Eichwalde. Er zählte zu den Großen der Region, der sich bis zuletzt unermüdlich für Bürgerinteressen einsetzte. Die Rede ist von Dr. Günter Briese. Er verstarb am 21. Februar im Alter von 91 Jahren.
Als Vorsitzender der Eichwalder Bürgerinitiative für Flugsicherheit, echten Schallschutz und Nachtflugverbot war Dr. Briese eine treibende Kraft im Kampf gegen den Fluglärm des Flughafens BER. Er scheute sich nie, gegen den Strom zu schwimmen, und setzte seine Stimme und sein Wissen ein, um die Gesundheitsgefahren durch Fluglärm und Ultrafeinstaub anzuprangern. Mit einer Petition forderte er im Europäischen Parlament Gerechtigkeit und Transparenz in Bezug auf staatliche Hilfen für den Flughafen.
Sein Engagement beschränkte sich nicht nur auf den Luftverkehr. Dr. Briese kämpfte ebenso hartnäckig gegen die rechtswidrig erhobenen Altanschließerbeiträge des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbandes. Seine akribischen und jahrelangen Recherchen mündeten in eine umfassende Strafanzeige, die den damaligen Vorsteher des MAWV zur Verantwortung ziehen sollte.
Für seine gesellschaftlichen Verdienste wurde Dr. Briese 2016 mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Eichwalde ausgezeichnet. Eine Anerkennung, die seinem unermüdlichen Einsatz und seiner Leidenschaft gerecht wird.
Dr. Günter Briese hinterlässt ein Erbe, das uns alle in der Verteidigung unserer Bürgerrechte inspiriert. Sein Lebenswerk erinnert uns daran, dass wir die Stimme derjenigen sein sollten, die oft nicht gehört werden.

Reinhard Bolduan und Dr. Günter Briese recherchierten gemeinsam über viele Jahre zur rechtswidrigen Beitragserhebung des MAWV. (Foto: mwBild)

Auch wenn der Fluchhafen am falschen Standort brachial von der Politik, entgegen jeglichen Fach- und Sachverstand, durchgesetzt wurde, war der Widerstand nicht nutzlos: Kein 24 Stundenbetrieb. Und seit Oktober 2024 gilt: Ultrafeinstaub unter 100 Nanometer muss europaweit nach EU-Richtlinie gemessen werden.
Es bestätigen sich zunehmend, auch die von Günter erarbeiteten Fakten, siehe z.B. Feinstaub und Fluglärm. Bundesumweltamt: „Einfluss der Großflughäfen auf zeitliche und räumliche Verteilungen von Ultrafeinstaub kleiner 100 nm im Großraum Berlin“.
Seit 2011 arbeitete Günter mit der damaligen Schulzendorfer Interessengemeinschaft gegen Fluglärm zusammen, gegründet von Dr. Dieter Schallehn.
Zunehmend verabschieden sich nun die Bürgerrechtler auf Grund ihres hohen Alters, die seit dem Konsensbeschluss 1996, tätig sind. So gibt es, zum Thema Fluchafen, als Interessenvertretung nur noch den Bürgerverein Brandenburg Berlin e.V. und kleinere Bürgerinitiativen.
Gernut Franke – Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft gegen Fluglärm