Der unsichtbare BER-Killer löst große Sorgen aus!

5. Januar 2026
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Schönefeld/Schulzendorf. In einer Welt, in der der Flugverkehr stetig zunimmt, wächst die Besorgnis um die Gesundheit der Bewohner. Mediziner sind sich einig: Atemwegs- und Herzprobleme sowie erhöhte Blutdruckwerte sind kurzfristige Folgen von Ultrafeinstaubpartikeln (UFP), die vor allem bei der Verbrennung von Flugzeugbenzin entstehen.

Durch die Verbrennung von Schwefel im Kerosin entstehen schädliche ultrafeine Partikel

Durch die Verbrennung von Schwefel im Kerosin entstehen schädliche ultrafeine Partikel

Ein Bericht von Professor Marianne Geiser aus der Universitätsklinik Bern lässt aufhorchen. Eine amerikanische Forschungsgruppe untersuchte 22 Erwachsene mit Asthma, die zwei Stunden lang in der Windfahne eines Flughafens spazieren gingen. Das Ergebnis? Höhere Werte des Entzündungsmarkers Interleukin-6 und ein herabgesetztes Lungenvolumen. Glasklare Indizien für die negativen Auswirkungen von UFP.

Die künftige gemeinsame Grundschule von Schönefeld und Schulzendorf in der Miersdorfer Straße steuert auf eine zentrale Gefahr hin.  Nur 2.500 Meter vom geplanten Standort entfernt steht eine UFP-Messstation an der südlichen Start- und Landebahn des BER. Und die zeigt alarmierende Werte: Im Dezember 2025 wurde ein maximaler Einstundenmittelwert von  174.147 Partikeln/cm³ gemessen! Zum Vergleich: Die WHO gibt als Orientierung für eine erhöhte UFP-Konzentration 10.000 Partikel/cm³ an.

In einem Land, das den Schutz seiner Bürger großschreibt, stellt sich die Frage: Wo bleibt der Aufschrei der Politiker?

Eltern, die bald ihre Kleinen in das sogenannte „Leuchtturmprojekt“, wie es Schönefeld Bürgermeister Hentschel nannte, schicken werden, sind mehr als besorgt. Sie hören die Durchhalteparolen von Politikern wie Bürgermeister Mücke (SPD-nominiert), der im Juli betonte, dass die Werte „weit von den Grenzwerten entfernt“ liegen. Doch hier kommt die ernüchternde Wahrheit ans Licht: Es existieren schlichtweg keine Grenzwerte für UFP! Über die realen Gefahren wird nicht offen gesprochen, stattdessen wird mit nebulösen Aussagen zur Beruhigung der Öffentlichkeit agiert.

Und dann ist da noch Andreas Körner von den Grünen, der die UFP-Werte in der Region ins Mittelfeld einordnet. Aber was bedeutet „Mittelfeld“, wenn man bedenkt, dass die Belastung der Luft weit über dem empfohlenen Wert liegt?

Wo bleibt der Schutz für unsere Kinder? Vertrauen wir den Schönfärbereien der Politiker oder nehmen wir die Fakten der Mediziner ernst? Unsere Kinder verdienen eine gesunde Zukunft ohne die Bedrohung durch den unsichtbaren BER-Killer Ultrafeinstaub.

14 Responses to Der unsichtbare BER-Killer löst große Sorgen aus!

  1. 7. Januar 2026 at 20:40

    Manne, es gibt dazu Quark-Auskünfte, weil aus der Hüfte. Nichts Schriftliches, nicht Verbindliches, nichts Glaubwürdiges. Der scheidende Bürgermeister hat ne flockige 100 Tausend in den Raum gestellt. Weil man ja wie Sie sagen, lange messen müsste. Ein Jahr Minimum. Ich halte diese Zahl für einen weiteren Versuch der Behinderung einer solchen Messung!

    Reifenabrieb und Hausbrand tragen zu den Gigawerten die im Artikel für die Flughafenregion genannt werden, mehr bei, als der Flugbetrieb selbst ja? Ich lache mich jetzt mehrere Nächte in den Schlaf!

  2. Manne
    7. Januar 2026 at 17:54

    Ulrich Häusler, hast du Interesse auf die von mir genannten Inhalte einzugehen?

  3. Manne
    7. Januar 2026 at 17:52

    Peter Schulze, diese Quark-Position hat dennoch nachvollziehbare Argumente, wie ich “natürlicherweise” finde.

