nun über den Eichberg oder über Altdorf, Schule oder Ortszentrum geflogen wird, an dem Ergebnis für Schulzendorf können weder Sie, noch der Bürgermeister etwas ändern, solange BBI in Betrieb geht und bleibt.
    Schauen Sie mal in die Karten, was die verschiedenen Routen für Schulzendorf wirklich bedeuten. Aussagekräftig sind auch die Geschäftsberichte der Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und der Vergleich mit denen von Tegel und Schönefeld.

    Mumm haben, und das Ende von BBI am falschen Standort fordern könnten Sie. Und den Menschen, deren Interessen Sie vertreten wollen, aufs Maul schauen, Ihnen zuhören und dann konsequent danach handeln.
    Warum, so frage ich jetzt mal ganz konkret, fordern die Volksvertreter der Umlandgemeinden und die Bürgermeister nicht geschlossen den Baustop?

    Damit Märchen endlich wieder ein gutes Ende haben.
    Stefan Dziewinski

  3. G.Franke
    27. Oktober 2010 at 08:07

    Nun erleben wir kompetent auftretene Politiker bei völliger Ahnungslosigkeit und ihre Hilfstruppen, sogar Wowereit ruft zu Protesten gegen Flugrouten auf, soviel Scheinheiligkeit ist schon schlimm.

    Hier wird nun massiv von den Fakten abgelenkt.
    Wenn zwei unabhängige Flugroutenplaner zum fast identischen Ergebnis kommen, dann zeigt das, es gibt kaum noch Spielräume.
    Schulzendorf hat kaum Entlastung.
    Die Deutsche Flugsicherung ist für Proteste der falsche Adressant, sie muss aus falsch plazierten Start- Landebahnen sowie einen ungeeigneten Standort Routen finden, die möglichst alle Bürger ob in Ost oder West wenig belasten, das Alles unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit sowie international festgelegten Bestimmungen.

    1. Das Schönefeld ungeignet ist und dauerhaft unwirtschaftlich ist, belegt die Faktensammlung im Buch BBI ein zweiter Berliner Bankenskandal, belegen die Seiten http://www.frank-welskop.de und BVBB-ev.de und das Raumordnungsverfahren.

    2. Das Schönefeld ungeignet ist, belegen die vorgeschlagenen Flugrouten,
    die kaum Entlastung ohne auf Kosten Anderer, funktionieren werden.

    3. Das Schönefeld ungeignet ist, belegt die Tatsache, das nun mehr Bürger betroffen sein werden als in der Planfeststellung angegeben.
    Da ist leider rechtlich kaum angreifbar, da Trennung Planfeststellung und Flugroutenplanung.

    Die Fakten überholen immer mehr die Propaganda, den viele uninformierte Bürger aufgesessen sind.
    Wan merken die Bürger das weiter gelogen wird, denn die Flugroutenthematik war schom 1998 bekannt.

    Ich empfehle dazu auch die DVD: Wie Verkehrspolitiker Milliarden versenken von Günter Ederer
    Stuttgart läßt grüßen!

    Jetzt geht es der Politik um Zeit, Wowereit soll überleben und Platzeck wird ihn unterstützen- Man nehme auch endlich zur Kenntnis das, das Raumordnungsverfahren die Unterstchrift von Platzeck trägt und der Fakt das Schönefeld ungeeignet ist, in ein solchen Verfahren bestätigt wurde.

    Der Flughafen wurde politisch und nicht Sachgerecht durchgepeitscht und die Bürger vor vollendeten Tatsachen gestellt.
    Jetzt gibt es das Schutzargument es wurde schon so viel Geld ausgegeben, das wäre ja nicht das erste mal in Brandenburg und ist BRandenburg untergegangen?

    Wer gegen Flugrouten über sein Kopf in Schulzendorf ist, muss für Sperenberg sein und für ein Baustop kämpfen!

    Gruß G.Franke

  4. Th. Fischer
    26. Oktober 2010 at 20:29

    Lieber BINGgeLADEN,
    Sie haben ja eine seltsame Vorstellung von den Parteien; so als ob wir lauter gleichgeschaltete, meinungslose Befehlsempfänger von oben wären! Ich kann Ihnen versichern, dass das nicht so ist. Kommen Sie doch mal zu einem unserer Treffen und überzeugen sich selbst.
    Es ist nämlich hinlänglich bekannt, dass die SPD Schulzendorf in Sachen Flughafenplanung mit der Landesregierung unterschiedlicher Meinung war und ist, um es milde auszudrücken. Es war von Anfang an der falsche Standort mit unerträglichen Belastungen für die Menschen, die im Mündungsfeuer der Startbahnen wohnen. Da braucht auch der Bürgermeister – meines Wissens Mitglied im BVBB und selbst Kläger – keine Belehrungen. Und vielleicht ist seine ruhige, sachliche Art erfolgreicher, als laut herumzupoltern.
    Es geht jetzt um die Flugrouten und um das Nachtflugverbot. Die Flugrouten werden nicht von Herrn Platzeck oder Herrn Wowereit bestimmt. Wir könnten also so lange wir wollen vor Platzecks Amtssitz demonstrieren (einen Brief erhalte ich deswegen schon gar nicht von ihm). Es würde nichts bringen, weil Platzeck nicht für Flugrouten verantwortlich ist.
    Vielmehr ist es so, dass auch die Landesregierung die Entwürfe der DFS kritisiert, auf schnelle Entscheidungen drängt, damit sich am Ende alle Betroffenen noch darauf einstellen können, und sich für die Prüfung aller Alternativen ausspricht. Außerdem ist die Landesrgierung gegen die Aufweichung des Lärmschutzgesetzes, bei dem nach dem Willen der Bundesregierung gesundheitliche Belange nicht mehr Vorrang vor wirtschaftlichen Erwägungen haben sollen. Wie auch immer es ausgeht mit den Flugrouten: ein Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr muss jetzt dringend her! das galt auch schon vorher, aber jetzt erst recht.

