Aktionismus statt Substanz – ein Kommentar

29. September 2019
Von

Sabrina Rühle

Dass sich SPD und Grüne für die Erhaltung von Bäumen einsetzen ist im Prinzip richtig. Aber so, wie es beide Fraktionen im Fall der Friedhofsbäume taten, hätten sie es lieber sein lassen sollen.

Ihr Antrag wurde offensichtlich ohne ausreichende Kenntnis der Faktenlage eingereicht. Die Grünen müssen sich den Vorwurf der Fehleinschätzung in Bezug auf den Zustand der Bäume gefallen lassen. Und das, obwohl sich in ihren Reihen exponierte Fachleute befinden, die bei genauem Hinsehen zum selben Ergebnis gekommen wären, wie das vom Rathaus präsentierte.

Lübkes Fazit, man habe sich mit dem Vorstoß um die Sorgen der Bürger gekümmert, ist waghalsig. Statt Unterschriften zu sammeln, die dem Baumfällstop Antrag Rückenwind verleihen sollten, hätten SPD und Grüne die Naturschützer über die Sachlage aufklären müssen. Haben sie aber nicht! Als einige Unterzeichner der Resolution zum Erhalt der Bäume von der tatsächlichen Lage des geplanten Gehweges und dem Standort der Bäume erfuhren, distanzierten sie sich im Nachhinein von dem Aufruf.

Am Ende schwebt über dem Unterfangen von SPD und Grünen ein kräftiger Hauch von Aktionismus in einer Zeit, in der Euphorie um Nervensäge (?) oder Umweltheldin (?) Greta herrscht.

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