    Ich bin per se nicht einmal gegen eine solche Messung, bin aber der Meinung, dass die Gemeinde mit den Ergebnissen nicht viel wird anfangen können. Dazu Folgendes: Die Messung müsste nicht nur die Höhe des Ultrafeinstaubs, sondern auch die Quelle exakt benennen können, um Maßnahmen ergreifen zu können. Quellen können Verbrenner sein, aber auch Reifenabrieb und Hausbrand – Hausbrand ist übrigens vor allem im Winter virulent, weshalb eine Messung über Monate hinweg und auch in der kalten Jahreszeit sinnvoll erscheint. Inwiefern das umsetzbar ist, bleibt abzuwarten. Inwieweit die Quellen des Ultrafeinstaub eindeutig identifizierbar sind, bleibt ebenso abzuwarten. Sinnvoller erscheint es mir daher, auf bereits bestehende Messungen von Standorten zurückzugreifen, die Schulzendorf ähnlich sind.

    Was würde denn eine solche Messung kosten? Gibt es dazu schon Informationen?

  4. Ulrich Häusler
    7. Januar 2026 at 17:46

    Ich wiederhole mich gern @Manne. Erst schlau machen und dann schreiben und nicht umgedreht.

  5. Manne
    7. Januar 2026 at 16:52

    Ulrich Häusler, das tue ich und erinnere mich an Daten des Umweltbundesamtes aus dem Sommer aus denen hervorgeht, dass der BER-Anteil am Ultrafeinstaub in Schulzendorf etwa 10 Prozent beträgt. Wenn wir also ein Problem mit diesen 10 Prozent haben, sollten wir es mit den restlichen 90 Prozent erst recht haben. Dann dürfte keine Schule mehr an einer großen Straße oder einem Wohngebiet mit viel Hausbrand gebaut werden. Oder gelten bei Autos und Heizung andere Maßstäbe als beim Fliegen?

  6. 7. Januar 2026 at 16:36

    Herr Häusler, der Eine sagt so, der Andere so. Also im Grunde gibt Manne mit dem E-Auto und Wärmepumpen Quark die Position wieder, mit der SPD, Grüne und der Bürgermeister unsere Beschlussvorlage für die Luftgütemessung torpediert haben.
    Nachdem die Messung dann dennoch beschlossen war, folgte der nächste Ablenkungsversuch: zu teuer, keine Grenzwerte, dies, das; bekannte Scheinargumente.

    Ich bin gespannt, wie diese Haltung nach dem Machtwechsel aussieht. Ich hoffe sehr, dass wir uns diese Messung tatsächlich ans Bein binden. Denn sie ist aus meiner Sicht die notwendige Grundlage jeder vernünftigen Planung – nicht nur für dieses Projekt, sondern für alle Zukünftigen.

    Die möglichen Ergebnisse und ihre Konsequenzen sind mir völlig klar. Umso unverständlicher ist mir, wie man absehbare Resultate mit absehbaren Folgen bewusst verhindern will. Dieses Kopf in den Sand Verhalten erschließt sich mir nicht, beim besten Willen nicht.

    Am Ende holt die Realität jeden ein. Manchmal schneller, manchmal langsamer. Ich möchte aber nicht zu denen gehören, die dann im Chor HINTERHER jammern, so wie wir das als Gesellschaft praktizieren seit ich denken kann. Zeit für neue Wege!

  7. Ulrich Häusler
    7. Januar 2026 at 15:50

    Es geht bei diesem Thema wie ich es verstehe nicht vordergründig um den BER. Den gibt es und der wird auch nicht in Kürze abgerissen werden. Hier geht es um den Standort einer Grundschule. Es hat auch niemand etwas gegen den Bau einer Schule, aber nicht an diesem Standort. Den Politikern ist bekannt, was Ultrafeinstaub bewirkt. Aber das Thema wird offensichtlich von der Politik nicht ernst genommen. Wer bitte schickt denn guten Gewissens seine Kinder mit dem Wissen in diese Schule, wenn sie beim Sportunterricht oder in der Hofpause schön tief Ultrafeinstaub einatmen (der ist übrigens etwas anderes als Feinstaub!). Zu den Folgen, einfach mal Dr. Google befragen.

    @Manne: Bitte mach Dich schlau wodurch Ultrafeinstaub in der gemessenen Konzentration am BER entsteht, bevor Du hier Unsinn von Wärmepumpen und E-Autos verbreitest.

  8. Manne
    7. Januar 2026 at 13:21

    Obelix, was ist deine Lösung für saubere Luft und sauberen Strom?

    Ich denke, wir sollten PV und Windkraft so weit wie möglich ausbauen und zudem Speicherkapazitäten schaffen, z.B. durch E-Autos, die grad nicht fahren oder dezentrale Batteriespeicher. In Einfamilienhäusern funktioniert das doch heute schon gut.

    Für Dunkelflauten ist es sicherlich am sinnvollsten auf Gaskraftwerke zurückzugreifen, die dann schnell eingeschaltet werden können, um Strom und Energie zu liefern. Das schnelle Ein- und Ausschalten funktioniert bei Atomkraftwerken übrigens nicht. Bei Atomkraftwerken bleiben für mich die (zu hohen) Risken eines Gaus, eines gezielten Anschlags und der Lagerung.