  5. Red Bull
    26. Oktober 2010 at 19:20

    @von armer BVBB: Ich finde Dieter Nuhr Klasse. Der hat einmal einen coolen Spruch los gelassen. “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!” :-) :-)

  6. Ulf
    26. Oktober 2010 at 18:10

    „Was hat denn bitte schön der BVBB mit dem Flughafen zu tun.“, fragt sich @von armer BVBB.
    Mal abgesehen davon, dass am Ende des Satzes ein Fragezeichen gehört und dass es meiner Überzeugung nach keine dummen Fragen gibt, möchte ich so antworten: NICHTS, aber auch GAR NICHTS!

  7. armer BVBB
    26. Oktober 2010 at 16:38

    Was hat denn bitte schön der BVBB mit dem Flughafen zu tun. Er protestiert dagegen – ja. Aber für den Flughafen an sich hat der Verein keine weitere Relevanz. Ob er nun da ist oder nicht, spielt für den Bau, die Eröffnung und den Betrieb erst einmal gar keine Rolle. Von daher finde ich es nicht schlimm wenn Informationen mit Erläuterungen zum Thema Flughafen auch ohne die Erwähnung des BVBB auskommen.

  8. Petra
    26. Oktober 2010 at 15:32

    @von der arme BVBB

    “….welche Aufgaben ein Bürgermeister zu erfüllen hat?!?” Herr Mücke hat sich dieses Thema ja nun selber ausgesucht. Wenn er sich diesem Thema widmet, dann muss er es richtig tun! Die Kritik ist völlig berechtigt. Ich kann mir Halbheiten in meinem Job nicht leisten!

  9. BINgeLADEN
    26. Oktober 2010 at 12:22

    @von der arme BVBB:
    Entweder wollen oder können Sie das Problem nicht verstehen. Wenn ich eine Betrachtung anstelle, dann muss ich die Fakten zum Thema vollständig benennen und zwar sehr objektiv. Der Beitrag auf der Internetseite der Gemeinde ist keinesfalls objektiv, da dem Bürger ein wichtiger Begriff unterschlagen wurde. Was spricht dagegen den BVBB zu benennen? Warum erwähnt er die DFS oder das Dialogforum? Die Frage ist doch berechtigt, warum BM Mückes Betrachtung so lückenhaft ist.
    Zum Thema Lobbyarbeit: Herr Mücke praktiziert sie doch sehr anschaulich. Er macht Lobbyarbeit für einen privaten Zeuthener Verein auf der Internetseite der Gemeinde Schulzendorf! Was soll man dazu sagen? Vielleicht gibts ja bald Komiks auf offiziellen Gemeindeseite.
    Und was der Ehrenvorsitzende des BVBB an Lautstärke zu viel hat, hat BM Markus Mücke leider zu wenig! Er ist mir persönlich in Sachen BBI viel zu leise und zu abwartend. Ich sehe keine Initiativen von ihm. Soll er doch mal mit seiner Bürgermeisterkollegin aus Zeuthen eine Protestdemo vor Platzecks Amtssitz initiieren und organisieren. Nein, das wird es nie geben. Ein Tag nach Anmeldung der Demo würde möglicherweise gleich ein Brief an die Genossen der Schulzendorfer SPD Ortsgruppe einflattern. Beispiele dafür gibt es ja. So hat Herr Wowereit seinen Parteikollegen in Berlin Treptow defacto die Klage gegen den BBI verboten. Dafür gibt es aber eine harmlose B 8 Initiative, na toll!!! Ich muss gleich gääähhhnen!

  10. 007
    26. Oktober 2010 at 09:09

    Mücke unternimmt den Versuch zu einem Thema Begriffe zu erklären. Dies hat zunächst gar nichts mit Wertungen zu tun! Entweder ich erkläre alle Begriffe oder ich lasse das Thema einfach mal sein! Wenn sich der Bürgermeister entschieden hat, dieses Thema anzugehen, dann soll er es bitte schön vollständig tun und nicht mit “halben” Wahrheiten an die Öffentlichkeit gehen!!!

  11. der arme BVBB
    26. Oktober 2010 at 08:06

    Ich wüsste jetzt nicht warum der BVBB nun unbedingt genannt werden muß? Es ist sicher unbestritten, dass dieser Verein mit unendlichem Engagement für die Rechte der vom Fluglärm betroffenen eintritt, aber in einem Kommentar zu rügen, dass der Bürgermeister den Verein nicht explizit erklärt bzw. erwähnt halte ich für sehr übertrieben. Der Bürgermeister hat bestimmt besseres zu tun als Lobbyarbeit für einen Verein zu leisten, der mit seinem lauten Vorsitzenden doch bestimmt genug Gehör in der Öffentlichkeit findet.

    Also manchmal frag ich mich ob Gerlinde Sauer wirklich verstanden hat, welche Aufgaben ein Bürgermeister zu erfüllen hat?!?

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