Bitter: WiWO-Desaster beim Kita Neubau

10. Mai 2022
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Wildau. Am Montag letzter Woche sollte die Kita am Hasenwäldchen eröffnen. Eltern und Kinder hatten die Eröffnung herbeigesehnt. Nun fiel sie plötzlich ins Wasser.

Grund: Die Behörde verweigerte die Aufnahme des Kita-Betriebes, erteilte keine Baufreigabe. Ursächlich dafür soll eine Riesen Panne bei Fenstern sein.

Wie der Chef der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft mbH (WiWO), Sven Schulze, gegenüber der MAZ mitteilte, sei nach einem Einbruch durch „Zufall“ entdeckt worden, dass entgegen üblichen Kita-Standards keine Sicherheitsverglasung zum Schutz der Kinder eingebaut worden sei.

Ein Debakel, obwohl die Eigenschaften der verbauten Fenster frei einsehbar sind und offenbar keiner Kontrollinstanz aufgefallen seien. Auch erkennbar: Ein mittelmäßiger U-Wert von nur 1,0 (Wärmedämmwert) und keine schallschutztechnischen Eigenschaften, obwohl es ein Schallschutzgutachten gab.

Pannen, Pech und Pleiten: Kita am Hasenwäldchen. (Foto: mwBild)

Pannen, Pech und Pleiten: Kita am Hasenwäldchen. (Foto: mwBild)

Die Folgen sind schwerwiegend: Eltern müssen sich nun um die Unterbringung ihrer Knirpse kümmern, die Stadt muss das Kita-Personal finanzieren, ohne dass dafür Elternbeiträge eingenommen werden, der Imageschaden für die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft mbH (WiWO), die den Kita-Bau in der Hand hatte, ist enorm. Schließlich müssen zusätzliche Steuergelder aufgewandt werden, um die Folgen der Panne abzufedern.

Die Kosten für das Austauschen der Scheiben dürften sich auf mindestens 30.000 bis 50.000 Euro belaufen. Größtes Problem dabei: Eine Baustellenverglasung wird unter Experten als kritisch angesehen. Werksmäßig werden Glasscheiben auf sogenannten Klotztischen eingebaut.

Mit Hilfe von PVC-Klötzern wird die Scheibe so fixiert, dass sie den Fensterrahmen nicht berührt. Das ist im eingebauten Zustand nur schwer zu bewerkstelligen. Der Hersteller der Fenster dürfte wegen der Baustellenverglasung Abstriche an seine Garantieverpflichtung machen.

Für WiWO-Chef Sven Schulze wird die Luft ganz eng werden. Denn er muss der Stadt und seinen Gremien erklären, wie es zu diesem Desaster kommen konnte. Dass der gravierende Mangel erst der Bauaufsicht aufgefallen sein soll, sagt viel über die Qualität seines Projekt-Controllings aus.

Besonders heikel ist, dass Schulze die tatsächlichen Hintergründe bisher für sich behalten haben soll und sie erst durch den Druck der Öffentlichkeit bekannt wurden. Was wollte Schulze unter den Teppich kehren?

Aufgeklärt werden muss durch die Stadt nun, ob es sich wirklich um ein zufälliges Versäumnis am Bau beteiligter Firmen gehandelt hat oder ob hier bewusst eine geringere Qualität verbaut worden ist, um Kosten zu sparen.

Spätestens wenn sich herausstellt, dass der Bauunternehmer, Glas höherer Güte abgerechnet, aber solches minderer eingebaut hat, dürfte das ein Nachspiel haben. Was wusste Schulze davon?

Baufachleute bezweifeln, dass gerade bei einem Kita-Bau ein solch gravierender Fauxpas einfach „durchrutscht“. Dann hätten nämlich alle Instanzen geschlafen: Stadt, WiWO, der von der WiWO bezahlte externe Bauüberwacher Dieter Berg, Generalbauunternehmer Schneider Systembau GmbH, Subunternehmer, Fensterhersteller und Glaslieferant.

Die neue Fassade bröckelt. (Foto: mwBild)

Die neue Fassade bröckelt. (Foto: mwBild)

Die Kita ist noch nicht im Betrieb, da zeigt sich an der Fassade bereits ein weiterer Mangel: Ein etwa 30 Zentimeter langer Riss.

Auch Zäune, die verhindern sollen, dass Knirpse unbeaufsichtigt das Gelände verlassen, stehen frei in der Erde mit großen Lücken zum Durchschlüpfen. Wurde hier gespart?

Nach einer Glanzleistung der davongejagten SPD-Bürgermeisterin Homuth und dem WiWO-Chef Schulze sieht der Fall Kita am Hasenwäldchen nicht aus.

 

4 Responses to Bitter: WiWO-Desaster beim Kita Neubau

  1. Elke
    11. Mai 2022 at 17:07

    @Stadtfuchs, ist doch ganz einfach, ihr in Wildau seid genauso am A. wie wir in Schulzendorf

  2. Stadtfuchs
    11. Mai 2022 at 16:41

    Meine Güte, Sie gehen ja ab wie ein Wurmkur-Zäpfchen. Dabei habe ich das als anwohnender Stadtfuchs live mitgehört: Der Glaser hat einfach die falschen Scheiben geliefert. Die werden getauscht, allet is schön, keiner regt sich auf, Kita macht auf – und ditt noch mit deutlich weniger Verspätung als der olle Flughafen hier.

    Was machen Sie eigentlich mit Ihren Themen in Wildau? Gibt es in Schulzendorf nix zu meckern?

    Ihr Stadtfuchs

  3. Galle
    11. Mai 2022 at 09:11

    @ Metze – Aua – Ich habe nichts dagegen, dass Sie schlechte Arbeit anprangern. Aber wenn Sie was schreiben, dann technische Fakten und nicht so ein Stammtischkäse eines Hilfsarbeiters. Nach Ihrer Auffassung dürfte ja die ganze Erdbaugewerbe keine Ahnung haben – und das verbitte ich mir.

  4. Bau-Ing. E. Metze
    10. Mai 2022 at 22:04

    Hoffentlich sind die Fassadenrisse nicht die Folge des Zuschüttens der schon vorhandenen Baugrube für die ursprüngliche Planung. Es ist nicht einfach, eine Baugrube zu verschließen und sorgfältig zu verdichten. Ich vermute, dass Schneider Systembau GmbH die Haftung dafür vertraglich ausgeschlossen hat. Die Zeit wird es zeigen.

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