  9. Obelix
    7. Januar 2026 at 11:57

    Manne seine Logik wieder? Deutschland ist Stromimporteur durch diese geniale Politik! Der Traum setzt voraus, dass andere Länder dauerhaft Überschüsse haben. Aber wenn ganz Europa elektrifiziert, wer bleibt dann noch Exporteur? Wenn wir gleichzeitig mehr Wärmepumpen und E-Autos wollen und Strom importieren müssen: Wo soll dieser zusätzliche Strom verlässlich herkommen – besonders im Winter? Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind kaum weht? Für Stromimporte zahlt man immer. Wenn man beim Export draufzahlt, läuft etwas schief. Das tun wir, geniale Idee, aus wünsch dir was! Ein Stromnetz braucht jederzeit gesicherte Leistung. Wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint, braucht man Grundlast bzw. verlässliche Backup-Kraftwerke. Ohne grundlastfähige Energie wie moderne Kernkraft bleiben Wärmepumpen und E-Autos ein Wunschtraum – Strom entsteht nicht aus Hoffnung, sondern aus verlässlicher Erzeugung. Mit der 4. und 5. Generation hätte man Atommüll zu Strom machen können!  Synthetischer Sprit aus CO? und Wasser wäre auch möglich, aber nur mit riesigem Stromaufwand – ohne Grundlast bleibt er Wunschdenken.

  10. MichaBLN
    7. Januar 2026 at 11:55

    Hm,
    es ist immer leicht etwas zu brandmarken aber wo ist die Lösung? – TXL, quasi mitten in der Stadt wo noch mehr Menschen betroffen wären? – keine Flughäfen mehr? – Wir müssen lernen zu verzichten wo es geht damit wir uns das leisten können, was nötig ist. Das ist zumindest meine Meinung. Als Privatjetts müssten deutlich höhere Kosten tragen damit es nicht mehr erschwinglich ist. zudem Sollte es eine Meilenbeschränkung für privatjets geben. Flugstrecken unter 500km abschaffen und Bahnnetz ausbauen. Uns darauf besinnen, was bei Corona auch alles ging – Videokonferenzen statt jeden Pups persönlich erledigen. mit anderen Worten Geschäftsreisen so teuer machen, dass man sich 2x überlegt zu fliegen. statt 3 Kurzurlaube im Jahr mit dem Flugzeug lieber einen längeren per Flug und einen kurzurlaub per Bahn…- wie auch immer. Nicht einfach etwas verteufeln sondern das komplette Problem benennen und Lösungen aufzeigen. Denn nicht nur Flugverkehr produziert (Ulta)Feinstaub.

  11. Manne
    7. Januar 2026 at 11:01

    Julchen, bis du denn dafür, dass an der Schule nur noch E-Autos und Wärmepumpen genutzt werden dürfen? Das hätte nämlich einen einen enormen Einfluss auf die dortige Luftqualität und Ultrafeinstaubbelastung.

    Was geschieht, wenn die Politik solche Optionen (Wärmepumpe und E-Autos) anstrebt, die u.a. die Luftqualität für uns Bürger deutlich verbessern würden, haben wir in den letzten Jahren denke ich alle erlebt.

  12. Lärmgegner
    7. Januar 2026 at 07:34

    @ Julchen – scheiß egal- auch an der Regierungssitze in Schulzendorf + Verwaltung

  13. Obelix
    7. Januar 2026 at 06:54

    Der Bürger, der eigentlich der souverän sein sollte, ist nur eine Melkkuh. Der Souverän könnte doch selber entscheiden, einfach nicht fliegen. Aber das hier ist ein Problem und wo es ebenfalls um Gesundheit ging, hat man blind vertraut? Jens Spahn Zitat, „Es war nie das Ziel – auch nicht aus Sicht der WHO – dass Corona?Impfstoffe einen vollständigen Schutz gegen Ansteckung und Weitergabe bieten. Entscheidend war der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen.“

  14. Julchen
    6. Januar 2026 at 14:52

    Zitat: “In einem Land, das den Schutz seiner Bürger großschreibt, stellt sich die Frage: Wo bleibt der Aufschrei der Politiker?”

    Damit ist die Frage eigentlich beantwortet. Der Bürger ist egal.

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Aktueller UFP-Wert

+++ Ultrafeinstaub Konzentration am BER, Maximaler Einstundenmittelwert am 04.01., 188.072 Partikel/cm³ (Quelle: LUIS Brandenburg). Die WHO betrachtet einen Messwert von 10.000 Partikel/cm³ als „erhöhte Konzentration“. +++

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